Alles hat einen Ursprung und einen Anfang, so auch dieser Blogeintrag. Mitunter ist es ganz interessant oder gar lustig, zu wissen, wie etwas angefangen hat. Deshalb möchte ich die Ursache für meine Gedanken zu der Frage “Wer ist Gott?” nicht unerwähnt lassen.

Zu den Segnungen moderner Kommunikationsplattformen gehört es, dass man dort gelegentlich Menschen wiedertrifft, die man schon vor vielen Jahren aus den Augen verloren hatte. So traf ich bei Facebook vor einiger Zeit auf eine Spielkameradin aus Kindertagen, die mir nun eine liebe Freundin geworden ist. Im Verlauf unseres “erneut Kennenlernens” via Facebook, erfuhr ich von ihr, dass sie leidenschaftlich gern Tango tanzt. Vor kurzem dachte ich, es sei eine lustige Idee, dieser Freundin folgenden Spruch zu posten:

 Tanzen-Fußball

Aber anstatt diesen Satz einfach nur als ein scherzhaft verpacktes Kompliment für ihre Liebe zum Tanz zu sehen, nahm sie dies Sprüchlein zum Anlass, mir eine Frage zu stellen, von der ich bisher dachte, die Antwort sei doch klar. Aber wie so oft stellte sich heraus, dass manche Antworten, Einstellungen und Überzeugungen nur solange klar und eindeutig sind, solange man sie nicht anderen Menschen darstellen, erklären und begründen will.

Ihre Frage lautete:

“Ist Gott deiner Meinung nach ein er, oder eine sie, oder eine andere Energie-Form?”

Nun haben im Verlauf der Menschheitsgeschichte schon viele andere, meist klügere Köpfe darüber nachgedacht, wer oder was Gott wohl sei. Deshalb habe ich in meinem Leben, auf der Suche nach meinem ganz persönlichen “Gottesbild” viele Gedanken und Meinungen kluger Denker, Mystiker, Theologen und Philosophen erwogen, verworfen oder übernommen. Nichts, was ich auf diese Frage antworten könnte, ist also wirklich neu, besonders griffig, oder gar brillant. Ich möchte meiner lieben Freundin dennoch die Antwort nicht schuldig bleiben und nehme das auch gleich zum Anlass, mein Blog wieder neu zu beleben.

Um die Herangehensweise an meine Antwort ein bissl transparent zu machen, will ich zunächst weit zurückgreifen, 170px-Maimonides-Statueauf

Moses Maimonides (1135-1204 einflussreicher Gelehrter in rabbinischer Tradition und bedeutender jüdischer Philosoph)

Maimonides unterscheidet zwischen dem, was man unwissenden und einfachen Menschen und dem, was man Menschen mit philosophischer Bildung sagen sollte. Auf beides möchte ich mich nicht einlassen, sondern einfach nur versuchen, seine Herangehensweise an die Frage nach dem Wesen Gottes, zu einem Teil meiner Antwort machen. Maimonides war der Ansicht, dass Gott uns zwar seine Wirkungen erkennen lässt, sein Wesen aber nicht erkannt werden könne.
Ausgehend von der Annahme, dass jegliche Zuordnung von Eigenschaften aus dem Einen Gott gedanklich eine unklare Vielheit in Gott werden lässt, kommt er zu dem Schluß, dass Gott in keiner Weise ein positives Attribut zukommt und es in der Tat verneinende Aussagen sind, deren wir uns bedienen müssen, um das Denken zu dem hinzuleiten, was wir in Bezug auf Gott glauben müssen, weil aus ihnen in keiner, wie immer gearteten Weise, die Vorstellung einer Vielheit in Gott entstehen kann. Er wollte die Gottesvorstellung von allen Unreinheiten befreien und beseitigte deshalb alle positiven Wesensattribute, weil diese solche Unreinheiten enthalten. Gott ist Gott, stellt er fest, der Eine, mit nichts außer sich selbst vergleichbar. Uns seinem Wesen zu nähern, ist deshalb nur dadurch möglich, dass wir feststellen, wer oder was Gott nicht ist.

Diese Feststellung von “negativen Attributen” soll der erste Teil meiner Antwort sein. Ich beziehe mich dabei nur auf die gestellte Frage und kann sagen, was Gott in meinen Augen nicht ist.

1. Gott ist nicht “Er” oder “Sie”.

 Mann und Frau

Gott eine Geschlechtlichkeit zuzuordnen würde in meinen Augen bedeuten, ihm nicht nur Eigenschaften, sondern dadurch auch Begrenzungen zuzuordnen. Gott ist m.E. aber keinerlei Begrenzungen unterworfen.

2. Gott ist keine “Energieform”.

Energie Im Hinblick auf all die teils abstrusen Äußerungen, die esoterikbewegte, klangschalenbewaffnete Propheten eines neuen Zeitalters so in Bezug auf die verschiedensten Formen und Erscheinungen von Energie von sich geben, möchte ich – zugegeben eine wenig bissig – einfach nur konstatieren: Ich beschäftige mich hier nicht mit Elektrotechnik, Quantenphysik oder Wünschelruten!

Es gäbe noch eine Vielzahl von Dingen aufzuzählen, die ich als negative Attribute zum Wesen Gottes ansehen würde, ich will mich aber nur noch auf eine Anmerkung beschränken. In meinen Augen ist Gott auch nicht das kalte, unpersönliche Universum, das heute so gern als persönlicher “Wunscherfüller” und Wohlstandsbringer angerufen wird.

Dass wir Gott in seinen Wirkungen wahrnehmen können, ist für mich Fakt und kann allenfalls mit einer gehörigen Portion Ignoranz bestritten werden. Nun hat mein persönlicher Glaube als Christ natürlich zur Folge, dass ich Antworten auch und vor allem im Ursprung meines Glaubens suche, in den biblischen Texten. Und da löst sich für mich dann jeglicher Widerspruch auf und die einfachste, naheliegenste Antwort ist schnell gefunden. In Anbetracht unserer Unfähigkeit, Gott in all seinen Facetten, in seinem gesamten Wesen zu erkennen, ist Gott uns entgegengekommen. Im Neuen Testament findet sich der bemerkenswerte Satz Jesu:

Joh 14,9 Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch und du kennst mich nicht, Philippus? Wer mich sieht, der sieht den Vater! Wie sprichst du dann: Zeige uns den Vater?

Wer mich sieht, der sieht den Vater! Unter der Prämisse, dass Jesus-Christus der ist, der er behauptet zu sein, nämlich Sohn Gottes (und darauf fusst jeglicher christliche Glaube), ist die Antwort klar! In Jesus-Christus wird Gott für uns erfahrbar und fassbar. Nähere ich mich ihm, seinem Leben, Denken, Streben, Wollen und Tun, so erfahre ich die größtmögliche Annäherung an Gott.
Unter jeder anderen Prämisse ist diese Aussage allerdings Makulatur, aber in diesen Gedanken geht es ja um eine, um meine persönliche Antwort auf die Frage, wer Gott ist.
Verfolge ich diesen Gedanken weiter, komme ich auch ganz schnell zu einer Möglichkeit, Gott immer mehr kennenzulernen, ihm zu begegnen. Ich will das auch an zwei Stellen aus dem guten Buch festmachen.

Mt 25,36 Ich war nackt, ihr habt mir Kleidung gegeben. Ich war krank, und ihr habt mich besucht. Ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen.’

und

Mt 25,43 Ich war ein Fremder unter euch, aber ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich war nackt, aber ihr wolltet mir nichts zum Anziehen geben. Ich war krank und im Gefängnis, aber ihr habt mich nicht besucht.’

Hier sagt Jesus-Christus nichts anderes, als dass er uns in Gestalt der Armen, der Kranken, Gefangenen und Fremdlinge begegnen will. Da bietet sich dann ein ganz und gar unphilosophischer, praktischer Weg Gott näher zu kommen.

rebloggt von Sec's Notizen:

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In seinem Büchlein “Die Zeit” schreibt Étienne Klein über das Wesen der Zeit:

Wie kann man das Sein der Zeit begreifen, obwohl ja die Vergangenheit nicht mehr und die Zukunft noch nicht ist und die Gegenwart schon nicht mehr ist, wenn sie gerade anfängt zu sein? Wie kann es eine Existenz der Zeit geben, wenn sie nur aus solchen Nicht-Existenzen besteht?

Weiterlesen… noch 972 Wörter

Schon fast angekommen im Trubel der Weihnachtsvorbereitungen, nehme ich das nahende Fest zum Anlass, einen meiner eigenen Blogeinträge zu diesem Thema zu recyceln. Da niemand gezwungen wird ihn zu lesen, hoffe ich, dass mir auch niemand die Wiederholung übel nimmt ;-)

Über das Glück, was es ist und wie es zu erlangen sei, darüber hat wohl jeder schon einmal nachgedacht. Manche Ergebnisse solcher Denkvorgänge muten ein wenig seltsam an.

Seit einiger Zeit bekomme ich in unregelmäßigen Abständen Infomail von Sandra. Nur um das gleich klarzustellen: Sandra ist eine sympathische, aufrichtige, schätzenswerte Person, mit der ich auf beruflicher Ebene eine Zeit lang zu tun hatte. Mir liegt also nichts ferner, als Sandra in irgend einer Weise zu verunglimpfen. Die Inhalte ihrer Mail sind einfach nur symptomatisch für eine seltsame Begriffsverwirrung, die in den letzten Jahren immer mehr Raum greift.

GlückFinderKinder Da gibt es “Glücksworkshops” für Kinder, sprich Zeltlager mit schönen Freizeitaktivitäten und einer täglichen Stunde Glückstraining, in denen sie zu  “GlücksFinderKindern” geschult werden.

Eine Ausbildung zum Glücksbotschafter wird angeboten und Glückfindungs-Seminare stehen unter dem Motto:

“Sie wollen täglich Glücksgefühle erleben? Dann tun Sie etwas dafür!”

Da sind wir dann auch schon beim Kern der Sache angelangt. Wo immer von Glück die Rede ist, wird dieser Begriff recht schnell mit “Glücksgefühlen” gleichgesetzt.
Ein wenig googeln und es wird klar, dass mittlerweile durchgängig Glück und Glücksgefühle verwechselt werden.
Ob es eine Website mit “Psychotipps” ist, auf der Glücksrezepte empfohlen werden, die Seite eines unabhängigen “Altersvorsorge-Beraters”, der Glück mit Glücksgefühlen gleichsetzt, ein interessanter Artikel bei der “WELT-ONLINE”, eine Veröffentlichung bei “Bild der Wissenschaft” oder die Erkenntnisse eine Autoren bei “SPIEGEL ONLINE”, der sich mit Botenstoffen, Gehirnfunktionen und Drogen beschäftigt – bei allen findet die gleiche Begriffsvermengung statt.

Glück = Glücklichsein = Glücksgefühle

Nun will ich dem geneigten Leser nicht länger vorenthalten, was schon in der Überschrift angekündigt ist, den KLUGEn.Kluge

Der Kluge” ist ein etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache und eines der meistfre-quentierten Bücher in meiner Bibliothek. Wer – wie ich – Sprachgenauigkeit zu schätzen weiß, der kommt oft nicht umhin, sich über genauen Ursprung und die – sich oft wandelnde – Bedeutung eines Wortes Klarheit zu verschaffen. Nachdem mir der Gebrauch des Wortes “Glück” in der letzten Zeit immer suspekter wurde, habe ich also meinen “Kluge” zu Rate gezogen um sicherzustellen, dass ich mit meinen Ansichten über Inhalt und Bedeutung dieses Wortes richtig liege.
Der Einfachheit halber zitiere ich nachfolgend mal aus Wikipedia, da die Eintragung bei Wiki in etwa mit “dem Kluge” übereinstimmt.

“Das Wort „Glück“ kommt von mittelniederdeutsch gelucke (ab 12. Jahrhundert) bzw.mittelhochdeutsch gelücke. Es bedeutete „Art, wie etwas endet/gut ausgeht“. Glück war demnach der günstige Ausgang eines Ereignisses.”
Der Kluge hat hier noch den ergänzenden Hinweis auf die Bedeutungsübertragung aus dem Altfranzösischen destinée = Festsetzung, Bestimmung, Beschluß und andererseits “christliches Fatum” ins Altniederfränkische gilukki = beschließen, festsetzen, bestimmen, das in den mittelniederdeutschen Begriff gelucke (geluc) eingeflossen ist.

Glück bedeutet demnach, dass etwas gelingt, den günstigen Ausgang oder das gute Ende eines Ereignisses.

Da stellt sich mir die Frage, inwiefern das nun zwingend mit Glücksgefühlen zusammenhängt? Natürlich können das glückliche Ende eines Ereignisses oder das Gelingen eines Vorhabens, oder das Erreichen eines vorgenommenen Zieles auch Glücksgefühle hervorrufen – keine Frage. Aber “Glücksgefühle” sind eben nicht “Glück”! Glücksgefühle erlebt auch ein Junkie wenn die Wirkung seiner Droge einsetzt.
Scheinbar sind wir auf dem besten Wege eine Gesellschaft von Glückgefühlsüchtigen zu werden, für die die Ausschüttung von Endorphinen das höchste anzustrebende Ziel ist. Wenn “Sandras GlücksFinderKinder” bei ihrem Glückstraining lernen, dass es ein erstrebenswertes Ziel höchster Priorität sei, den ganzen Tag Glücksgefühle zu verspüren und “das Glück” schlechthin sei es, sozusagen mit einem blödseligen Grinsen im Gesicht durch das Leben zu gehen, so halte ich das sogar für bedenklich.

Was Glück, also der günstige Ausgang eines Ereignisses” oder das Gelingen eines Planes, das Erreichen eines Zieles sein kann, das kann für den Einzelnen sicher sehr unterschiedlich sein. Für den einen können es eine gelungene Ehe, gesunde Kinder, Erfolg im Job, ein schönes Haus oder gar ein Lottogewinn sein, für den anderen sind es vielleicht schon die warme Wohnung und die regelmäßigen Mahlzeiten. Wir alle streben auf die eine oder andere Art nach dem, was für uns Glück bedeutet – das ist nur natürlich und richtig. Die Sucht nach einem permanenten “Highsein”, ist es sicher nicht.

Im guten Buch finde ich eine überdenkenswerten Hinweis darauf, wie Glück zu erlangen ist:

“8 Wenn du deinen Verstand schärfst, tust du dir selbst etwas Gutes; wenn du deiner Einsicht folgst, findest du das Glück.”
(Sprüche 19:8)

In diesem Sinne wünsche ich meinen geschätzten Lesern viel Glück!

Meine geschätzten Leser erinnern sich sicherlich, vor einigen Monaten bin ich von “hier nach dort” umgezogen. 

Schlohof 10 - BurgDie Wohnung gehört der Gemeinde, die das Gebäude, das auf den Resten einer alten Burg gebaut wurde, vor langer Zeit einmal als Rathaus genutzt hat. Meine Bewerbung um diese Wohnung ging also an die Gemeindeverwaltung und mein Ansprechpartner dort war der stellvertretende Gemeindekämmerer, ein sehr netter Mensch übrigens. (Ich bitte um Verständnis für diese Anmerkung – auch eine kleine, ländliche Gemeinde in Baden-Württemberg hat heutzutage einen Internetzugang!)
Irgendwann wurde ich dann ins Rathaus (das neue, moderne Rathaus) eingeladen, um den Mietvertrag zu unterzeichnen. Mein Erstaunen war recht groß, als mich dieser nette Mensch bei der Vertragsunterzeichnung fragte, ob denn meine Handynummer noch die aktuelle Nummer sei, unter der man mich erreichen könne. Verblüfft fragte ich mich und auch ihn, ob ich ihm denn diese Nummer mitgeteilt habe. Seine, von einem verlegenen Lächeln begleitete, lapidare Antwort war: “Na ja, Internet halt. Sie wissen ja, Google.”
Zunächst, ich gebe es offen zu, war ich ein wenig empört! Da spioniert mir also jemand nach. Der Abgleich mit meinem eigenen Verhalten hat die Empörung dann aber sehr schnell wie eine Seifenblase platzen lassen.

Ein neuer Nachbar ist ins Haus gezogen. Aha, Musiklehrer ist er also. Seine Lebensgefährtin? Ebenfalls Musiklehrerin, ist ja interessant. Kurz darauf – noch ein neuer Hausbewohner. So so, der ist also bei der Piraten Partei… ist ja witzig. Die Mutter meiner Zwillinge erzählt etwas über eine Kollegin, die offensichtlich psychisch ein wenig neben der Spur liegt. Ach, schau an! Die Dame ist aktives Mitglied eines Musikvereines? Seltsam, Musiker sind doch im allgemeinen ganz nette Zeitgenossen.
Kürzlich traf ich bei einem Seminar auf einen unangenehm lauten Dummschwätzer. Aha, der hat aber schon sehr viel angefangen und offensichtlich alles in den Sand gesetzt… Unser Dorfbäcker übrigens, hat anscheinend keinen Internetzugang, über den findet sich ja rein gar nichts im Web. Aber dafür umso mehr über unseren Pfarrer. Einer seiner Vorfahren  hat wohl um 1840 herum im Saarland eine Fabrik für Pappmaché-Produkte gegründet.

Google Endlos die Liste derjenigen Zeitgenossen, die ich im Nachgang zu alltäglichen Begegnungen schon regelrecht “durchgegooglet” habe. Bevor mir dieser nette stellvertretende Gemeindekämmerer sozusagen die Augen geöffnet hat, war mir gar nicht bewusst, wie sehr Google schon zu einem Bestandteil meines Sozialverhaltens geworden ist. Ob ein Busfahrer nun besonders freundlich oder besonders garstig agiert, er braucht nur ein Namensschildchen zu tragen und schon kann ich nicht widerstehen. Die Mutter einer Klassenkameradin einer meiner Töchter fällt mir unangenehm auf? – Google! Eine Zufallsbekanntschaft äußert sehr suspekte politische Ansichten? – Google! Meine Hausärztin erzählt mir von ihren Bedenken hinsichtlich eines bestimmten Medikamentes? – Google!
Ich bin mir nicht sicher, ob ich mein Verhalten und meine exzessive Nutzung der Google Abfrage nun als bedenklich empfinden soll, oder ob einfach künftig der ganz normale Alltagsumgang mit anderen Menschen so aussieht: Jeder findet fast alles über fast jeden Mitmenschen heraus – so er denn will!
Übrigens, so ganz nebenbei gefragt: Wie buchstabiert man ihren Namen nochmal?

 

 

und zweitens als man denkt! (Wilhelm Busch)  Diese Erfahrung habe ich in den letzten Wochen auch gemacht. Der geneigte Leser wird sich vielleicht an meine vollmundige Ankündigung erinnern, hier während meiner Umzugs-, Renovierungs- und Umbauzeit – eingeschränkt aber doch regelmäßig – weiter den einen oder anderen Beitrag zu schreiben. Das Ergebnis: Versagen auf ganzer Linie!

Es freut mit umso mehr, dass der Kontakt zu vielen meiner geschätzten Blogbesucher dennoch nicht ganz abgerissen ist. Herzlichen Dank dafür!

Nun für alle Interessierten einen kurzen Zwischenstand:

Der Umzug und die Renovierung der alten Wohnung liegen natürlich längst hinter mir, und in der neuen Wohnung ist zumindest ein erträglicher, bewohnbarer Zustand erreicht. Alle weiteren Wünsche und Feinheiten müssen zurückstehen bis zum Ende August, wenn die erste Phase des Dachausbaus abgeschlossen sein wird. Also rechtzeitig zum Schulstart meiner Geminis
 P8180163
und zum geplanten Start meiner Agentur im September. Bis dahin heißt es noch fleißig schuften und schwitzen. Zwar sind Deckendurchbruch, Abrissarbeiten, Einbau der Treppe und eines großen Dachfensters, sowie die Dämmung und das Setzen der Zwischenwände für die 2 neuen Kinderzimmer und das kleine Bad weitgehend abgeschlossen, aber Elektroinstallation, die Verlegung der Heizungs-, Wasser- und Abwasserrohre, Verlegung des Trockenestriches und des Bodenbelages, Einbau der Türen, etc., etc., erfordern noch eine Menge Einsatz.
Manchmal wird mir schon ein bissl schwindlig bei dem Gedanken daran, was ich mir als handwerklicher Vollamateur da so alles vorgenommen habe. 

Bayram2 Glücklicherweise gibt es Freunde die mich mit Ratschlägen und fehlenden Werkzeugen versorgen und einen Freund, der sich immer wieder, Stunden um Stunden, mit seinem Geschick, seinen handwerklichen Fähigkeiten und seiner Kraft auf dieser Dauerbaustelle einbringt.

 

Neben der Erfahrung, dass ich durch meinen Glauben eine großartige Adresse für Klagen, Seufzen und Bangen habe, eine mächtige Instanz für Bittgesuche, Anträge und Beschwerden, sowie einen Ansprechpartner für Danksagungen jeglicher Art (manchmal auch in gesungener Form auf der Leiter), von dem mir immer wieder Ermutigung geschenkt wird, habe ich auch noch eine ganz besondere Erfahrung in Bezug auf die Freundschaft gemacht. Ich möchte das mal mit den Worten des Schriftstellers Peter Bamm beschreiben:

Einem Kameraden hilft man. Einem Kollegen misstraut man. Mit einem Freunde ist man albern.

Bei den Temperaturen, die in der letzten Zeit vorherrschen und insbesondere bei Ausbauarbeiten unterm Dach spürbar werden, sind die Scherze und Albernheiten mit einem guten Freund sozusagen das Schmerzensgeld des Lebens und eine gute Motivationsquelle. Außerdem hilft eine gewisse Albernheit dabei, die Zipperlein, die Alter und ungewohnte Tätigkeiten mit sich bringen, großzügig zu übersehen.
Ein Aspekt der Freundschaft, den zu erleben ich jedem wünsche :-)

Max Planck führte die Konstante h (von Hilfsgröße) im Jahr 1900 zunächst nur als Hilfsmittel zur Lösung des Problems der Strahlungsverteilung schwarzer Körper (auch bezeichnet als Schwarzkörperstrahlung oder Hohlraumstrahlung) ein. Ihr Vorhandensein im quantenphysikalischen Formalismus bringt zum Ausdruck, dass es nur dann eine Wechselwirkung zwischen zwei Systemen geben kann, wenn sie etwas austauschen. Dieses Etwas kann nicht beliebig klein gemacht werden.

Dem geneigten Leser, so er nicht gerade Physiker oder ein begeisterter  Anhänger sonstiger Naturwissenschaften ist, mag es vielleicht ein wenig seltsam erscheinen, dass sich jemand, an einem ganz normalen Dienstagmorgen, gegen 8:00 Uhr früh, mit Fragen der Quantenphysik beschäftigt. Nun, ich bin gelegentlich ein bissl seltsam und deshalb tue ich so etwas. In Kürze beginnt wieder der – zur Zeit täglich anstehende – anstrengende Einsatz beim Dachausbau über der Wohnung meiner Zwillinge und ihrer Mutter. Die Zeitspanne vorher, zwischen dem ersten Kaffee und der Abfahrt zur Baustelle, nutze ich meist für einige Gedanken aus dem guten Buch, für die Kommunikation mit meinem Schöpfer und – damit der Kopf nicht zu kurz kommt – für das Nachsinnen über interessante Phänomene aus Wissenschaft und Philosophie.

Konstante h Nach der heutigen Beschäftigung mit Zusammenhängen zwischen Zeit und Raum und dem x-ten Versuch, mich diesen über die Wege der quantenphysikalischen Grundlagen und der Philosophie zu nähern, habe ich, wie meist in den Morgenstunden, noch ein wenig in meiner Blog Roll gestöbert.

Tosani BlogDabei ist mir der neue Artikel von Mario Tosani (Twitterern als @Tosani bekannt) aufgefallen. Der Artikel hat den schönen Titel:
Wer sich keine Zeit für seine Freunde nimmt, dem nimmt die Zeit die Freunde. (russische Weisheit)

Wie immer in exzellenter Sprache und eindrücklichen Worten, schreibt Mario Tosani über Dinge aus denen wir Kraft schöpfen und Dinge, die uns Kraft kosten. Mit einem kleinen, amüsanten Video, stellt er die Bedeutung der Freundschaft heraus und wie wichtig es ist, sie zu pflegen.

Mir kam, beim Lesen des Artikels, der Gedanke, dass es wohl auch in der Beziehung zwischen Menschen, vornehmlich in Beziehungen freundschaftlicher Art, so etwas wie eine “Konstante h” (Hilfsgröße) gibt. Auch zwischen Menschen kann es nur eine Wechselwirkung geben, wenn sie etwas austauschen. Und dieses Etwas kann nicht beliebig klein gemacht werden!

Mein Fazit: Auch wenn ich zur Zeit sehr eingespannt bin und meine Online-Aktivitäten stark einschränke, ein wenig Austausch zwischen den “Systemen”, sprich, zwischen meinen geschätzten Lesern und mir, sollte doch von Zeit zu Zeit stattfinden. Damit die “Wechselwirkung” erhalten bleibt und sich weiter fortsetzt.

Ich wünsche allen Lesern eine erfolgreiche, gesegnete Woche!

 

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Einige meiner geneigten Leser wissen es ja schon: Ich werde demnächst umziehen. In den letzten Jahren bin ich fast täglich, mitunter mehrmals, die Strecke zwischen meinem Wohnort und dem Wohnort meiner Zwillinge und ihrer Mutter, gefahren. Im Zuge steigender Benzinpreise und der knapper werdenden Lebenszeit, scheint mir dieser Aufwand nicht mehr gerechtfertigt.

Umzug2

Nun heißt es, die alte Wohnung komplett zu renovieren und die neue Wohnung Stück für Stück einzurichten. Den Umzug selbst werde ich in der letzten Aprilwoche durchziehen. Die neue Wohnung hat den Vorteil, dass sie nur 50 Meter vom Kindergarten, den meine Zwillinge zur Zeit besuchen, entfernt liegt, und auch die Schule, in die sie ab September diesen Jahres gehen werden, ist nur wenige hundert Meter entfernt.
Es wird den beiden also künftig jederzeit möglich sein, mal bei Papa “anzuklingeln”, Nahrungs- und Getränkenachschub aufzunehmen und Hilfe bei den Hausaufgaben anzufordern.

dachausbau Gleichzeitig gibt es ab heute auch noch “anderswo” etwas zu tun. Die Mutter meiner Zwillinge hat ihre derzeitige Wohnung vor einigen Jahren mit der Option erworben, den darüber liegenden Dachboden auszubauen und dort zwei Kinderzimmer und ein kleines Badezimmer einzurichten. Hier stehen nun die ersten Baumaßnahmen an (Wärmedämmung, Elektro- und Heizungsinstallation, Wände errichten, etc.), die ich überwiegend selbst durchführen werde.

 

Da ich zeitgleich auch noch heftig damit befasst bin, meine neue berufliche Tätigkeit und den damit verbundenen Unternehmensstart vorzubereiten, werden meine Tage in der nächsten Zeit recht gut ausgefüllt sein.
Das bedeutet für mich zwangsläufig, an anderen Stellen Abstriche zu machen. Da ich ohnehin selten mehr als 5 Stunden Schlafenszeit in Anspruch nehme, wird in diesem Bereich kein großer Zeitgewinn mehr möglich sein.
Der einzige Weg, das eine oder andere Stündchen Zeit für all die anstehenden Arbeiten zu gewinnen, scheint mir die Einschränkung meiner Onlineaktivitäten zu sein.

Es wird deshalb hier in den nächsten Wochen nicht sehr viel Neues zu erwarten sein. Aber wie hieß es früher so schön, am Ende der jeweiligen “Tom und Jerry” Zeichentrickfilmfolgen im Fernsehen?

Heute ist nicht alle Tage, ich komme wieder, keine Frage!

 

 

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Gastbeitrag von Ernesto Cardenal

Es gibt Situationen, da fühlt die Seele Seine Gegenwart plötzlich auf eine Weise, die einen Irrtum unmöglich macht, und mit Zittern und Angst ruft sie:”Du bist der, der Himmel und Erde gemacht hat!” Und sie will sich verstecken, will davonlaufen vor dieser Gegenwart und kann es doch nicht, weil sie wie zwischen Wand und Schwert steht, zwischen Ihm und Ihm.
Sie kann sich nicht verbergen, weil diese Gegenwart Himmel und Erde überschwemmt und weil sie auch die Seele vollkommen einhüllt.

Und die Seele, die ihr ganzes Leben lang dem Glück nachgelaufen ist, ohne es je ganz zu finden, die in jedem Augenblick die Schönheit und die Lust und die Freude gesucht hat und von allem immer mehr und mehr wollte, sie ruft jetzt in Todesangst, ausgelöscht in einem Ozean unerträglichen Glücks:”Es ist genug! Lass mich nicht länger diese Seligkeit spüren, wenn du mich liebst, sonst sterbe ich.” Sie spürt eine solche Süße in sich eindringen, dass diese Süße Schmerz wird, unendlicher Schmerz, eine unendliche Bitterkeit und eine unendliche Süße.

Das ganze dauert vielleicht eine einzige Sekunde, und vielleicht wiederholt es sich im ganzen Leben nicht noch einmal. Die Seele, die aber diese Sekunde erfahren hat, fühlt alle Schönheit und alle Freude und alles Glück dahinschwinden, sie sind “nichts als Dung”, wie die Heiligen sagen (Skybala – “Scheiße”, sagt Paulus), nichts erfreut sie mehr als diese Seligkeit. Von nun an wird ihr ganzes Leben ein Leben des Leidens und der Sehnsucht, weil sie wahnsinnig geworden ist, wahnsinnig vor Liebe und Verlangen nach dem, was sie einmal geschmeckt hat. Und sie würde alle Schmerzen und alle Folter erleiden, nur um ein zweites Mal noch eine Sekunde, noch einen Tropfen von dieser Gegenwart zu kosten. Freundschaft, Liebe, Wein, Reisen und Feste, alles ist für immer dahingeschwunden, nie mehr wird die Seele eine größere Freude verspüren als die, die sie einmal an sich erfahren durfte.

 

Das Buch von der Liebe

 

 

Ernesto Cardenal, Das Buch von der Liebe
Originaltitel: Vida en el amor
ISBN 3-579-00444-1
Copyright Peter Hammer Verlag, Wuppertal

 

 

 

Gestern fiel mir ein Tweet von Magnus Bühl (@erfolgsmatrix) auf, dessen Tweets ich sehr schätze. Für notorische Nichttwitterer vielleicht die Erläuterung, dass Tweets diese, auf 140 Zeichen begrenzten, Einlassungen der verschiedensten Menschen auf dem “Social-Media-Dienst” Twitter sind.

Tweet

Die Anmerkung “hmmm…” von Magnus, war auch meine erste Reaktion auf den Inhalt dieses Zitates. Ist das so? Kann heute tatsächlich nur noch der leben, der an kein Happy End mehr glaubt? Mir fiel dazu spontan eine kleine Geschichte ein, die ich vor Jahren einmal las.

Ein Junge sollte einen Hund bekommen. Zusammen mit seinem Vater sollte er sich beim Züchter einen Hund aussuchen. Vater und Junge betrachteten den Wurf Hunde, und der Vater fragte seinen Sohn, welchen von den Hunden er haben wolle. Der Junge schaute lange auf die durcheinander purzelnden Welpen und deutete schließlich auf einen Hund mit besonders heftig wedelndem Schwanz und sagte: “Diesen da mit dem glücklichen Ende!” Hundewelpen 

 

Jeder Mensch hat Sehnsucht nach einem glücklichen Leben und wartet auf ein glückliches Ende seiner Träume und Erwartungen. Aber das Leben hat uns, durch viele Enttäuschungen und geplatzte Träume gelehrt, dass allzu oft nur ein “dickes Ende” ins Haus steht. Lapidare Sätze wie "Das dicke Ende kommt noch..”  oder “Das dicke Ende kommt zuletzt!” zeigen ganz deutlich, dass Ängste und Befürchtungen oftmals unseren Horizont verdüstern

Dieser pessimistischen Erwartungshaltung will ich in meinem Leben keinen Raum geben. Immer in der Erwartung eines “dicken Endes” zu leben, alle Pläne und Träume mit einem negativen Vorzeichen zu versehen und ein “Happy End” schon gleich zu Anfang auszuschließen, das ist meine Sache nicht. Was für ein Leben soll das denn sein? Auch wenn Ernst Jünger, als Philosoph von Weltgeltung,  mir sicher in vielen Belangen haushoch überlegen war, in diesem Punkt erlaube ich mir eine andere Sicht.

Meine Hoffnung und mein Vertrauen richte ich da lieber auf das Versprechen meines Schöpfers. So wie es der Schreiber eines Psalms im guten Buch ausgedrückt hat:

Jetzt aber bleibe ich immer bei dir, und du hältst mich bei der Hand. Du führst mich nach deinem Plan und nimmst mich am Ende in Ehren auf. (Psalm 73:23,24 HfA)

 

Geburtstage sind ja immer ein willkommener Anlass, nicht nur über Vergangenes, sondern auch über die Zukunft nachzudenken. Das tue auch ich, und wenn ich so darüber nachsinne, was mir, in den vor mir liegenden Jahren, noch wichtig sein wird und kann, dann fallen mir viele Dinge ein. Einige ganz praktische Vorhaben, die es zu erledigen gilt. Vieles betrifft natürlich meinen Glauben und mein Leben als Christ.

Ein kurzer Text des Theologen Peter Spangenberg, der mir heute, beim Durchblättern ein Buches in den Blick geriet, hat mich darüber nachdenken lassen, was ich denn in meinem Leben für die Menschen sein möchte, die mich umgeben und für die, denen ich noch begegnen werde.
Mein Fazit: Ich will ein Narr sein.

Narr und Koenig

(Narr und König, Klaus Süß – Chemnitz)
 

Vor dem König

Ich habe Seiner Majestät immer
wichtige Ratschläge gegeben”,
begann leise der Minister für Inneres,
als es mit dem König zu Ende ging.
”Ich habe Seiner Majestät stets die Akten vorgelegt”,
sagte der Minister für Äußeres nach kurzem Schweigen.
”Ich habe seiner Majestät die Speisen zubereitet”,
meinte der Hofkoch etwas verlegen.
”Ich habe seiner Majestät die Kleider genäht”,
wieselte der Hofschneider um die großen Herren herum.
”Ich habe seiner Majestät die Wunden behandelt und die
Schmerzen erleichtert”,
warf sich der Hofarzt in die Brust.
”Ich habe seiner Majestät den Vertrag meines Landes
unterbreitet”,
ereiferte sich der Botschafter von Andalusien.
”Ich habe seiner Majestät die Beichte abgenommen und die
Predigt gehalten”,
fügte der Schlosspastor hinzu.
Schweigen entstand.
”Und du?”, flüsterte der sterbende Monarch,
”was hast du für mich getan?” Mit dieser Frage wandte er sich an
den Zwerg, seinen Hofnarren.
Der Kleine schlug einen Purzelbaum bis an das Sterbebett, lachte
breit, schlug sich auf die Schenkel und flüsterte dann bescheiden:
”Ich habe Euer Majestät immer die Wahrheit gesagt.”
Da lächelte der König.

Menschen erheitern, zum Lachen bringen, unterhalten, ihnen Ablenkung von Sorgen und in schwierigen Situationen geben – ein schönes Ziel. Und dabei aber nie aus den Augen verlieren, was ich ihnen schuldig bin: Die Wahrheit!

Autor und Reporter für verschiedene Publikationen. Lieblingszitat: Wir müssen lernen, die Menschen weniger auf das, was sie tun und unterlassen, als auf das, was sie erleiden, anzusehen. (Dietrich Bonhoeffer)

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