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Gedanken haben den großen Vorteil, dass sie frei in Zeit und Raum springen können. Das will ich ausnutzen und mit Dir einen kurzen Sprung zurück in die 70er Jahre zu machen.

Es sind wilde und spießige Zeiten zugleich. Die Tradition wird von Hippies, der Mode und obskuren Ansichten von freier Liebe und duftenden Hanfwolken geschockt.

Mit drei Fernsehprogrammen und Charts aus dem Radio sind wir kommunikativ im Vergleich zu heute recht eingeschränkt.

Es gibt keine Internetportale über die wie uns selbstdarstellen können. Es gibt noch nicht mal PCs oder gar Smartphones.

Aber hast Du schon gehört?

Der Thomas, der mit dieser älteren Brünetten aus dem Supermarkt zusammen ist, mit dem stimmt etwas nicht!

Wenn man im Gespräch auf seine alte Heimat und Familie zu sprechen kommt weicht er völlig aus und windet sich wie ein Aal, bis er es schafft, sich der Situation zu entziehen.

Ralf hat erzählt, er sei…

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Ja! Warum auch nicht? Mein neuer Thriller „Das Jenseits Projekt“, hat eine eigene Seite verdient. Ich freue mich über jeden meiner Lesefreunde, der mal dort vorbeischaut!

Screenshot Website

 

Was wäre, wenn wir Gottes Existenz wissenschaftlich beweisen könnten? Was wäre, wenn wir die technischen Möglichkeiten erlangen könnten, jederzeit mit ihm zu kommunizieren? Wenn wir herausfinden würden, dass unsere bekannte Realität nicht alles, sondern nur eingebettet ist in eine höhere Dimension? Eine Dimension in der Gut und Böse, Licht und Finsternis einander bekämpfen?
Mit sorgfältig recherchierten Fakten aus Teilchenphysik, Kirchenpolitik, dem Geheimdienstmilieu und den Zentren der Macht, sowie mit Fiktion und Phantasie, schildert der Autor eine spannende Auseinandersetzung, die vielleicht genau so stattfinden könnte.

Sec's Club

Anz1Ein bissl Unbehagen hatte ich schon bei dem Gedanken, dass ein Wissenschaftler mal auf mein Buch stoßen könnte und meinen Versuch, Phantasie, Glaube und Physik zu verbinden, prüfen würde. Dass nun gleich die erste Rezension bei Amazon von einem Physiker, Hochschullehrer und IT Spezialisten geschrieben wurde, hat dieser „Zitterpartie“ ein Ende gesetzt. Mit viel Vergnügen habe ich diese erste Bewertung gelesen und möchte sie hier teilen:

Top-Kundenrezensionen

5.0 von 5 Sternen
Spannung, Religion und Naturphilosophie
Von Walter Jaisli am 30. April 2017
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf

„Spannung ist das erste was man von einem Buch erwartet, das seine Gattung Thriller auf dem Deckel trägt; und spannend ist das Buch von Gerd Adameit von der ersten bis zur letzten Seite. Es beginnt in einem kleinen Kloster in Jerusalem und es endet überraschend für Protagonisten und Leser gleichermaßen in… Nein das wird nicht verraten.
Dazwischen ein munteres Treiben um Intrige und Verrat…

Ursprünglichen Post anzeigen 477 weitere Wörter

Sec's Club

Anz1

Was für eine schöne Überraschung! Ich habe zwar selbst noch kein Exemplar meines Romans „Das Jenseits Projekt“ in den Händen, aber Amazon hat es schon auf Lager und bietet mir an, es bis morgen zu liefern. Das eBook gibt es leider erst in ca. 3 Wochen, aber vielleicht hat Amazon es ja auch schon vor mir 🙂

https://www.amazon.de/dp/3743913151/ref=olp_product_details?_encoding=UTF8&me=

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dann ist es soweit!

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Pfahlhammer
Normalerweise treffen mein Freund Piet und ich uns ja am späten Nachmittag oder gegen Abend, um an seinem Küchentisch bei einem Glas guten trockenen Roten die Welt zu ordnen. Kürzlich machte ich mich allerdings schon früh am Morgen auf den Weg zu ihm. Durch die stürmischen Winde in den letzten Wochen war eine große Sichtblende in unserem Garten in Schieflage geraten und einer der Pfähle musste einbetoniert werden.

 

Ich beschloss, das bei wärmeren Temperaturen im Frühling zu tun und den Pfahl bis dahin abzustützen.Um eine Stütze in unseren Marschboden zu schlagen braucht man vor allem zwei Dinge: Ausdauer und einen schweren Hammer! Die Ausdauer ist meine Sache, aber den schweren Hammer, den würde ich sicher bei Piet finden. Sein Werkstattschuppen ist eine Fundgrube, in der alles, was man vielleicht irgendwann einmal brauchen kann, mit Sicherheit zu finden ist. Ein großer Hammer sowieso! Wie erwartet, werkelte Piet schon in seinem Werkstattschuppen. Er gehört zu den Menschen, die nie gelernt haben, einfach mal nichts zu tun – auch als Rentner nicht.

„Moin Piet!“ rief ich fröhlich. Bei dem Lärm der Maschine, mit der Piet gerade die Kette einer Säge schärfte, hätte er das wohl kaum gehört, wenn unser Hund Schoppie ihn nicht gleichzeitig freudig begrüßt hätte. Piet schaltete die Maschine aus, setzte die Schutzbrille ab und befreite sich aus Schoppies liebevoller „Umarmung“.

„Moin!“ sagte er lächelnd und fügte grinsend hinzu: „Was fehlt dir denn?“
„Ein schwerer Hammer.“ antwortete ich verlegen.
„Da musst du zum Arzt, der verschreibt Viagra. Sowas hab ich nicht!“
Lachend erklärte ich:“Eigentlich dachte ich dabei an einen Hammer, mit dem ich einen Holzpfosten in den Boden rammen kann.“
„Da bist du bei mir richtig.“ erwiderte Piet und holte aus einer Ecke einen großen Hammer der Sorte, wie ich sie aus meiner Kindheit vom „Hau den Lukas“ Stand auf der Kirmes kannte.
“Für nen guten trockenen Roten ist es ja wohl noch zu früh und meine Madam ist unterwegs, deshalb gibts auch keinen Kaffee.” Piet kratze sich verlegen am Kopf.
“Du, das ist kein Problem, ich muss ja zusehen, dass ich den Pfosten in den Boden kriege, bevor meine Madam das Signal zum Brunch gibt.”

Piet grinste. “Diese modernen Ausdrücke. Ich frage mich manchmal, wer sich sowas ausdenkt und ob das sein muss. Früher nannten wir das Faulenzerfrühstück, das ist eine Art vorgezogenes Mittagessen für Langschläfer. Aber was soll’s? Die Zeiten ändern sich, die Menschen auch und zurück bleibt der staunende Piet, dem das manchmal alles nicht ganz geheuer ist. Heute Morgen habe ich übrigens die Nachrichten im Radio gehört und war mal wieder vollkommen von den Socken.”

“Wieso? Ist was passiert, was mir entgangen ist?”

“Na ja, Opel ist doch jetzt verkauft worden, für immerhin über 2 Milliarden Euro. Also so mit allem Drum und Dran, Opel Finanzsparte und sowas alles…”

“Das hab ich in der Zeitung gelesen, Piet, aber was ist daran so bemerkenswert? Ich finde es gar nicht schlecht, dass Opel nun im Besitz von Peugeot, also in den Händen eines europäischen Partners sein wird.”

“Das mag ja angehen.” erwiderte Piet nachdenklich und hob seine Hand. Das tut er immer, wenn er etwas besonders Wichtiges sagen will. “Aber in den gleichen Nachrichten wurde berichtet, dass dieses Softwareunternehmen, Schnäppschätt oder wie die heißen, seine Aktien an die Börse gebracht hat und nun 30 Milliarden wert ist.” “Joh Piet, das hab ich auch gelesen, aber was hat Opel mit Snappchat zu tun?”

“Nix, mein Freund, rein gar nix. Mir fiel in dem Bericht nur auf, dass dieses Unternehmen noch nie Gewinne gemacht hat und dass es nicht sicher ist, ob es je Gewinne machen wird. Opel hat Gewinne gemacht, baut im Jahr eine Millionen Autos, beschäftigt europaweit 100.000 Menschen und kann durchaus auch künftig wieder Gewinne machen. Fällt dir da nix auf?”

“Genau genommen schon.”

Nachdenklich schwiegen wir für eine Weile. Mein Freund Piet mag nicht besonders bewandert sein, wenn es um wirtschaftliche Zusammenhänge geht, aber die Grundrechenarten beherrscht er gut genug, um den Unterschied zwischen 2 Milliarden und 30 Milliarden zu erkennen. Er mag nicht viel darüber wissen, wie Aktien bewertet werden und der Zusammenhang zwischen dem Unternehmenswert und der zukünftigen Gewinnerwartung mag ihm fremd sein, aber dass ein Unternehmen, dessen Börsenprospekt ausdrücklich darauf hinweist, dass es eventuell niemals die Gewinnzone erreichen wird, nun plötzlich 30 Milliarden wert ist, während ein anderes Unternehmen, das hunderttausend Menschen mit Lohn und Brot versorgt, tatsächlich sichtbare Werte schafft und in der Vergangenheit bewiesen hat, dass es Gewinne erwirtschaften kann, gerade mal mit 2 Milliarden bewertet wird, das war ihm sofort seltsam erschienen. Piet unterbrach unser Schweigen.

“Ich muss jetzt sehen, dass ich meine Kettensäge wieder ans Laufen bringe. Die mag, vom Kaufpreis her nicht sehr viel wert sein, aber sie hat mir schon geholfen, viele Kubikmeter Feuerholz zu machen, das scheint mir ein entscheidender Punkt zu sein, wenn es darum geht, welchen Wert etwas hat. Ich weiß nicht, was dieses Schnäppschätt für die Menschen bringt, aber das muss ich wohl auch nicht. Was ich allerdings gelernt habe, bei dem Vergleich mit Opel, dass die Frage, wieviel Geld man für etwas bezahlt, wohl heutzutage nicht mehr so sehr viel damit zu tun hat, welchen Wert es für die Menschen hat. Eine seltsame Welt ist das geworden, in der wir heute leben.”

“Jo, Piet! Ich muss mich dann auch mal mit meinem Pfosten beschäftigen.”

Wir gaben uns die Hand, ich schulterte den schweren Hammer und während Piet seine lärmende Schleifmaschine startete, machten unser Hund Schoppie und ich uns auf den Heimweg. Piet hatte mich mal wieder nachdenklich gemacht. Es gibt Werte, nach denen wir unser Leben ausrichten, Werte, die wir mit unseren Händen schaffen und Werte, die an Börsen ausgerufen werden. Allen gemeinsam ist wohl, dass sie nichts miteinander zu tun haben.

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Kürzlich hatten mein Freund Piet und ich endlich mal wieder Zeit, miteinander an seinem Küchentisch zu sitzen und bei einem Glas gutem trockenen Roten die Welt zu ordnen. Wir tun das gelegentlich ganz gern, wir drei. Piet und ich auf der Eckbank am Küchentisch und unser Hund Choppie darunter.

 

Manchmal leisten uns auch Piets Frau Adelgunde oder mein holdes Eheweib dabei Gesellschaft, meist ist es aber eine reine Männersache, zu der nicht einmal Piets Dackel Lilly zugelassen ist.
Nachdem Piet uns eingeschenkt hatte, hob er sein Glas und rief:

Auf den Papst, möge er lange leben und weiterhin Klartext reden!“

Das verschlug mir die Sprache. Ich kannte Piet bisher nicht als sonderlich religiösen Menschen und erst recht nicht als glühenden Verehrer des katholischen Papstes. Ich hob also zunächst einfach wortlos mein Glas, prostete Piet zu und nahm einen kräftigen Schluck Roten.
Nachdem ich meine erste Überraschung verdaut hatte, fragte ich so beiläufig und ohne besondere Betonung:

Bist du jetzt katholisch geworden?“

Piet lachte schallend:
„Nee, mein Freund, du weißt doch, dass ich ein nicht sonderlich frommer Evangele bin und das bleibt auch so. Ich werd‘ doch in meinem Alter nicht mehr mit Wallfahrten und Aschekreuzen beginnen.“

Dann musst du mir deinen Trinkspruch aber näher erläutern.“ entgegnete ich, „Schließlich ist der Papst nicht nur katholisch sondern auch ziemlich fromm.“

Piet grinste. Wie immer, wenn er etwas Wichtiges sagen wollte, hob er die Hand, so als wolle er ein imaginäres Publikum zum Schweigen bringen.

Ich hab‘ da kürzlich einen Bericht gelesen, über eine Ansprache, die der Papst Ende Januar bei einer Zusammenkunft von katholischen und evangelischen Pilgern gehalten hat. Bemerkenswert klare Worte, die der fromme Mann da ausgesprochen hat.
Ich geb‘ es mal in meinen Worten wieder: Wer von sich sagt, er sei Christ, den Ärmsten der Armen, den Flüchtlingen, Heimatlosen, Hungernden, Verletzten und Kranken aber die Barmherzigkeit verweigert, der ist ein Heuchler. Du kannst nicht behaupten, du seist Christ, aber einen zentralen Punkt der christlichen Leere und Auftrag Christi an seine Nachfolger verneinen.
Es ist ein heuchlerischer Widerspruch, zu behaupten, das Christentum im Westen zu verteidigen und gleichzeitig gegen Flüchtlinge und andere Religionen zu kämpfen.
Klarer geht es doch nicht, oder?“

Nachdenklich nickte ich. Natürlich hatte der Papst recht! Zu behaupten, man wolle die Liebe mit den Waffen des Hasses verteidigen oder erzwingen, ist ebenso dumm, wie verlogen. Piet musste meine Gedanken gelesen haben, denn nach ein paar Momenten des Schweigens fuhr er fort:

Würde ein Feuerwehrmann behaupten, er wolle mit ein paar Kanistern Benzin ein Feuer löschen, dann würde ihn doch jeder für verrückt halten. Was ich nicht verstehe ist, dass diese glühenden Verteidiger des christlichen Abendlandes glauben, man könne ihnen ihre vorgeschobenen Motive abnehmen.
Ich bin nicht sehr bewandert in christlicher Lehre und Dogmatik, schließlich ist mein Konfirmandenunterricht schon viele Jahrzehnte her,“ ergänzte er lächelnd, „aber soviel weiß ich, wer keine Barmherzigkeit mit Leidenden und Bedürftigen kennt, der ist kein Christ. Mag er sich selbst auch so nennen, sein Handeln beweist, dass er ein Heuchler ist.“

Es tut manchmal wirklich gut, an Piets Küchentisch die kompliziert scheinenden Vorgänge in der Welt ein wenig zu vereinfachen und auf den tatsächlichen Kern zu reduzieren.

 

Foto: Helene Souza  / pixelio.de

335266_original_r_k_b_by_knipseline_pixelio-deIn letzter Zeit haben wir uns eher selten getroffen, mein Freund Piet und ich. Die gemütlichen Stunden an seinem Küchentisch, mit einem guten trockenen Roten auf dem Tisch und unserem Hund Choppie unter der Eckbank haben mir gefehlt. Es wurde höchste Zeit, mal wieder miteinander zu plaudern und gemeinsam die Welt zu ordnen.

 

Piet hat manchmal einen recht bissigen Humor, der sich meist sehr spontan und trocken äußert. „Wer sind Sie?“ war seine Frage, als ich den gewohnten Weg über seinen Hof genommen hatte und durch die Hintertür in die Küche eingetreten war. Ich musste bei seinen Worten und seinem gespielten Entsetzen schallend lachen.
„Du kennst also deinen besten, weil einzigen Mitstreiter im Verein zur Förderung des Konsums trockenen Rotweins nicht mehr?“
„Jetzt kommt mir so langsam eine dunkle Erinnerung.“ entgegnete er grinsend. „Was für ein Zufall! Gerade habe ich eine Flasche Roten zur Verkostung geöffnet. Setz dich und sag deinem Hund, er soll sofort aufhören, an der Tür zur Speisekammer zu kratzen.“

Der Franzose, wie Piet unseren Hund Chopin immer zu nennen pflegt, hatte allerdings beschlossen, jegliche Anweisung seines deutschen Begleiters zu ignorieren. Ein kleines Leckerli, einladend unter der Eckbank platziert, hatte dann die überzeugende Wirkung. Alle waren nun an ihrem Platz und der Rote funkelte schon verlockend in den Gläsern.
„Hast du soviel mit Weihnachtsvorbereitungen zu tun,“ fragte Piet, während er sein Glas hob, „dass du deine Freunde vollkommen vergisst?“
„Du weißt doch selbst,“ antwortete ich schuldbewusst, „dass Ehefrauen die seltsame Angewohnheit haben, mit dem Beginn der Adventszeit lange Listen anzufertigen, mit dringenden Aufgaben, die ihr Göttergatte in Haus und Garten noch unbedingt vor Weihnachten erledigen sollte.“
„Joh,“ rief Piet zustimmend. „so als wäre an Weihnachten der Weltuntergang und vorher müsse nochmal Ordnung geschaffen werden.“

Nach dem ersten Glas des vorzüglichen Roten und einer lockeren Unterhaltung über Ereignisse und die Dorfneuigkeiten der letzten Wochen, hob dann Piet wieder einmal seine Hand. Das tut er immer, wenn er etwas loswerden will, was ihn gerade beschäftigt oder ihm wichtig erscheint.

„Sag mal, backt ihr auch schon Plätzchen und Weihnachtsgebäck? Ich frage absichtlich danach, ob ihr backt, weil es bei uns so ist, dass ich in der Adventszeit regelmäßig zum Backstubengehilfen ernannt werde.“

Bei der Vorstellung, wie Piet mit einer weißen Schürze und einer Bäckermütze durch die Küche wuselt, musste ich lachen.
„Nö, mein Lieber. Wenn mein holdes Weib in unserer Küche aktiv wird, dann fliegen Hund, Kater und ich raus. Wobei Hund und Kater allerdings mitunter auch bleiben dürfen, wenn sie das wollen. Ich nicht!“

„Sei froh!“ Piet nickte mir aufmunternd zu und hob sein frisch gefülltes Glas. „Ich würde diese Stunden, zum Beispiel, viel lieber in meiner Werkstatt verbringen oder mit dem Dackel durch unser Jagdrevier streifen. Aber nein, Madam besteht darauf, mich abwiegen und rühren zu lassen. Nun ja, an Weihnachten ist der Spuk ja vorbei.
Allerdings verknüpfe ich mit diesen Weihnachtsvorbereitungen auch einige schöne Kindheitserinnerungen, wie sicher jeder von uns. Jedenfalls jeder in unserem Alter. Heute ist das ja alles anders. Schon im Oktober sieht man gestresste Frauen durch die Regale der Supermärkte streifen, wahllos Spekulatius, Lebkuchenherzen und Dominosteine in den Einkaufswagen häufend.
Meine Großmutter fing jedes Jahr irgendwann in der Adventszeit an Pfefferkuchen zu backen. Auch meine Mutter hat das so gehalten und an diesen unvergleichlichen Duft, der dann das ganze Haus durchzog, erinnere ich mich sehr gern. Heutzutage findest du wahrscheinlich kaum noch eine jüngere Frau, die wüsste, wie Pfefferkuchen überhaupt gemacht werden, aber dafür haben sie alle Pfefferspray in der Handtasche.“

Piet verzog sein Gesicht, als wolle er jeden Moment anfangen zu weinen. Er hatte sicher Recht, Pfefferkuchen backen gehört wohl nicht mehr zu den Fertigkeiten, die eine moderne Frau sich unbedingt aneignen sollte, aber war das so tragisch?
So als könne er meine Gedanken lesen, fuhr Piet fort.

„Weißt du, es geht mir nicht einmal so sehr um diese Pfefferkuchen, sie sind nur ein Beispiel dafür, wie sehr sich unsere Welt und offenbar unser Verständnis von Sinn und Bedeutung der Adventszeit geändert haben. War Advent nicht einmal die Zeit der Erwartung, die Zeit der Vorfreude auf die Ankunft Christi? Was erwarten Menschen, die Pfefferkuchen zwar kaum noch kennen, aber dafür Pfefferspray zum ständigen Begleiter erkoren haben?“

Wieder einmal hatte Piet mich sehr nachdenklich gemacht. Wenn auch der Zusammenhang zwischen Pfefferkuchen und Pfefferspray lediglich im Wort und wohl kaum im Inhalt zu suchen war, trotzdem fand ich seine Frage danach, was Menschen heute eigentlich noch erwarten, recht bemerkenswert.

„Da hast du eine wichtige Frage gestellt.“ war nach einer nachdenklichen Pause meine Antwort. „Man muss sicher nicht einmal sonderlich fromm sein, um mit der Ankunft Christi, mit der Feier seiner Geburt, solche Begriffe wie „Frieden“ und „Liebe“ zu verbinden. Auch wenn Gottes Angebot von Frieden auf Erden und Liebe unter den Menschen natürlich immer nur funktionieren und real werden kann, wenn Menschen bereit sind es anzunehmen. Wenigstens in der Weihnachtszeit haben sich jedenfalls viele Menschen zu allen Zeiten darauf besonnen.“

„Das ist vorbei, mein Freund.“ sagte Piet heftig und hob beschwörend sein Hände. „Denk nur an die schrecklichen Nachrichten aus Syrien, an die vielen Tausenden von Menschen, Frauen, Kinder Männer, Alte und Junge, die rund um die Uhr Bombenangriffen, Gewehrfeuer und Artilleriebeschuss ausgesetzt sind. Glaubst du, irgendeiner dieser machtbesessenen verantwortlichen Politiker, Soldaten oder Terroristen denkt auch nur ansatzweise daran, innezuhalten, den Menschen eine Atempause zu verschaffen und die Versorgung der Kranken, Verletzten und Hungernden zuzulassen?“

„Es, sieht nicht danach aus, Piet! Menschen verbinden heute mit der Ankunftszeit, mit dem Advent und der Weihnacht wohl eher nichts mehr in dieser Hinsicht. Die Erwartungen beschränken sich auf Geschenke, freie Tage, gutes Essen und allenfalls noch darauf, dass die Feiertage nicht durch Terroranschläge in unserem weihnachtlich beseelten Europa gestört werden.“

Mittlerweile hatten wir eine weitere Flasche vom guten trockenen Roten geöffnet und genossen schweigend den guten Tropfen. Mit unserem Bemühen, am Küchentisch die Welt zu ordnen, kommen wie sehr oft an unsere Grenzen. So auch heute. Wenn der Friede, der doch nur aus den Herzen kommen kann, nicht mehr erwartet, erhofft und angestrebt wird, wenn Pfefferspray gefragter und bekannter ist als Pfefferkuchen, um mal bei Piets Beispiel zu bleiben, dann kann der Einzelne nichts mehr gerade rücken oder ordnen. Es bleibt nur mitzufühlen und wo immer es geht, Hilfe zu gewähren.

Foto: Pfefferkuchenmann – knipseline / pixelio.de

 

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Er wird es immer wieder tun! Ein Satz, den man häufig im Zusammenhang mit Zukunftsprognosen für straffällige Menschen und insbesondere für Triebtäter hört. Die Motive der Täter mögen noch so unterschiedlich sein, sehr häufig gehört dazu jedenfalls die Machtausübung. Mag ein Straftäter auch noch so viele, im materiellen Bereich angesiedelte Beweggründe haben, die Verlockung für den – nach eigenem Empfinden – Zukurzgekommenen, vom Leben benachteiligten, gewaltsam zu nehmen, was er begehrt, ist immer auch ein Beweggrund. Hier findet er die Möglichkeit, Macht auszuüben und vom Ohnmacht empfindenden Abgehängten zu den Mächtigen aufzusteigen, die ganz nach Gusto, haben können, was ihnen gefällt.

Für den neuen amerikanischen Präsidenten scheiden solche Beweggründe sicher aus. Ein reichliches Erbe hat ihn einen finanziellen Status erreichen lassen, der ihm ermöglicht, nahezu alles zu kaufen, wonach ihm der Sinn steht. Diese finanzielle „Potenz“ ermöglicht gleichzeitig die fast unbegrenzte Möglichkeit zur Ausübung von Macht.

Auf Dauer wird Macht jedoch nur dann als wirkliche Macht empfunden, wenn sie dem Mächtigen ermöglicht, andere dazu zu zwingen, etwas zu tun oder zu erdulden, was diese sonst nicht getan oder hingenommen hätten. Macht hat also der, der den eigenen Willen gegen den eines anderen durchsetzen kann. (Heckhausens Beschreibung der Macht 1989, S. 361f)

Im Falle der Unternehmensführung treffen sich Motivbasis des Mächtigen und die des Beherrschten zunächst auf einer ausgeglichenen Ebene. Der Mächtige benötigt den anderen für den Aufbau seines Unternehmens, für die Mehrung seines Einkommens, zur Vergrößerung seines Einflussbereiches. Der Andere sieht hier die Möglichkeit, seinen Lebensunterhalt zu erarbeiten und ein ausreichendes Einkommen zu sichern. Diese Situation bringt für den Mächtigen auf Dauer keinen weiteren Machtzuwachs. Solange die Ziele beider im Einklang sind, kommt es zu keiner Machthandlung. Obwohl der Mächtige in diesem Beispiel viel Macht hat, fehlt im das Machtmotiv um seine Macht zur Geltung zu bringen.

In diesem Stadium beginnt sich bei Trump die Eigenschaft des Triebtäters herauszukristallisieren. Einem Triebtäter geht es immer darum, seine Macht zur Geltung zu bringen. Nicht die Macht zu haben, ist der Punkt an dem der Triebtäter seine Bedürfnisse befriedigt sieht, sondern die Ausübung der Macht.

Der unkontrollierte Drang seine Macht auszuleben ist es, der ihn zu seinen Handlungen treibt.

Allein die öffentlich gewordenen Fälle des Machtmissbrauchs, in denen Trump als Herrscher seines Firmenimperiums zeigt, dass es nur noch darum geht, anderen seinen Willen gegen ihren eigenen Willen aufzuzwingen, zeigen diese alarmierende Entwicklung deutlich auf.

Wie jeder Süchtige unterliegt auch Trump dem Zwang zur Dosissteigerung. Mehr, deutlicher, krasser und für andere demütigender müssen seine Machthandlungen werden, um Befriedigung, jedenfalls temporär, zu bringen.

Schließlich führt der Weg hin zum offenen Tabubruch. Wer glaubt, bei Trumps sexuellen Übergriffen handele es sich auch nur ansatzweise um die Befriedigung seines Sexulatriebs, der verkennt die Möglichkeiten, die Reichtum gerade für die Befriedigung solcher Bedürfnisse bieten.

Der Griff in den Schritt fremder Frauen und zwar gegen ihren Willen, bietet ihm die Möglichkeit, durch einen Tabubruch der Sucht zur Machtausübung eine weitere Dimension zu öffnen. Nicht die Berührung der Geschlechtsteile fremder Frauen bringt den Kitzel, sondern die Machtausübung in einem ganz intimen, persönlichen Bereich, der allgemein mit einem unausgesprochenen, aber selbstverständlichen Tabu belegt, ist.

Wie lässt sich das noch steigern? Wenn man den Berichten Glauben schenkt, ist auch der nächste Schritt zur Unterwerfung anderer Menschen durch den gewaltsamen Einbruch in ihre Intimsphäre längst geschehen; Vergewaltigungen in und außerhalb seiner ehelichen Beziehung längst schon hinter seiner Sucht nach Steigerung zurückgeblieben.
Nun liegt auch das nächste Ziel, die nächste Möglichkeit eine höhere Ebene der Machtausübung zu erreichen, hinter ihm. Eine ganze Nation und indirekt die ganze Welt sind seinem Zugriff zur Ausübung unkontrollierter Machthandlungen ausgeliefert. Einige dieser Machthandlungen wurden schon während des Wahlkampfs angekündigt und schon die ersten Schritte nach der gewonnenen Wahl zeigen, dass er gewillt ist, sie auch durchzuführen.

Trump greift der Erde in den Schritt

Damit kann er einen Tabubruch begehen, der beispiellos in seinem Ausmaß dazu geeignet ist, der gesamten Welt seinen Willen aufzuzwingen. Seine Ankündigung, das Pariser Klimaabkommen nicht zu beachten, setzt er nun zielstrebig in die Tat um. Für Trump ist sind Klimabedrohung und Klimawandel schlichtweg eine Erfindung. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Obama, der hier eine der größten Bedrohungen für die Menschheit sieht. Schon die Ankündigung, solche Vereinbarungen schlicht zu ignorieren, erzeugt bei Schwellenländern und Ländern wie China das gefühlte Recht, sich nicht weiter um Klimaschutzbelange kümmern zu müssen, wenn schon die Weltmacht USA sich salopp darüber hinwegsetzt.

Nun hat er mit Myron Ebell vom rechtskonservativen Competitive Enterprise Institute, ausgerechnet jemanden für die Regelung der Umweltschutzbelange als Verantwortlichen benannt, der schon bisher auch dadurch von sich Reden machte, dass er den Klimawandel zu einem Hingespinst erklärte. Trump kann zudem, zusammen mit dem Kongress, einen industriefreundlichen Richter auf den vakanten Platz des neunten Richters am Obersten Gericht installieren, so dass der juristische Weg für Umweltschützer, sein Vorhaben zu stoppen, voraussichtlich keine großen Erfolgsaussichten mehr bietet. Durch die bestätigte Mehrheit der Republikaner in Senat und Kongress, ist das System von Checks and Balances, also die gegenseitige Kontrolle der Verfassungsorgane der Vereinigten Staaten weitgehend ausgehebelt.

Wer glaubt, Trump träfe diese Entscheidung, die Gefahr für unser Klima und damit für die gesamte Menschheit komplett zu ignorieren, aufgrund des Einflusses der profitorientierten Lobby großer Industrieunternehmen, der irrt. Trump ist Geschäftsmann genug um zu wissen, dass es sich gerade bei Umwelt- und Klimaschutz um einen Multimilliarden Dollar Markt handelt. Den Klimaschutz aktiv umzusetzen und voranzutreiben, so wie Obama das mit verschiedenen Gesetzesinitiativen in Gang gesetzt hat, ist kein Verlustgeschäft. Ganz im Gegenteil bietet gerade dieser Bereich enormes Potenzial für technische Entwicklungen und Problemlösungen, die einen weltweiten Markt finden könnten. Ginge es Trump um die Stärkung der heimischen Wirtschaft, wäre gerade hier die Möglichkeit, einen zukunftsweisenden Strukturwandel in Gang zu setzen.

Trump tut was er tut, weil er es kann,

weil er Machthandlungen gegen weltweite Bedenken und Proteste durchsetzen kann! Dass er mit diesem Schritt die Zukunft der Menschheit für einen sehr langen Zeitraum unabsehbar zum Schlechten verändern kann, macht für ihn den Reiz solcher Pläne aus.

Seine Äußerungen hinsichtlich des Einsatzes atomarer Waffen zeigen ganz genau, wie dieser Mensch tickt. Seine Frage, wozu man Atomwaffen habe, wenn man nicht gewillt sei, sie auch einzusetzen, zeigt minutiös seine Denkweise. Etwas für die überwältigende Mehrheit der Menschen auf diesem Planeten Undenkbares, bietet sich für ihn an, es in Erwägung zu ziehen. Weil er es kann und weil er seinen Willen auch in dieser Hinsicht allen Menschen aufzwingen kann.
Die Machthandlung selbst ist in seiner Vorstellung vollkommen abseits jeglicher moralischen Überlegung angesiedelt.
So wie jeder Triebtäter bereit ist, das – im Rahmen seiner Möglichkeiten – Undenkbare zu tun, so ist auch Trump bar jegliches inneren ausgleichenden Gegengewichts, das ihn davon abhalten könnte, seine Macht zur Geltung zu bringen.

Die Menschheit steht vor dem Problem, dass die mächtigste Nation dieser Welt einem Menschen Zugang zu allen Hebeln der Macht gegeben hat, der von seinem unkontrollierten Zwang zur Ausübung dieser Macht um jeden Preis getrieben ist. Er wird es immer wieder tun!

 

Autor und Reporter für verschiedene Publikationen. Lieblingszitat: Wir müssen lernen, die Menschen weniger auf das, was sie tun und unterlassen, als auf das, was sie erleiden, anzusehen. (Dietrich Bonhoeffer)

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