Texte

Mit voller Wucht gegen das Unmenschliche

Die Überläuferin

Die offensichtlichste Quellen für Vorurteile [1] und Aggressionen [2] entstehen, durch zunehmende Konkurrenz. Knappe Ressourcen führen nach der Theorie des realistischen Gruppenkonflikts zu Vorurteilen und Diskriminierung [3,4,5].

Die Lage in Flüchtlingslagern ist eine humane Katastrophe. Der Vorfall, dass in Moria das Lager abgebrannt ist, sollte von der Polizei untersucht werden und wir sollten uns nicht vor den Karren spannen lassen, welche die Hetzer bestellen. Natürlich sollen Menschen nicht für Straftaten belohnt werden, aber jetzt eine Kollektivstrafe zu verhängen, wo noch nicht einmal die genaue Brandursache gefunden ist [6], lässt sich nicht rechtfertigen.

Bevor wieder die Mäuler zerrissen, werden, dass ich ein linksgrün versiffter Gutmensch bin, der von Realpolitik nichts versteht, sollten wir uns zunächst zwei Fragen stellen. In was für einer Welt leben wir eigentlich, dass ein Gutmensch eine Beschimpfung ist? Natürlich kann Deutschland nicht allein die Probleme der Welt lösen. Doch wir sollten uns die Ursache für die Fluchten…

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Corona und dann?

Achtung - Coronavirus

Während das gesamte Ausmaß der Corona Krise noch nicht abzusehen ist, empfiehlt es sich dennoch oder gerade jetzt, über die Welt nach dieser Epidemie und über die Folgen der Krise nachzudenken. So wie die Regierung bereits jetzt Finanzhilfen in großem Umfang plant und ankündigt und versucht einen Neustart für Wirtschaft und Konjunktur zu planen, ist es notwendig und klug, konkret darüber nachzudenken und zu reden, welche Möglichkeiten diese kollektive Zwangspause unserer Gesellschaft und weltweit bietet, um grundsätzlich umzulenken und andere Wege einzuschlagen.

Dazu gehört eine Bestandsaufnahme, die aufgrund der unablässigen Nachrichtenupdates, Liveticker und Eilmeldungen nicht ganz leicht ist. Sich gedanklich vom Augenblick und seinen Erfodernissen zu lösen, ist nicht einfach und doch dringend notwendig. Ein Blick auf das Ganze, auf Deutschland, auf Europa und die gesamte Welt, wenn er denn zu Erkenntnissen über die gesellschaftliche Zukunft führen soll, setzt die Anerkennung der Tatsache voraus, dass nichts mehr losgelöst aus dem Gesamtzusammenhang gesehen und gedacht werden kann.

Wer am Ende auf jeden Fall Verlierer sein wird, steht schon fest

Dass in Deutschland Obdachlose, Hartz IV Empfänger, Rentner mit Grundsicherung zu den Verlierern jeder Krise gehören ist bekannt und kann nicht übersehen, sondern nur willentlich geleugnet werden. Dass in Europa die Wahrscheinlichkeit an einer Covid-19 Infektion zu sterben um so gößer wird, je schlechter das Gesundheitssystem des Landes entwickelt und finanziell ausgestattet ist, wird ernsthaft niemand infrage stellen. Welche Folgen es weltweit haben wird und wieviel Menschenleben es kosten wird, wenn sich in Ländern, in denen es weder ein funktionierendes, flächendeckendes Gesundheitssystem, noch die staatliche Finanzkraft gibt, um dieser Epidemie etwas entgegenzusetzen, mag man sich gar nicht ausmalen. Kriegsgebiete, Hungerregionen und Länder, die von ohnehin bedrohlicher Trockenheit und damit Wassermangel betroffen sind, haben ncht den Hauch einer Chance, sich gegen diese Pandemie zu wehren. Auf jeder Ebene, regional, national und international ist solidarisches Handeln ein absolutes Muss.

Corona setzt keine anderen Krisen außer Kraft

Chinesische und kubanische Pflegekräfte und Ärzte in Italien französische Kranke in deutschen, luxemburgischen und belgischen Kliniken, Nachbarschaftshilfsangebote in vielen Gemeinden, Städten und Regionen, russische Hilfslieferungen mit medizinischem Gerät und Material, amerikanische Hilfsangebote an den Iran, diese Beispiele zeigen, dass es zumindest im akuten Bedrohungsfall durchaus noch Mitmenschlichkeit und solidarisches Handeln gibt. Jedenfalls, wenn man, z.B., nicht gerade Einwohner Ostafrikas oder des Jemen ist. Die Pandemie setzt die anderen Krisen nicht außer Kraft. Selbstverständlich stellt sich die Frage, was davon bleiben wird, wenn diese Pademie eingedämmt ist und die Möglichkeit für die Rückkehr zum “normalen Leben” in greifbare Nähe gerückt ist. Haben wir die Kraft und den Willen, nicht einfach zu einem “weiter so” zurückzukehren, mit den fast unbegrenzt in Aussicht gestellten staatlichen Hilfen und Programmen die Wirtschaft wieder anzukurbeln und wieder mit dem Feilschen um Klimarettungsmaßnahmen zu beginnen?

Die Erfahrungen nach dem ersten und dem zweiten Weltkrieg, nach Finanzkrisen und dem millionenfachen Versprechen, Faschismus und Rassismus nie wieder eine Chance zu geben zeigen, dass unsere Vergesslichkeit mit wachsendem zeitlichen Abstand von der Katastrophe sehr schnell zunimmt.

Wir hätten die Möglichkeit, einen ganz anderen Neuanfang zu wagen. Angefangen bei Greenpeace, die gerade ganz aktuell darauf hinweisen, dass staatliche Förder- und Hilfsprogramme jetzt dazu geeignet wären, unsere gesamte Wirtschaftspolitik in eine umwelt- und klimafreundliche Richtung zu lenken, über viele weitere Organisationen, Wissenschaftler und Institutionen weltweit, gibt es genügend Mahnungen, Vorschläge und überdenkenswerte Programme, wie das zu bewerkstelligen wäre. Wenn schon die Weltwirtschaft und die Wirtschaftsleistung jeder einzelnen Volkswirtschaft einen enormen Einbruch erlebt, wenn schon unüberschaubare Verluste  Aktienmärkten und Finanzwesen auf eine beispiellose Talfahrt geschickt haben, warum dann so weiter machen wie bisher?
Ich bin überzeugt davon, dass jetzt der Zeitpunkt ist, einen Richtungswechsel zu vollziehen, wie er in “normalen Zeiten” nicht denkbar und möglich wäre.

Ein grundsätzlicher Systemwechsel ist unabdingbar

Der bedrohliche Klimawandel und die fortschreitende Umweltverschmutzung, der unverantwortliche Recourcenverbrauch und die rasende Vernichtung der Artenvielfalt allein wären schon Anlaß genug, für eine radikale Abkehr vom bisherigen selbstmörderischen Wachstumskurs. Die derzeitige Krise rückt aber noch eine andere brandaktuelle Frage in den Fokus, die wir immer wieder gern verdrängen, die Frage sozialer Gerechtigkeit. Wird irgendwo auf der Welt ein Reicher oder Mächtiger sterben müssen, weil nicht genug Beatmungsgeräte da sind?
Oder, weil Medikamente nicht bezahlt oder überhaupt importiert werden können? Werden es Reiche und Mächtige sein, die Angst vor weiterer Ausbreitung des Virus haben müssen, weil Impfstoffe unerschwinglich sein werden? Macht, Einfluss und Wohlstand definieren und entscheiden, wer wirtschaftlich ruiniert sein wird und wer nicht, wer die nötige medizinische Versorgung und Pflege bekommt oder nicht, wer durch das Virus zu Leiden und Tod verurteilt wird und wer davon kommt.

Umwelt, Klima und Gerechtigkeit sind in unserer einen Welt miteinander verwoben und alle Mißstände in diesen Bereichen, lassen sich auf eine einzige Ursache, auf ein Grundübel zurückführen.
Erst unlängst (Juni 2019) hat Jürgen Habermas in einem Vortrag kurz nach seinem 90. Geburtstag, über das Verhältnis von Moralität und Sittlichkeit konstatiert, dass die politischen Eliten den Mut zur gestaltenden Politik verloren haben. Habermas, der in seinen Gedanken den Bogen zwischen Kant und Hegel spannt, um letztlich bei Marx zu landen, zieht eine düstere Zukunftsprognose.
Denn die soziale Macht derer, die über die Produktionsmittel verfügen, hat sich auf intransparente Weise in die Gesellschaft eingenistet und übt eine sich selbst verbergende Herrschaft aus, indem sie das freie Flottieren guter Gründe einschränkt und auf diese unauffällige Weise die politisch handelnden Subjekte am Gebrauch ihrer vernünftigen Freiheit hemmt. Bis heute stelle sich die Frage, wie eine „Politik der Krisenvermeidung“,
die für „ausreichend Verwertungsbedingungen des Kapitals sorgt“, zugleich einer „moralisch gehaltvollen Verfassung“ und dem sozialen Zusammenhalt „alias Sittlichkeit“ gerecht werden könne. Sie kann es nicht, wird es auch in Zukunft nicht können.

Wenn nach dieser Krise ein sinnvoller Neuanfang gemacht werden soll, bedarf es einer radikalen Abkehr von der Illusion, die Zukunft ließe sich an der Frankfurter Börse oder an der Wallstreet ändern und mit Hoffnung für alle Menschen und unseren Planeten ausgestalten. Gebraucht würde eine Revolution aber mit etwas Glück wird es eine Kurskorrektur in kleinen Schritten. Darin liegt eine große Gefahr. Zeit um etwas Entscheidendes zu bewegen und zu ändern, ist nur noch sehr begrenzt vorhanden. Die Gestaltung des “danach” muss deshalb jetzt beginnen.

 

(Sec)
Foto:Thommy Weiss  / pixelio.de

You say

Ich bekämpfe immer wieder Stimmen in meinem Kopf,
die sagen, dass ich nicht genug bin
Jede einzelne Lüge die mir sagt, ich werde es nie sein
Bin ich mehr als nur die Summe jedes Hochs und jedes Tiefs?
Erinnere mich noch einmal daran wer ich bin, denn ich muss es wissen

Du sagst, ich werde geliebt
Wenn ich nichts fühlen kann
Du sagst, ich bin stark
Wenn ich denke, ich bin schwach
Du sagst, ich werde gehalten
Wenn ich zu kurz komme
Wenn ich nicht hingehöre
Du sagst ich bin dein
Und ich glaube
Ich glaube
Was du über mich sagst
Ich glaube

Das einzige, was jetzt zählt, ist alles, was du von mir denkst
In Dir finde ich meinen Wert, in Dir finde ich meine Identität

Du sagst, ich werde geliebt
Wenn ich nichts fühlen kann
Du sagst, ich bin stark
Wenn ich denke, ich bin schwach
Du sagst, ich werde festgehalten
Wenn ich zu kurz komme
Wenn ich nicht hingehöre
Du sagst ich bin dein
Und ich glaube
Ich glaube
Was du über mich sagst
Ich glaube

Nimm alles was ich habe ich lege es dir zu Füßen
Dir gehört jedes Versagen, Gott, und auch jeder Sieg

Du sagst, ich werde geliebt
Wenn ich nichts fühlen kann…

Hafenstraße

Sec's Club

Hafenstr

Eine endlos scheinende Kette von Worten und Sätzen zieht er mit Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger aus seinem Mund, diese Wortzange nur kurz auflösend, um mit der flachen Hand durch wedelnde, wischende Bewegungen den Wortschwall vor seinem Mund für seine Zuhörer zu verteilen. Dies typisch gestenreiche Reden, Diskutieren und Erzählen kenne ich gleichermaßen von Bekannten und Freunden türkischer, nordafrikanischer und arabischer Herkunft.

Er trägt ein verwegen um den Kopf geschlungenes Tuch in militärisch korrektem olivgrün, unter dem allerdings an den Seiten Büschel seines üppigen, mit grauen Strähnen durchzogenen Haarschopfes hervorquellen.
Die drei Zuhörer an seinem kleinen Tisch unter der Markise der Ümit Bäckerei sind denn auch in seinen Bann gezogen und unterbrechen seinen Redefluss nur selten, dann aber mit ähnlicher Gestik und Leidenschaft.

Die Nachmittagssonne wärmt rasch und gründlich Luft und Boden wieder auf, die nach einem kurzen Regenschauer ein wenig abgekühlt sind.
Ich kann mir in diesem Moment keinen Ort…

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Die Zukunft vorhersagen

Ein paar erstaunliche Dinge habe ich in diesem Jahr gelernt. Wussten Sie, dass Schimpansen zu einer vielfach größeren Kurzzeit – Gedächtnisleistung fähig sind, als wir Menschen? Einer der führenden Primatenforscher aus Japan hat das in langjährigen Forschungen anhand erstaunlicher Experimente bewiesen. Seine These ist übrigens, dass wir Menschen diese Fähigkeit mit dem Erwerb der Sprache und der Fähigkeit zum kognitiven Austausch verloren haben. (Ein interessantes Video dazu findet sich hier!)

Energie und Information, sind die Bausteine des Universums und Hans Peter Dürr formulierte so treffend: „Wirklichkeit ist im Grunde Potentialität, nicht Realität.“ Das bringt den nachdenklichen Interessenten irgendwann zu der Frage, was es mit unserem Bewusstsein und unserer Wahrnehmung der Wirklichkeit denn auf sich hat. Die Hirnforschung bestätigt uns, dass jeder von uns seine eigene Vorstellung von der Wirklichkeit hat, obwohl wir durch unsere Sinnesorgane doch ein und dieselben Informationen erhalten. Wir können aus dem, was wir beobachten, auf das schließen, was als Nächstes oder in überschaubarer Zukunft passieren wird, wobei wir auch in diesem Fall zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen und Erwartungen kommen. Grundsätzlich war und ist diese Fähigkeit allerdings für unser Überleben von immenser Bedeutung.

In seinem Buch „Unser mathematisches Universum“ schreibt der Kosmologe und Wissenschaftsphilosoph Max Tegmark, dass einer der Hauptzwecke der Wissenschaft und in der Tat auch einer der Hauptzwecke, ein Gehirn zu haben, die Vorhersage unserer Zukunft sei.
Unsere Wirklichkeit, so weist er in diesem interessanten Buch nach, kann eine mathematische Struktur sein, die Raum, Zeit, Materie und sogar uns selbst enthalten kann. Er folgert daraus, dass wir, zumindest im Prinzip, imstande sein könnten, durch Analyse von Beobachtermomenten Vorhersagen über unsere Zukunft machen könnten.

Nun, im Prinzip tun wir das ja auch, nur wählt unser Gehirn nicht den Weg über komplizierte, mathematische Berechnungen. Wenn ein Basketballspieler den Ball in Richtung Korb wirft, dann weiß er, dass der Ball den Weg einer Parabel nehmen wird und intuitiv kann er bestimmen, wieviel Kraft er mit seinem Arm auf den Ball ausüben muss und welchen Bogen sein Arm beim Wurf beschreiben muss, damit der Ball in den Korb trifft. All das könnten wir auch berechnen, aber offensichtlich hat unser Gehirn einen Weg gefunden, in Echtzeit den Istzustand mit Erfahrungswerten abzugleichen um das gewünschte Ergebnis herbeizuführen.

Für die prinzipiell mögliche Vorhersage unserer Zukunft allgemein hat unser Gehirn keine so geniale Abkürzung gefunden und eine entsprechende mathematische Berechnung liegt vollkommen außerhalb unserer Möglichkeiten. Dabei wäre es doch gerade am Ende eines Jahres überaus wünschenswert, einen realistischen Blick in das tun zu können, was das Leben im nächsten Jahr für uns bereit hält. Ein paar Dinge können wir natürlich schon vorhersagen und planen. Der Schimpanse weiß z.B., dass nach jedem erfolgreichen Durchlauf eines Gedächtnisexperimentes – das wir Menschen übrigens nicht einmal ansatzweise bewältigen könnten – aus einer Klappe ein Nahrungshappen in eine Auswurföffnung fällt, wo er ihn entnehmen kann. Etwas mehr ist uns Menschen dann doch möglich. Urlaub, Geburten, Festtage, Beförderungen, Jobwechsel, sehr vieles lässt sich planen und voraussehen.
Allerdings können wir nur solche Fixpunkte und Highlights mit halbwegs akzeptabler Wahrscheinlichkeit voraussehen. Ob der Lieblingsbäcker am 2. Januar morgens um 10:00 Uhr noch Sesambrötchen haben wird, können wir genauso wenig mit Bestimmtheit sagen, wie wir voraussehen können, ob an der Einmündung zur größeren stark befahrenen Straße, jeder immer die Vorfahrt beachten wird, ob wir gesund bleiben, unseren Job definitiv behalten werden oder unsere Partnerschaft auch im kommenden Jahr Dick und Dünn aushalten wird.

Wenn, wie Tegmark es ausdrückt, der Hauptzweck unseres Gehirns darin liegt, die Zukunft vorhersagen zu können, dann jedenfalls auf eine sehr eingeschränkte Weise. Natürlich ist es überlebensnotwendig in jedem Moment voraussehen zu können, welche Ereignisse unsere Handlungen unmittelbar zur Folge haben werden, um nicht schon an der nächsten roten Ampel getötet zu werden. Aber das ist keine sehr große Zeitspanne und es wäre doch eine feine Sache, ein wenig weiter sehen zu können.
So bleibt uns nur die Möglichkeit zu nehmen, was kommt und wie es kommt. Wir sind gezwungen, auf alles gefasst zu sein und doch nichts definitiv erwarten zu können. Diese eingebaute grundlegende Unsicherheit des menschlichen Lebens, verstehen wir hervorragend zu verdrängen und zu übertünchen.
Im Grunde ist diese Unsicherheit allerdings auch nur dann von Bedeutung, wenn wir auf uns allein gestellt sind und unsere Existenz einer von unzähligen Zufällen im Laufe der Entstehung des Universums ist.
Ob die Zeit nun fließt oder nicht, ob sie eine Illusion ist oder einfach nur ein Hilfskonstrukt, dass uns ermöglicht zu leben und zu erleben, verliert seine Relevanz angesichts der Tatsache, dass es einen Ursprung, einen Schöpfer und Erhalter all dessen gibt, was ist. Für ihn sind Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft überschaubar und wer sich ihm anvertraut, dem gibt er die Gewissheit, dass am Ende alles gut sein wird. Im Vertrauen darauf, lässt sich auch 2019 mit froher Erwartung angehen, wie all die Jahre zuvor.
Diese frohe Erwartung voller Gelassenheit und doch auch voller Hoffnung, wünsche ich allen meinen Lesern.

Just a dream

Sec's Club

Manche Gedanken und Empfindungen verlangen zwingend danach, in einem Song hörbar gemacht zu werden. Hier einer meiner Songtexte, der noch auf eine Melodie wartet.

Profil Atlantik

Just like a dream

1 Went out for a walk this morning
hoping to meet an early bird
I came across an old man
wearing a long white skirt
He smiled at me and disapeared
just like a dream
just like a dream

2 Entered a shop at the corner
wanting to buy some cigarettes
But when I searched my pockets
I found no money left
The smell of smoke vanished away
just like a dream
just like a dream

Ref. Can you tell a dream from reallity
do you know what’s real and what’s fantasy
Life’s but a dream so you better dream wild
it’s running out fast and soon you’ll know
it was nothing but a dream

3 Talked to a woman at the…

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Mein Freund Piet und die Sache mit dem Kind

96661_original_R_by_R. B._pixelio.deIn der letzten Zeit habe ich meinen Freund Piet kaum noch gesehen. Unsere regelmäßigen Versuche, an seinem Küchentisch bei einem Glas trockenem Roten die Welt zu ordnen, sind seltener geworden. Das liegt sicher auch an der Jahreszeit. Bei schönem Wetter, auf dem Rückweg von einem ausgedehnten Hundespaziergang, einen kleinen Abstecher zu Piets Haus zu machen, ist etwas anderes, als bei Dauerregen mit einem nassen, schlammbespritzten Hund Piets Küche zu stürmen und seiner Frau Adelgunde blankes Entsetzen ins Gesicht zu malen. Vor Weihnachten musste aber doch nochmal ein Treffen sein, als Jahresabschluss sozusagen.

Um den Haussegen bei Piet nicht nachhaltig zu beeinträchtigen, haben wir kurzerhand die Regeln geändert. Anstelle der Küche wurde Piets Werkstattschuppen unser Treffpunkt. Da steht zwar keine gemütliche Eckbank, aber eine Werkbank, auf der zwei junggebliebene Rentner durchaus auch mal sitzen können. Der gemütlich bullernde Holzofen wurde durch einen Propangasheizstrahler ersetzt und statt eines trockenen Rotweines, schienen uns ein paar Flaschen friesisch herben Gerstensaftes dem Ambiente angemessen. Unser Hund Choppie wäre zwar lieber weiter im strömenden Regen über Piets Obstwiese getollt, aber mit einem Platz vor der Werkbank war er dann auch zufrieden.

Plopp, Plopp! Das war zunächst alles, was anstand, gefolgt von dem klirrenden Geräusch zweier aneinander gestoßener Flaschen und einem lauten „Prost!“ aus zwei durstigen Männerkehlen. Dem obligatorischen „Ahhh“ folgte dann ein zweistimmiges Lachen.

Wie früher,“ sagte Piet grinsend, „als wir noch nicht so seriös und von staatstragendem Ernst befallen waren.“

Jo!“ konnte ich da nur antworten, „Früher waren wir sicher beide viel lockerer, aber früher war eben alles auch viel früher.“

Und?“ fragte Piet, „Alles vorbereitet und die Geschenke verpackt, für den Kindergeburtstag?“

Kindergeburtstag? Einen Moment stutzte ich, was Piet mir wohl angesehen haben muss. Er hob die Hand, wie er es immer dann tut, wenn er etwas Wichtiges sagen will.

Ja, Kindergeburtstag. Schau mich nicht so entgeistert an, es ist doch nichts anderes.

Wie verrückt strömen Männlein und Weiblein wochenlang ist die Geschäfte und Kaufhäuser, gucken hier, schauen da, wühlen auf Tischen und in Regalen. Kühlschränke und Kammern werden vollgepackt. Es wird gekocht und gebacken, was Herd und Ofen zu leisten vermögen. Dann wird gefeiert! Mit Fressen, als ob es nie wieder etwas gäbe, die Tische beladen, dass sich die Platten biegen. Mit Punsch, Wein, Bier und Schnaps, geheuchelter Freundlichkeit und manch handfestem Streit. Und warum das alles? Weil vor ungefähr 2.000 Jahren irgendwo ein Kind geboren wurde. Ich könnte auf all das gerne verzichten.“

Nach dieser Ansprache brauchten wir beide erst nochmal ein weiteres Plopp. Nach einem tiefen Zug aus unseren Flaschen wagte ich einen vorsichtigen Einwand.

Schau Piet,“ sagte ich zögernd, „dieser Kindergeburtstag, wie du es nennst, hat aber doch für Millionen Christen eine tiefe Bedeutung. Sie feiern die Geburt Jesu als Versöhnungsangebot Gottes mit dem er ihnen nicht nur die Hand entgegengestreckt hat, sondern gleich selbst gekommen ist.“

Ein bitteres Lachen war Piets Antwort und dann legte er richtig los.

Versöhnungsangebot? Was für ein Hohn! Wenn der da oben uns Menschen geschaffen hat, dann muss ihm doch bewusst gewesen sein, was für Monster er da ins Leben gerufen hat. Hass, Neid und Gier, Gedankenlosigkeit, Gewalt mit Worten und Taten, das ist es, womit seine Geschöpfe die Welt überziehen. Millionenfach lassen Zeitschaltuhren elektrische Kerzen aufleuchten, blinkende Lämpchen machen Gärten und Bäume zu flimmernden Wohlstandssymbolen und während andernorts gehungert, gefroren und gestorben wird, muss hier die Müllabfuhr Sonderschichten einlegen um den Verpackungsmüll von all den – meist überflüssigen – Geschenken zu entsorgen. Was der da oben ins Leben gerufen hat, macht es mir wahrhaftig schwer, mich mit dem Gedanken an eine Versöhnung anzufreunden. Frankenstein hätte ich mir auch nicht als meinen Freund ausgewählt. Dass er angeblich vor 2.000 Jahren als Kind dann selbst auf die Welt gekommen ist, um alles wieder zu richten, mag manch rührseligem Zeitgenossen zwar eine Feier wert sein, aber mir ist gewiss nicht danach. Wenn es für mich etwas zu feiern gäbe, dann eher den Jesus, der auf dem Berg diese ernsten Worte gesprochen hat.“
Nun wurde Piet wieder etwas ruhiger und begann mit ernstem Gesicht zu zitieren:

Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.
Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
Selig sind die Friedfertigen;
denn sie werden Gottes Kinder heißen.“

Mir verschlug es erst einmal die Sprache. Das hatte ich von Piet nicht erwartet. Ich hatte ihn als jemanden kennengelernt, der die Sache mit Gott und vor allem mit der Kirche seiner Frau überließ, während er selbst lieber zu Jagd ging oder allenfalls bereit war, mal mit seiner Bläsergruppe eine kirchliche Veranstaltung zu bereichern. Ich muss wohl wieder sehr verdutzt aus der Wäsche geschaut haben, denn Piet sah mich nun lächelnd an.

Es ist zwar schon viele Jahrzehnte her, aber auch ich war mal im Konfirmandenunterricht. Im Gegensatz zu den heutigen Konfirmanden mussten wir auswendig lernen, jede Menge Bibelverse und Abschnitte aus dem Katechismus. Davon ist schon noch ein wenig hängen geblieben.
Aber mal ganz im Ernst, die schöne Geschichte von Ochs und Esel, vom Stall, von einer Futterkrippe und von Hirten kann doch nicht im Ernst Gottes Lösungsvorschlag für die Misere sein, die er selbst angerichtet hat. Erst erschafft er ein Lebewesen, dass grausamer sein kann, als alles, was die Natur sonst so zu bieten hat, und dann schickt er ein Kind, um alles zu richten?

Nein, nein, mein Lieber. Der Jesus, der die Händler und Wechsler aus dem Tempel geworfen hat, der gesagt hat, er sei gekommen, um das Schwert zu bringen und der auf dem Berg die Sanftmütigen und Friedfertigen zum Ziel menschlicher Entwicklung erklärt hat, mit dem könnte ich mich anfreunden. Der hätte es von Anfang an sein müssen. Leider ist all das ohne Konsequenzen geblieben. Schau dir die Welt an und du weißt, dass nicht besser, sondern alles schlimmer geworden ist. Einen Feldherrn hätte es gebraucht, der mit aller Macht dafür hätte sorgen können, dass diese verkorkste Welt in Ordnung kommt.“

Jetzt war ich gehörig in der Klemme. All die frommen Erklärungen, dass Gott dem Menschen einen freien Willen gab und es die ureigene Entscheidung eines jeden Menschen ist, nach dem Guten zu streben oder dem Bösen Raum zu geben, dass erzwungene Friedfertigkeit nicht den Hass aus den Herzen entfernt, dass verordnete Sanftmütigkeit nicht zornige Gedanken verhindert und das gesetzlich vorgeschriebene Barmherzigkeit so wie die Einkommensteuer wäre, die jeder zwar zahlt, aber mit Zähneknischen und so wenig wie möglich, all das würde Piet nicht sehr beeindrucken, das war mir klar. Ein paar Minuten lang herrschte Schweigen in Piets Werkstattschuppen.

Nach einer Weile sagte ich dann leise: „Ich gebe zu, mein lieber Freund, für manches habe ich keine Erklärung und manche Frage werden wir wohl nie beantworten können, aber ich glaube, es musste ein Kind sein.“

Das musst du mir schon erklären.“ war Piets Antwort, „Und komm mir nicht mit irgendwelchen Prophezeihungen aus dem alten Testament. Geschichten werden nicht dadurch glaubwürdiger, dass sie als Beweis für sich selbst herangezogen werden.“

Nein, Piet, daran dachte ich gar nicht. Aber stell dir nur mal vor, jemand käme mit Pauken und Trompeten begleitet aus dem Himmel herab und würde dir mit erhobenem Finger sagen, was du alles falsch machst und dir erklären, wie du es künftig zu machen hast. Ich jedenfalls wäre nicht sonderlich erfreut. Wahrscheinlich würde ich demjenigen sagen, dass er keine Ahnung hat, wie es ist, in meiner Haut zu stecken. Ich würde ihm wohl empfehlen, doch erst einmal eine Weile in meinen Schuhen zu laufen, zu schwitzen, Sorge um den Arbeitsplatz zu haben, Ärger mit den Nachbarn zu haben, einsame Nächte zu durchleben, zu frieren, Hunger zu haben, mit der Sorge zu leben, dass vielleicht irgendein Wahnsinniger den nächsten großen Krieg anzettelt, Ungerechtigkeiten zu ertragen, Ablehnung und Spott einzustecken und sich in einer rauen Welt behaupten zu müssen, dann könne er nochmal mit seinen klugen Sprüchen vorbeikommen.

So war das aber nicht.

Du magst vielleicht nicht daran glauben, dass uns in Jesus Gott selbst entgegengekommen ist, aber wenn es ihn gab, dann wirst du mir sicher zustimmen, dass ihm nichts Menschliches fremd geblieben ist. Die Ängste eines Säuglings, verlassen zu werden, jedesmal, wenn die Mutter aus dem Blickfeld verschwindet, vollgepieselte Windeln, Hunger, Streit mit anderen Kindern, die Mühsal von Schule und Lernen, den Hammer auf dem Daumen in der Zimmermannslehre bei seinem Vater, Spott, Ablehnung, Schmerz, Gefangenschaft, die Versuchung und Verlockungen von Besitz und dem Wunsch nach mehr, Folter, Einsamkeit, all das war ihm vertraut, er kannte und verstand es. Und trotzdem hat er diese Worte der Bergpredigt gesprochen, die dich so beeindruckt haben. Ich sag es mal so, er war einer von uns und hat uns gezeigt, dass es auch anders geht, hat uns vorgelebt, wie Sanftmut und Barmherzigkeit, Liebe und Mitmenschlichkeit funktionieren.“

Nun ja…“ sagte Piet etwas zögerlich, „So kann man es wohl auch sehen. Aber bevor du jetzt ‚Ihr Kinderlein kommet‘ anstimmst oder mir gar noch mit Karfreitag und Ostern kommst, lass uns lieber nochmal dem fröhlichen Plopp lauschen. Meinetwegen können wir auch schon mal auf den Kindergeburtstag anstoßen.“

Grinsend reichte Piet mir eine neue Flasche des friesisch herben Gerstensaftes.

So ist er, mein Freund Piet. Er sucht und findet immer das Verbindende.

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Foto: R.B. / pixelio.de

 

Vergessen?

Poesieworkshop Flüchtlinge

Jamika ist gerade sehr aktuell, das Ende der großen Koalition immer ein paar Zeilen wert und die AfD sowieso. Nebenbei auch noch Europa, der Brexit ein klein wenig, aber die Vorschläge und Pläne des französischen Präsidenten dafür etwas mehr. Natürlich Trump, immer wieder Trump, seine Twitterkaden, seine Lügen und das Scheitern seiner großspurig verkündeten „Reformen“. Außerdem sein ebenso unberechenbarer Raufkumpan Kim.

Das alles mag wichtig sein, vor allem auch die bestürzenden Nachrichten über große Naturkatastrophen. Es hat seinen berechtigten Platz in der täglichen Berichterstattung, aber indem es diesen Platz auf den Titelseiten und den Schlagzeilen einnimmt, verdrängt es andere Nachrichten, die wir nicht aus den Augen verlieren dürfen.

In Afghanistan wird immer noch gekämpft, fast täglich gibt es blutige Anschläge und bewaffnete Auseinandersetzungen. Dass die USA ihr Truppenkontingent dort massiv aufstockt, sollte Beleg genug sein. In Syrien tobt nach wie vor ein erbitterter Krieg, im Irak spitzt sich die Auseinandersetzung um einen autonomen kurdischen Staat zu, aus Myanmar sind mittlerweile eine halbe Millionen Menschen nach Pakistan geflüchtet, um Verfolgung und Tod zu entgehen. Hunger und Naturkatastrophen bedrohen weltweit viele Millionen Menschen, die täglich um ihr Leben bangen.

Vielleicht wollen wir das alles ja gar nicht mehr sehen, nicht mehr wissen oder doch zumindest nur beiläufig als etwas zur Kenntnis nehmen, das sich unserem Einfluss und damit unserer Verantwortung entzieht. Ich kann das nicht und ich will das auch nicht!

Seit Monaten habe ich auf meinem Handy die berührenden Zeilen eines achtzehnjährigen Flüchtlings als Memo gespeichert, das mir regelmäßig immer wieder ins Gedächtnis ruft, was wichtig ist.

Existenz

Der Beginn des Lebens war,
dass ich nicht existierte.
Es gab eine Mutter.
Sie war mein Gott.
Es war eine einseitige Liebe.
Es gab einen Vater.
Er war nie da.
Der Körper kam zur Ruhe,
nicht der Geist.
Ich blieb ohne Trost.
Die Schwester wollte mir die Mutter sein.
Aber sie war müde.
Ich liebte die Mutter.
Sie starb.
Ich wollte gehen
und ich blieb.
Ich wollte bleiben
und ich ging.
Nicht das Gehen war wichtig
und nicht das Bleiben.
Ich war wichtig,
der ich nicht existierte.

Mohamad Mashghdost, 18 Jahre alt

Wann immer ich diese Zeilen lese, möchte ich diesem jungen Mann und all den vielen verfolgten, flüchtenden, leidenden, hungernden und sterbenden Menschen zurufen:

Ja, du bist wichtig!

Ich werde euch nicht retten können, ich kann nur so wenig tun, aber ich werde euch nicht vergessen.

Meine kleinen Spenden an Hilfsorganisationen, meine Unterschriften unter Petitionen, mein Versuch, euch immer wieder in meine Gedanken und das Bewusstsein meines Umfeldes zurückzuholen, mögen weniger als ein kleiner Tropfen und unbedeutender als ein einzelnes Sandkörnchen am Ufer des Meeres sein, aber ich bin nicht allein. Wir sind viele Sandkörner die irgendwann zu einer Lawine anwachsen können. Wir sind viele Tropfen, die bereit sind, zu einer großen Welle anzuwachsen, die gesehen wird und Wirkung haben wird. Daran will ich glauben!

Foto: Poesie junger Flüchtlinge - SPIEGEL

Was wähle ich?

heiwa

In Kürze haben wir mal wieder die Wahl und stehen damit vor der Frage, was wir denn wählen wollen, können oder sollten. Zweiundvierzig Parteien stehen zur Wahl und man sollte meinen, dass sich doch unter soviel Angeboten eines finden ließe, das uns nicht den schlechten Nachgeschmack hinterlässt, uns zwischen Cholera oder Pest entschieden zu haben. Ein Angebot, das uns beruhigend suggeriert, im Zweifelsfall allenfalls für eine leichte Grippe verantwortlich zu sein. Es ist wahrhaftig nicht einfach, diese nur alle vier Jahre bestehende Möglichkeit zu wählen und damit die Richtung für die nächsten Jahre mitzubestimmen, verantwortungsvoll zu nutzen.

Ich wünschte mir sehr, ich könnte meine Stimme den wirklich wichtigen Dingen geben, aber die stehen nicht auf dem Wahlzettel.

  • Liebe
  • Frieden
  • Gerechtigkeit
  • Mitmenschlichkeit
  • Barmherzigkeit

Das wäre meine Wahl, aber diese Dinge stehen nunmal nicht zur Wahl. So wie die wirklich wichtigen Dinge im Leben meist nicht zur Wahl stehen, sondern von uns selbst verwirklicht werden wollen und müssen.

Nehmen wir als Beispiel einmal die Liebe. Ob wir sie als Gefühl, als Handlungsrichtschnur, als Konzept oder als „way of life“ sehen, sie zu wählen bedeutet gar nichts. Sie auszuleben und damit Wirklichkeit werden zu lassen, das ist der einzig gangbare und erfolgversprechende Weg.

Überhaupt verhält es sich eigentlich mit all den genannten Dingen, die ich gern wählen würde, ganz genau so. Wir alle wünschen uns Liebe, Frieden und Gerechtigkeit! Vor allem natürlich für uns und die Unsrigen. Da genau liegt das Problem. Entweder sie gelten für alle oder sie sind inhalts- und wertlos.

Nun könnte ich vielleicht die Programme aller zur Wahl stehenden Parteien durchforsten und versuchen herauszufinden, welche Partei wohl eher geneigt oder fähig sein könnte, die Dinge, die mir wichtig sind, zu verwirklichen. Aber das wäre natürlich Blödsinn!
Liebe, Frieden, Gerechtigkeit, Mitmenschlichkeit und Barmherzigkeit sind nicht an Parteien und nicht an Wahltermine gebunden. Sie stehen immer zur Wahl und wollen täglich beachtet und verwirklicht werden.
Genauso, wie sie ihren Inhalt und Wert verlieren, wenn sie nicht für alle gelten und nicht allen zugestanden werden, haben sie auch keinen Wert, wenn sie nur ab und zu mal in den Vordergrund gerückt werden.

Wir wählen Politiker und erwarten, dass sie sich vier Jahre lang täglich für unsere Belange und unser Wohlergehen einsetzen.

Die Liebe, die Gerechtigkeit oder die Mitmenschlichkeit, wählen uns für ihre Verwirklichung und sie begnügen sich nicht mit einer Wahlperiode von beliebiger Dauer, sondern verlangen jeden einzelnen Tag unseres Lebens für ihre Verwirklichung. Sie wollen den ganzen Menschen damit sie uneingeschränkt herrschen können. Ein sehr hoher Anspruch und ich bin sehr froh, dass die Barmherzigkeit mit im Boot ist.

 

Bild: Heiwa = Frieden / Sabine Adameit http://arts-of-emotions.de/