Bernd Strohm,

sicher der beste Gitarrist den ich persönlich kenne, ist – zusammen mit einigen anderen, bekannten „Dinos“ – live zu sehen! Da ich Bernd aus meiner aktiven Musikerzeit kenne und schätze, möchte ich hier sein MySpace Bulletin einstellen. Vielleicht liest es ja der eine oder andere Musikinteressierte aus der Gegend. Seine MySpace Seite findet sich hier:  http://www.myspace.com/berndstrohm Diese Veranstaltung wird sicher ein Erlebnis der besseren Art für jeden Musikliebhaber!

 

Freitagabend noch nix vor?Fünf waschechte Dinos zelebrieren den authentischen Jazzrock aus den 70ern.

Neben BERND STROHM (Gitarre), KLAUS DAPPER (Saxofon) und WALDO KARPENKIEL (Schlagzeug) spielen STEFAN RADEMACHER (Bass), der viele Jahre weltweit mit sämtlichen stilbildenden Musikern der amerikanischen Fusion-Szene (u.a. George Duke, Billy Cobham) tourte, und THOMAS BETTERMANN (Tasten), der sich schon in den 70er Jahren an der Seite von Jazz-Legende Volker Kriegel zur festen Größe in der deutschen Musikszene entwickelte.

Freitag, den 27.11.2009; 21:30 Uhr
Jazzkeller
Lohstr. 92
47798 Krefeld
0162-2013145
www.​jazzkeller.​de

Liebe Grüsse

Euer

Bernd

 

In der letzten Zeit beschäftige ich mich hier vermehrt mit dem Leben – der geneigte Leser wird das sicher schon bemerkt haben. Vor einiger Zeit las ich ein schwedisches Märchen, das sich genau mit dieser Fragestellung beschäftigt:

Was ist eigentlich das Leben?

Es war an einem schönen Sommertag um die Mittagszeit. Buchfink Am Waldrand herrschte große Stille. Alles ruhte und selbst die Vögel hatten ihre Köpfe unter die Flügel gesteckt. Da plötzlich streckte der Buchfink sein Köpfchen hervor und fragte laut in die Mittagsstille: “Was ist eigentlich das Leben?” Alle waren betroffen über diese schwierige Frage.

Die Heckenrose entfaltete gerade eine Knospe und schob ein Blatt nach dem anderen heraus. Sie antwortete: “Das Leben ist eine Entwicklung.” Weniger tiefsinnig gestimmt war der Schmetterling. Er flog von einer Blume zur anderen, naschte hier und da und sagte: “Das Leben ist lauter Freude und Sonnenschein.”
Unten zwischen den Grashalmen mühte sich gerade eine Ameise einen Strohhalm wegzuschleppen, zehnmal länger als sie selbst und keuchte dabei angestrengt: “Das Leben ist nichts als Arbeit und Mühsal.”
Geschäftig kam gerade eine Biene, schwer beladen mit Nektar und Blütenpollen, von einer bunten Blumenwiese zurück und meinte im Vorbeiflug: “Nein, das Leben ist ein Wechsel von Arbeit und Vergnügen.”  Aufmerksam geworden durch solch weise Reden, streckte auch der Maulwurf seinen Kopf aus der Erde und brummte: “Das Leben? Das Leben ist ein Kampf im Dunkeln!”
Fast wäre es zu einem Streit gekommen, wenn nicht ein leichter Sommerregen eingesetzt hätte, der sanft murmelte: “Das Leben besteht aus Tränen, nichts als Tränen.” Dann zog er weiter zum Meer. Dort brandeten die Wogen, schlugen mit Macht gegen das felsige Ufer und stöhnten: “Das Leben ist ein Ringen um Freiheit.” adler Hoch über der Brandung zog stolz ein Adler seine Kreise. Er rief frohlockend: “Das Leben, das Leben ist ein Streben nach oben.” Nicht weit entfernt vom Ufer stand ein Weidenbaum. Der Sturm hatte ihn schon zur Seite gebogen und mit den Blättern im Wind rauschend raunte er: “Das Leben ist ein Sichneigen unter eine höhere Macht.”

Dann wurde es Nacht. Mit lautlosen Flügelschlägen glitt der Uhu über die Wiese Mann im Grasdem Wald zu und krächzte dabei: “Das Leben heißt: die Gelegenheit nutzen, wenn andere schlafen.” Und schließlich wurde es still in Wald und Wiese. 
Nach einer Weile kam ein Mann auf dem Weg am Waldrand entlang. Müde setzte er sich ins Gras, streckte alle Viere von sich und meinte, erschöpft von Tanz und Trinkgelage: “Das Leben ist eine ständige Suche nach Glück und eine lange Reihe von Enttäuschungen.”

Dann zog die Morgenröte herauf, entfaltete ihre ganze Pracht und sprach: “Wie ich, die Morgenröte, der Beginn eines neuen Tages bin, so ist das Leben der Anbruch der Ewigkeit.”

Dies kleine Märchen zeigt uns ganz bildlich und dabei beispielhaft, wie die Lebenssituation und Perspektive des Betrachters auch sein Bild vom Leben, davon, was das Leben eigentlich ist, grundlegend beeinflussen und prägen. Was ist es denn nun, das Leben? Ist es eine Entwicklung, lauter Freude und Sonnenschein, oder nur Arbeit und Mühsal?  Definiert sich das Leben in einem Wechsel aus Arbeit und Vergnügen? Ist es ein Kampf im Dunkeln, oder besteht es etwa nur aus Tränen, nichts als Tränen? Ein vergebliches Ringen um Freiheit oder ein Streben nach oben? Besteht das Leben etwa daraus, Chancen zu suchen und zu nutzen, wenn alle anderen noch schlafen, oder ist es die vergebliche Suche nach Glück, die in eine nicht enden wollende Kette von Enttäuschungen mündet? Ist das Leben der Anbruch der Ewigkeit? Oder ein wenig von alldem?

Kürzlich las ich den klugen Satz eines Motivationstrainers, der behauptete: “Das Leben ist das, was du daraus machst!” Ist das so? Sind alle Unwägbarkeiten des Lebens, alles äußeren Einflüsse, alle Ereignisse, seien sie tragisch oder auch eher komisch, durch unseren Plan und Willen zu steuern? Ich glaube nicht. Um es mit einem Satz Dietrich Bonhoeffers auszudrücken:

Wirkliche Wahrheit unterscheidet sich von jeder phrasenhaften Wahrhaftigkeit dadurch, dass sie etwas ganz Bestimmtes will, dass etwas geschieht – nämlich dass sie den Menschen löst, frei macht.”

In diesem Sinne ist es für mich nur eine phrasenhafte, oberflächliche und scheinbare Wahrheit zu sagen, Leben sei das, was man daraus mache. So wahrhaftig das auch klingen mag, spottet es doch der Lebenswirklichkeit vieler Millionen Menschen hier und anderswo. Die verlockende Verheißung, dass es nur darauf ankomme, was der Einzelne aus seinem Leben mache, löst die Menschen nicht aus ihrer Situation, von ihren Schwächen und Begrenzungen, äußeren wie inneren. Sie stellt Menschen statt dessen unter Zugzwang, bürdet Ihnen Versagensängste  und Schuldgefühle auf.
Natürlich gehören die Schaffenslust, das Vorwärtsstreben, der Wille etwas zu erreichen zum Leben, genauso wie die Sehnsucht nach Glück, die Freude an Sonnenschein und Regen, Entfaltung und das Streben nach Freiheit. Das Leben selbst sind sie nicht.
Eine lösende, erlösende freimachende Wahrheit ist für mich die Erkenntnis: Das Leben ist ein Geschenk. Das Geschenk eines Größeren als wir Menschen es sind. Dieser Tatsache Rechnung zu tragen, ihr im Leben Raum zu geben und sich auf das Größere, Unvergängliche auszurichten, das bewirkt einen Perspektivenwechsel im Leben, der geprägt ist von Dankbarkeit und von der Fähigkeit im Leben zu erkennen, was wirklich wichtig ist, bedeutsam und von bleibendem Wert.

 

 

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Zeiten der Entspannung, des Spiels und der Muße sind wichtig für ein Leben in Balance, denn wer sein Leben nicht genießen kann, wird auf Dauer auch nicht leistungsfähig sein. Allerdings leben wir in einer Zeit, in der die Übergänge zwischen Berufs- und Privatleben fließend geworden sind. Im 21. Jahrhundert ist immer mehr der Typ des “Lebensunternehmers” gefragt. Das alte, klischeehafte Rollenverständnis “Der Arbeiter arbeitet – und der Chef scheffelt”, ist schon lange aufgeweicht und wird von dem Bild des neuen Selbstständigen verdrängt, für den Persönlichkeitsentwicklung genauso wichtig ist, wie berufliche Qualifizierung und Weiterbildung.
Horst W. Opaschowski schreibt in seinem Büchlein “ Das Moses Prinzip: Die 10 Gebote des 21. Jahrhunderts ”:Moses Prinzip

Jeder ist in Zukunft als Lebensunternehmer gefordert, d.h. der Lebenssinn muss im 21. Jahrhundert neu definiert werden: Leben ist die Lust zu schaffen! Schaffensfreude (und nicht nur bezahlte Arbeitsfreude) umschreibt das künftige Leistungsoptimum von Menschen, die in ihrem Leben weder überfordert noch unterfordert werden wollen.”

Allerdings weist Opaschowski auch darauf hin, dass die Devise Leben ist die Lust zu schaffen, nicht grundsätzlich neu ist. Die italienischen Psychologen  Fausto Massimini und Antonella delle Fave interviewten italienische Bauern in den hochgelegenen Bergtälern der Alpen, die von der industriellen Revolution weitgehend verschont geblieben sind. In ihren Interviews kam zum Ausdruck, wiese_maehendass die Bauern ihre Arbeit nicht von ihrer Freizeit unterscheiden konnten. Bei den Interviewern entstand ein doppelter Eindruck: Die Bauern arbeiten sechszehn Stunden am Tag, oder sie arbeiten überhaupt nicht. Sie melkten Kühe, mähten Wiesen, erzählten ihren Enkeln Geschichten oder spielten Akkordeon für Freunde. Und auf die Frage, was sie denn gern tun würden, wenn sie mehr Zeit für sich zur Verfügung hätten, kam die Antwort: Kühe melken, Wiesen mähen, Geschichten erzählen, Akkordeon spielen. Für ihr ganzes Leben gilt eigentlich nur der Grundsatz: “Ich tue, was ich will".” Das Leben, auch das Arbeitsleben, bot und bietet ständig und gleichermaßen Herausforderungen dafür.

Bei diesen Bergbauern scheinen die Begriffe deckungsgleich zu sein: ihre Lebensleistung ist zugleich auch ihre Lebenslust. Allerdings nicht im Sinne unseres modernen Leistungswahns, der Leistung mit Produktivität gleichsetzt, während er das Gespräch mit Freunden, das Musizieren, Geschichtenerzählen, ja sogar das gemeinsame Essen in der Familie oder im Freundeskreis in den Bereich der “unproduktiven” Freizeit verschiebt.
Mit ein wenig Neid schaut der “moderne Mensch” auf den Zeitwohlstand früherer Kulturen, denen das Wort: “Morgen ist auch noch ein Tag..” noch sehr geläufig war. “Wir haben heute ständig das Gefühl, morgen könnte es bereits zu spät sein.”  schreibt Opaschowski in seinem Buch. Und tatsächlich zieht sich diese Haltung durch unser ganzes Leben. Geschäftliche Termine, die unbedingt eingehalten werden müssen, Fristen, das Rennen mit den Mitbewerbern um den Zuschlag, den ersten Platz, den Gewinn – all das übertragen wir auch auf alle anderen Lebensbereiche: Konsumiere im Augenblick und genieße das Leben jetzt. Wir nutzen die Zeit mehr als wir sie verbringen – im Einklang unseres gesamten Tuns und Seins in allen Bereichen.

Das krampfhafte Bemühen, Leistung und Lust in der Waage zu halten, führt uns zu Burn-out, Erschöpfung und Herzinfarkt auf der einen Seite, und zu zwanghaften Konsum, Genuss und Waage der Kombinationssucht andererseits: das Essengehen mit dem Knüpfen geschäftlicher Verbindungen, das Fernsehen mit dem Zeitunglesen, die Urlaubsreise mit dem Erlernen neuer Sportarten. Die Waage muss unbedingt auf beiden Seiten gleich vollgepackt sein, sonst haben wir zwangsläufig das Gefühl der Unausgewogenheit, des Zukurzgekommenseins auf einer Seite.

Ich denke, der erfolgreiche, neue Typ des Lebensunternehmers sollte Lebenslust und Lebensleistung vereint sehen. Von den italienischen Bergbauern können wir eine andere1294DW02 Art, ein Leben zu bewerten, lernen. Nicht Gegensätze, die gegeneinander aufgewogen werden müssen, sondern ein ganzes Leben, in all seinen Facetten, gilt es zu wiegen. Da empfiehlt sich ein anderer Typ Waage. Eine Waage, die das Gewicht und die Bedeutung eines gesamten Lebens anzeigt. Eines Lebens, in dem Leistung und Lust deckungsgleich sind.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich bei allen Gedanken und Erkenntnissen auch immer einen Bezug zu meinem Glauben herstelle. Bei Dietrich Bonhoeffer habe ich folgenden Satz gefunden:

Gott liebt den Menschen. Gott liebt die Welt. Nicht einen idealen Menschen, sondern den Menschen wie er ist, nicht ein Idealwelt, sondern die wirkliche Welt.

Daran will ich mein “Unternehmen Leben” ausrichten, an der Liebe. Alles mit den Augen der Liebe sehen, aus der Liebe heraus handeln, das hat für mich Gewicht. Ich denke, das ist der Weg zu einem authentischen Leben, in dem Lebenslust und Lebensleistung deckungsgleich werden können, indem sie auf ein übergeordnetes Ziel ausgerichtet sind.

 

 

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In der letzten Zeit ist mir aufgefallen, dass es in meinem Umfeld immer mehr Menschen gibt, bei denen ein Burnout-Syndrom diagnostiziert wird, die unter Erschöpfungszuständen leiden, oder, die über Stress und Überlastung klagen.
Liegt das an unserer hektischen Zeit, die mit ihrem Geschwindigkeitsrausch Menschen ganz einfach überfordert? Liegt es an der Vielfältigkeit unseres modernen Lebens? An den gestiegenen Anforderungen in Beruf und Privatleben? Oder haben wir vielleicht ganz einfach ein paar Grundregeln des Lebens aus den Augen verloren? Kürzlich las ich eine kleine Legende, die über den Apostel Johannes berichtet wird:

Der Apostel Johannes, so die Überlieferung, spielte im Alter gern mit einem zahmen Rebhuhn. Eines Tages besuchte ihn ein Jäger und wunderte sich, dass ein so wichtiger Mann wie ein Kind mit einem Vogel spielte. Der Jäger fragte denJagd_Bogen-2 Apostel: “Du könntest große und wichtige Dinge tun und spielst mit einem Rebhuhn. Warum vertust du die kostbare Zeit mit einem nutzlosen Spiel?” Johannes schaute den Jäger nachdenklich an und fragte zurück: “Weshalb ist der Bogen auf deinem Rücken nicht gespannt?” “Der Bogen würde seine Spannkraft verlieren, wenn er immer gespannt wäre. Wenn ich ihn beim Jagen brauchte und einen Pfeil abschießen wollte, hätte er keine Kraft mehr.” – Johannes antwortete: “Das Leben ist wie ein Bogen. Es kann nicht immer angespannt sein. Sonst würde es seine Kraft verlieren. Jeder Mensch braucht, um seine Spannkraft zu erhalten, die Phasen der Entspannung. Und wenn er dann wieder gefordert ist, hat er die nötige Kraft zum Handeln und Wirken.”

Die Zeit, die wir uns zur Stille und Ruhe, zum Spielen und Feiern nehmen, ist keine verlorene Zeit! Schöpferische Kräfte wachsen aus der Ruhe. Erschöpfungszustände kommen aus Rastlosigkeit und Hetze.

Interessant übrigens, dass die Notwendigkeit zur Entspannung und Ruhe – als Rezept für ein aktives, schöpferisches Leben und die Zufriedenheit – auch schon zu Zeiten der biblischen Psalmendichter bekannt war.

Ihr steht frühmorgens auf und gönnt euch erst spät am Abend Ruhe, um das sauer verdiente Brot zu essen. Doch ohne Gottes Segen ist alles umsonst! Denn Gott gibt denen, die ihn lieben, alles Nötige im Schlaf!
Ich bin zur Ruhe gekommen. Mein Herz ist zufrieden und still. Wie ein Kind in den Armen seiner Mutter, so ruhig und geborgen bin ich bei dir! (Psalmen HfD Übersetzung)

Wusstest du das?

 

Heute las ich eine kleine Geschichte, die mich nachdenklich gemacht hat:
 

pferd

Ein Vater fragte seinen Jungen, was er sich zum Geburtstag wünsche. Spontan antwortete der Sohn: “Ein Pferd!”  Erschrocken fragte der Vater zurück: “Aus Holz?” “Nein!” “Aus Pappe?” “Nein!” “Aus Metall?” “Nein!” Aus Plastik?” “Nein!” “Ja, woraus dann?” Der Junge antwortete energisch: “Aus Pferd!” Das ist wahr, ein echtes Pferd kann nur aus Pferd selber sein. Alles andere wäre billiger Ersatz.

Wenn ich darüber nachdenke was wir uns wünschen, dann glaube ich, den größten Wunsch eines jeden Menschen können wir mit einem Wort ausdrücken: Leben, ganzes, erfülltes Leben! Wenn jemand fragen würde: “Aus Arbeit?” “Nein!” “Aus Erfolg?” “Nein!” “Aus Idealen?” “Nein!” “Ja, woraus dann?” “Aus Leben!”

Leben kann nur aus Leben selber sein!

Blume im WindMein wichtigstes Buch, die Bibel, beschreibt unser Leben so: “ Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Feld.  Wenn der Wind darüber fegt, ist sie spurlos verschwunden, und niemand weiß, wo sie geblüht hat. “ Unsere Lebenszeit ist nur ein kleiner Moment in der Geschichte der gesamten Menschheit und deshalb sollte die Frage erlaubt sein: Woraus besteht es? Aus dem unermüdlichen Streben nach Erfolgen, Geld, Luxus, Karriere, Komfort, Ansehen, Macht und Einfluss? Ist das Leben?

Ich glaube nicht! Jedenfalls kann das doch nicht alles sein. Eben weil es so vergänglich und kurz ist, will das Leben gelebt sein, mit allen Sinnen! In der, von vielen so belächelten und geschmähten, guten alten Bibel gibt es dazu eine ausgezeichnete Empfehlung. Wusstest du das?

“Nimm das Leben als ein Fest: Trag immer frisch gewaschene Kleider und sprenge duftendes Öl auf dein Haar!
Genieße jeden Tag mit der Frau, die du liebst, solange das Leben dauert, das Gott dir unter der Sonne geschenkt hat, dieses vergängliche und vergebliche Leben. Denn das ist der Lohn für die Mühsal und Plage, die du hast unter der Sonne.
Genieße dein Leben, bevor es zu Ende geht, wie eine silberne Schnur zerreißt oder eine goldene Schale zerbricht, wie ein Krug an der Quelle in Scherben geht oder das Schöpfrad zerbrochen in den Brunnen stürzt.
Dann kehrt der Leib zur Erde zurück, aus der er entstanden ist, und der Lebensgeist geht zu Gott, der ihn gegeben hat.”
  (aus Kohelet)

Bei aller Mühe, allem beruflichen Streben, aller Verantwortung im Jetzt und für die Zukunft unserer Kinder, bei aller Anteilnahme für den Armen, den leidenden Mitmenschen, allem Streben nach Frieden und Gerechtigkeit in dieser Welt, gilt es doch nicht aus den Augen zu verlieren das Leben zu leben. Mit Freude, jeden Tag!

 

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 Die geneigten Leser meiner Notizen, die nicht in den Twitterismus involviert sind, mögen mir bitte verzeihen.

Heute ist wieder einmal der, übrigens wöchentlich stattfindende,  ;-) FollowFriday, kurz #FF !

TimelineDaran ist nichts auszusetzen. Im Gegenteil. Für manche hat dieser #FF eine wichtige Funktion. Hier wird man empfohlen und erfährt damit nicht nur Wertschätzung, sondern kann auf diesem Wege auch den einen oder anderen neuen Follower gewinnen. Für Twitterer, die diese Kommunikationsplattform nutzen, um wertvolle berufliche Kontakte zu knüpfen, Erfahrungsaustausch mit Berufskollegen zu betreiben, oder die Twitter als Marketinginstrument einsetzen, ist das eine schätzenswerte Möglichkeit.
Ich habe damit zwei Probleme, die sich in den letzen Wochen herauskristallisiert haben und für die ich noch keine adäquate Lösung gefunden habe.

1. Wen empfehle ich? Ich “folge” zur Zeit (Stand 6.11.09) 447 Menschen bei Twitter, und das täte ich nicht, wenn ihre Tweets mir nicht lesenwert erschienen. Es macht aber keinen Sinn, diese 447 Menschen in unzähligen #FF-Tweets weiter zu empfehlen und damit anderen die “Timeline” voll zu tweeten. Okay, mein Interesse an den Äußerungen derjenigen, denen ich folge, ist in seiner Intensität durchaus abgestuft. Aber selbst wenn ich mich auf meine Favoriten beschränke, wäre ich doch stundenlang nur mit Empfehlungen beschäftigt. Von Massenempfehlungen mit einfach aneinandergereihten Namen halte ich nichts. Die lesen, erfahrungsgemäß, ohnehin vor allem die Empfohlenen selbst.

2. Ich werde empfohlen und das erweist sich mittlerweile als noch größeres Problem. Jeder Follower, der sich mir, aufgrund einer solchen Empfehlung (und das waren heute schon wieder einige) anschließt, ist ein Mensch der für mich sichtbar wird und einen Anspruch darauf hat, dass ich ihn wahrnehme. Schon die Entscheidung, ob ich jemandem “zurückfolge” oder nicht, empfinde ich als einigermaßen schwierig. Natürlich nicht in jedem Fall. Wenn ich mir die Tweets eines “Neufollowers” anschaue und sehe ausnahmslos Werbesprüche und Hinweise auf eigene Websites, den eigenen Onlineshop oder ähnliche Links, dann bin ich nicht interessiert. Aber sobald sich jemand mit persönlichen, humorvollen, nachdenklichen, klugen oder einfach neugierig machenden Äußerungen, als Person sichtbar macht, ist mein Interesse geweckt. Dann setze ich gerne mein “Häkchen” und folge zurück. Und damit bin ich beim Kern meines Problems: Wenn ich jemandem bei Twitter folge, dann hat er, nach meinem Verständnis, auch einen Anspruch auf meine Aufmerksamkeit. Ich weigere mich, Menschen als Zählmaterial anzusehen, das meine Followerzahl prestigeträchtig erhöht.
Vielleicht ist meine Haltung ja ein wenig antiquiert, vorgestrig und nicht dem Web 2.0 Anspruch genügend, aber ich will mich nicht verbiegen. All diese, häufig bei mir einlaufenden, Empfehlungen von Websites, Methoden, Tricks und Ideen, mit denen man angeblich seine Followerzahl in kürzester Zeit um Tausende erhöhen kann, sind mir zutiefst suspekt!
Zu welchem Zweck sollte ich das wollen?
Ich habe viele Jahre, in meinen beruflichen Tätigkeiten als Vertriebsleiter, Geschäftsführer eines Unternehmens mit mehreren hundert Mitarbeitern und später als geschäftsführender Gesellschafter eines schnellwachsenden eigenen Unternehmens, täglich mit Begriffen wie Marktpotenzial, Marktsegmenten, Zielgruppen, Kundenpotenzial, und ähnlichen Worten hantiert. Letztlich waren es aber doch immer Menschen, um die es ging. Sie wurden nur nicht mehr so genannt. Das ist nicht mehr meine Welt und ich will diesem Denken – soweit es mich persönlich betrifft – keinen Raum mehr geben.

Der langen Rede kurzer Sinn: Ich würde fast alle Twitterer, denen ich folge, gerne weiterempfehlen, habe aber noch keinen sinnvollen Weg (der auch eine vernünftige Wirkung zeigen könnte) gefunden. Also bitte nicht sauer sein…

Ich fühle mich geehrt und wertgeschätzt, wenn Menschen anderen Menschen empfehlen, meine Einlassungen zu lesen. Aber aus den genannten Gründen bitte ich, davon Abstand zu nehmen.
Danke für euer Verständnis!

 

 

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Bei Jon Birch habe ich(via Günter J. Matthia) mal wieder ein nachdenkenswertes Bild gefunden. Auch wenn seine erste Adresse die unerschütterlichen “Glaubenshelden” in Kirchen und verschiedenen Denominationen sind, mir scheint der Kreis der Adressaten erweiterbar.

Deshalb hier für alle meine Freunde unter den Möglichkeitsdenkern, den Positivdenkern, den Du-kannst-wenn-du-nur-willst-Aposteln, den Nichts-ist-unmöglich-Strategen und Erfolg-ist-machbar-Verkündern :-)

invisible

Kommt diese Erfahrung irgendjemandem bekannt vor?

 

Mia Bernstein hat mir ihr Buch geschickt. Als ich heute Morgen vom Arztbesuch zurückkam, (in meinem Alter sind Arztbesuche Teil des Rituals) lag es im Briefkasten.
1. Notiz Es gibt offensichtlich Frauen, die ihre Versprechen halten. Selbst wenn sie, wie in meinem Fall, keine Erwartungen daran knüpfen. Ja sogar dann, wenn das Versprechen gar kein “richtiges Versprechen” war. Mehr so ein freundlicher Satz nebenher.
2. Notiz Die Umschlaggestaltung und die Illustrationen von Michaela von Aichberger sind großartig.

Erdbeerflecken

Bevor ich anfange zu lesen, erst einmal hinein schnuppern. Blättern, ein paar Sätze aufnehmen, Inhaltsverzeichnis durchschauen… und dann bin ich plötzlich gefangen.

Vertrauen, so heißt die Überschrift, die mich gefangen nimmt. Das Wort hat eine ungeheuer große Bedeutung für mich und lässt sofort eine ganze Anzahl Assoziationen in mir aufsteigen. Ich lese die Geschichte gleich mehrmals. Schon die ersten Sätze haben es mir angetan:

Vertrauen, Liebe und Bedingungen gehören nicht zusammen. “Ich vertraue Dir, wenn…”, das funktioniert so nicht.

Ist das so? Nachdenken, noch mal lesen, nachdenken, zögerliche Zustimmung und weiterlesen. Ungeheuer dicht sind die Bilder, Stimmungen und Gefühle, die mir aus dem Text entgegenkommen. Vor allem bin ich beeindruckt von der Fähigkeit der Autorin, mit wenigen Worten Bilder aufsteigen zu lassen und dennoch genug Raum für eigene Bilder zu geben.

Der Mond spendete Licht, unsere Schatten spielten miteinander, sichtbare Berührungen.

Könnte ich nur sichtbar machen, was ich beim Lesen dieses Satzes sehe, höre, rieche, fühle…

3. Notiz Keine Notizen mehr! Erdbeerflecken ist kein Buch, das man analysieren, sezieren, wiegen und vermessen sollte. Dieses Buch muss man erfühlen. Dann hinterlässt es Erdbeerflecken auf der Seele.

 

Darauf haben alle Twitteranten gewartet: Die Listen! Ist es nicht so? Endlich haben wir nicht nur privat und ganz für uns verschiedene Schubladen, in die wir unsere Follower einsortieren können. Ginge es nur darum, die Übersichtschubladen über unsere verschiedenen Kontakte zu behalten, dann wären diese Listen ja sicher nicht notwendig. Mit einer Reihe von Apps war das auch bisher schon möglich.
Jetzt findet die Einsortiererei jedoch öffentlich statt, und erschließt vollkommen neue Möglichkeiten der unterschwelligen Kommunikation mit kleinen, unausgesprochenen Botschaften, die – weil für jeden sichtbar- umso lauter tönen.  Nun stehe ich armer Tropf vor der gewaltigen Aufgabe, meine geistigen Schubladen sichtbar zu manifestieren. Das will wohldurchdacht sein…

Im Grunde genommen glaube ich, dass es den meisten meiner Follower vollkommen gleichgültig ist, ob, wo und warum sie bei mir gelistet sind. Aber was, wenn nicht? Fühlt sich Herr B vielleicht benachteiligt, wenn ich Frau A und Herrn C in eine bestimmte Schublade stecke, Herrn B aber nicht? Wird Frau Y vielleicht sogar sauer, wenn sie sich bei mir in einer Schublade zusammen mit Herrn X und dem Marketingneutrum Z wiederfindet? Gewichtige Fragen, die mir den Angstschweiß auf die Stirn treiben. Was tun?
Ich verschaffe mir also zunächst einen Überblick und lasse meinen Blick über die Listen der anderen wandern.

Bei @_raimund gibt es die Schublade “/freunde” und in der finde ich mich wieder, was mich natürlich freut! Sollte ich ebenfalls eine Liste “Freunde” anlegen? Aber wen, um alles in der Welt, könnte ich da hineinstecken, ohne gleich einem Dutzend netter Menschen zu zeigen: “ich mag dich zwar, aber zu meinen Freunden gehörst du deshalb noch lange nicht” ?
Die rätselhafte Schublade @casitadelsol/aufklaerung fällt mir als nächstes ins Auge. Dass @casitadelsol mich in eine ihrer Listen aufnimmt, freut mich natürlich sehr. Wen würde es nicht freuen, von einer bezaubernden Dame wohlwollend erwähnt zu werden? Dennoch ein Rätsel. “Aufklärung”? Gehöre ich zu denen, die noch aufgeklärt werden müssen? Werde ich zu denen gezählt, die, weil klaren Geistes, Aufklärung verbreiten? Oder bedeutet der Aufenthalt in dieser Schublade einfach nur, dass zunächst noch darüber Aufklärungsbedarf besteht, welcher Schublade ich wert bin, bzw. ob überhaupt irgendeiner Schublade?
Fragen über Fragen…

Okay, mancher selbsternannte Webimperator macht es sich recht einfach. @saschalobo zum Beispiel, hat einfach eine Schublade mit “/stark-entfollow-bedrohte” gelabelt und fertig! Zur Zeit ist diese Liste noch leer, aber sie steht – als sichtbare Drohung – weithin leuchtend im öffentlichen Webraum und signalisiert jedem klar und deutlich: “Vorsichtig Freundchen, ich bin der Herrscher über deinen Listenstatus und du legst dich besser nicht mit mir an!”
Hmpfff… nicht unbedingt mein Stil, aber klar und deutlich. Wahrscheinlich nennt er das Humor. Ein Art Humor, die sich mir allerdings nicht so ganz erschließt.
Einige der Listen entlocken mir ein albernes Kichern, erinnern sie mich doch an meine Schulzeit vor vielen Jahrzehnten, als wir noch, verlegen grinsend, dem oder der “Angebeteten” auf dem Pausenhof kleine Zettelchen zusteckten. Da hat z.B. “Herr F” eine Schublade eigens für “Frau B” kreiert und sendet damit eine Botschaft aus, die ihn für mich sehr direkt in die Nähe einer bestimmten “Verdachtsliste” bringt..

Listen über Listen, Schubladen soweit das Auge reicht. Von “/interessanteLeute” über “/fun” bis zu “/toll-und-so” reichen die Etiketten der Listen und zeigen, ganz nebenbei, das Maß der Kreativität ihrer Schöpfer. Mein persönlicher Ironie- und Zynismusfavorit @OliverKukulka beschränkt sich, in seiner Eigenschaft als professioneller Redundanzeliminator, auf die Schublade “@OliverKukulka/die-liste” und aus die Maus!
Je tiefer ich in das Schubladenuniversum vordringe, um so größer wird die Gewissheit, dass Kreativität und Sprachwitz allein nicht ausreichen, um einen Twitterschubladenschrank mit den richtigen Etiketten zu versehen. Vielmehr sind Strategie, Planung, taktisches Geschick und eine Menge an Hobbypsychologenerkenntnissen gefragt. Mit Spannung erwarte ich nun die ersten Werbetweets der, wie Pilze aus dem feuchten Herbstboden schiessenden, Twitterspezialisten mit dem allfälligen Titel: “So planen Sie ihre Twitterlisten erfolgreich: http://www.*****” oder “Zehn Strategien zum erfolgreichen Twitterlistenmarketing…”, während die berufsmäßigen Bedenkenträger sich ausgiebig über “Frisch gebloggt: Political Correctness beim Listendesign.. “ auslassen werden. Natürlich werden sich auch die “Personaler” zu Wort melden mit tiefschürfenden Beiträgen wie z.B., “Listen die ihrer Karriere förderlich sind..” oder “In diesen Listen sollte sie ihr Chef nicht erwischen! Die 20 NoGo-Listen von Bild.de:…”

Mein vorläufiges Fazit: Mit diesen Listen hat Twitter ein schlagkräftiges Instrument der kollektiven Zeitverschwendung in die Welt gesetzt. Und ich nutze es… Den ohnehin zahlreichen offenen Fragen des Lebens wird außerdem nun noch eine wichtige hinzugefügt: In welchen Schubladen bin ich nicht und warum nicht, bzw., wie komme ich da rein?

 

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“Es war einmal ein Prinz, weit drüben im Märchenlande. Weil der nur ein Träumer war, liebte er es sehr, auf einer Wiese nahe dem Schlosse zu liegen neuschwansteinund träumend in den blauen Himmel zu starren. Denn auf dieser Wiese blühten die Blumen größer und schöner als sonstwo. Und der Prinz träumte von weißen Schlössern mit hohen Spiegelfenstern und leuchtenden Söllern.
Es geschah aber, dass der alte König starb. Nun wurde der Prinz sein Nachfolger. Und der neue König stand nun oft auf den Söllern seines weißen Schlosses mit den hohen Spiegelfenstern. Und er träumte von einer kleinen Wiese, wo die Blumen größer und schöner blühten als sonstwo.”

Dieses Märchen von Berthold Brecht erinnert uns daran, dass wir das Glück immer dort vermuten, wo wir nicht sind. Immer das, was andere haben oder woanders ist, an anderen Orten, mit anderen Menschen, in einem anderen Beruf oder einem anderen Land, wäre das Glück.
So sind wir mehr vom Fehlenden bestimmt als von dem Vorhandenen erfüllt. Die Macht des Fehlenden gewinnt über uns eine traurige Gewalt. Wir übersehen das Glück, das wir haben, indem wir von dem Glück träumen, das woanders wohnt. So betrügen wir uns selbst um ein fröhliches und dankbares Leben. Lassen wir uns von der Macht des Fehlenden erlösen und zu einem Blick für das Vorhandene befreien.

 

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Autor und Reporter für verschiedene Publikationen. Lieblingszitat: Wir müssen lernen, die Menschen weniger auf das, was sie tun und unterlassen, als auf das, was sie erleiden, anzusehen. (Dietrich Bonhoeffer)

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