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Er wird es immer wieder tun! Ein Satz, den man häufig im Zusammenhang mit Zukunftsprognosen für straffällige Menschen und insbesondere für Triebtäter hört. Die Motive der Täter mögen noch so unterschiedlich sein, sehr häufig gehört dazu jedenfalls die Machtausübung. Mag ein Straftäter auch noch so viele, im materiellen Bereich angesiedelte Beweggründe haben, die Verlockung für den – nach eigenem Empfinden – Zukurzgekommenen, vom Leben benachteiligten, gewaltsam zu nehmen, was er begehrt, ist immer auch ein Beweggrund. Hier findet er die Möglichkeit, Macht auszuüben und vom Ohnmacht empfindenden Abgehängten zu den Mächtigen aufzusteigen, die ganz nach Gusto, haben können, was ihnen gefällt.

Für den neuen amerikanischen Präsidenten scheiden solche Beweggründe sicher aus. Ein reichliches Erbe hat ihn einen finanziellen Status erreichen lassen, der ihm ermöglicht, nahezu alles zu kaufen, wonach ihm der Sinn steht. Diese finanzielle „Potenz“ ermöglicht gleichzeitig die fast unbegrenzte Möglichkeit zur Ausübung von Macht.

Auf Dauer wird Macht jedoch nur dann als wirkliche Macht empfunden, wenn sie dem Mächtigen ermöglicht, andere dazu zu zwingen, etwas zu tun oder zu erdulden, was diese sonst nicht getan oder hingenommen hätten. Macht hat also der, der den eigenen Willen gegen den eines anderen durchsetzen kann. (Heckhausens Beschreibung der Macht 1989, S. 361f)

Im Falle der Unternehmensführung treffen sich Motivbasis des Mächtigen und die des Beherrschten zunächst auf einer ausgeglichenen Ebene. Der Mächtige benötigt den anderen für den Aufbau seines Unternehmens, für die Mehrung seines Einkommens, zur Vergrößerung seines Einflussbereiches. Der Andere sieht hier die Möglichkeit, seinen Lebensunterhalt zu erarbeiten und ein ausreichendes Einkommen zu sichern. Diese Situation bringt für den Mächtigen auf Dauer keinen weiteren Machtzuwachs. Solange die Ziele beider im Einklang sind, kommt es zu keiner Machthandlung. Obwohl der Mächtige in diesem Beispiel viel Macht hat, fehlt im das Machtmotiv um seine Macht zur Geltung zu bringen.

In diesem Stadium beginnt sich bei Trump die Eigenschaft des Triebtäters herauszukristallisieren. Einem Triebtäter geht es immer darum, seine Macht zur Geltung zu bringen. Nicht die Macht zu haben, ist der Punkt an dem der Triebtäter seine Bedürfnisse befriedigt sieht, sondern die Ausübung der Macht.

Der unkontrollierte Drang seine Macht auszuleben ist es, der ihn zu seinen Handlungen treibt.

Allein die öffentlich gewordenen Fälle des Machtmissbrauchs, in denen Trump als Herrscher seines Firmenimperiums zeigt, dass es nur noch darum geht, anderen seinen Willen gegen ihren eigenen Willen aufzuzwingen, zeigen diese alarmierende Entwicklung deutlich auf.

Wie jeder Süchtige unterliegt auch Trump dem Zwang zur Dosissteigerung. Mehr, deutlicher, krasser und für andere demütigender müssen seine Machthandlungen werden, um Befriedigung, jedenfalls temporär, zu bringen.

Schließlich führt der Weg hin zum offenen Tabubruch. Wer glaubt, bei Trumps sexuellen Übergriffen handele es sich auch nur ansatzweise um die Befriedigung seines Sexulatriebs, der verkennt die Möglichkeiten, die Reichtum gerade für die Befriedigung solcher Bedürfnisse bieten.

Der Griff in den Schritt fremder Frauen und zwar gegen ihren Willen, bietet ihm die Möglichkeit, durch einen Tabubruch der Sucht zur Machtausübung eine weitere Dimension zu öffnen. Nicht die Berührung der Geschlechtsteile fremder Frauen bringt den Kitzel, sondern die Machtausübung in einem ganz intimen, persönlichen Bereich, der allgemein mit einem unausgesprochenen, aber selbstverständlichen Tabu belegt, ist.

Wie lässt sich das noch steigern? Wenn man den Berichten Glauben schenkt, ist auch der nächste Schritt zur Unterwerfung anderer Menschen durch den gewaltsamen Einbruch in ihre Intimsphäre längst geschehen; Vergewaltigungen in und außerhalb seiner ehelichen Beziehung längst schon hinter seiner Sucht nach Steigerung zurückgeblieben.
Nun liegt auch das nächste Ziel, die nächste Möglichkeit eine höhere Ebene der Machtausübung zu erreichen, hinter ihm. Eine ganze Nation und indirekt die ganze Welt sind seinem Zugriff zur Ausübung unkontrollierter Machthandlungen ausgeliefert. Einige dieser Machthandlungen wurden schon während des Wahlkampfs angekündigt und schon die ersten Schritte nach der gewonnenen Wahl zeigen, dass er gewillt ist, sie auch durchzuführen.

Trump greift der Erde in den Schritt

Damit kann er einen Tabubruch begehen, der beispiellos in seinem Ausmaß dazu geeignet ist, der gesamten Welt seinen Willen aufzuzwingen. Seine Ankündigung, das Pariser Klimaabkommen nicht zu beachten, setzt er nun zielstrebig in die Tat um. Für Trump ist sind Klimabedrohung und Klimawandel schlichtweg eine Erfindung. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Obama, der hier eine der größten Bedrohungen für die Menschheit sieht. Schon die Ankündigung, solche Vereinbarungen schlicht zu ignorieren, erzeugt bei Schwellenländern und Ländern wie China das gefühlte Recht, sich nicht weiter um Klimaschutzbelange kümmern zu müssen, wenn schon die Weltmacht USA sich salopp darüber hinwegsetzt.

Nun hat er mit Myron Ebell vom rechtskonservativen Competitive Enterprise Institute, ausgerechnet jemanden für die Regelung der Umweltschutzbelange als Verantwortlichen benannt, der schon bisher auch dadurch von sich Reden machte, dass er den Klimawandel zu einem Hingespinst erklärte. Trump kann zudem, zusammen mit dem Kongress, einen industriefreundlichen Richter auf den vakanten Platz des neunten Richters am Obersten Gericht installieren, so dass der juristische Weg für Umweltschützer, sein Vorhaben zu stoppen, voraussichtlich keine großen Erfolgsaussichten mehr bietet. Durch die bestätigte Mehrheit der Republikaner in Senat und Kongress, ist das System von Checks and Balances, also die gegenseitige Kontrolle der Verfassungsorgane der Vereinigten Staaten weitgehend ausgehebelt.

Wer glaubt, Trump träfe diese Entscheidung, die Gefahr für unser Klima und damit für die gesamte Menschheit komplett zu ignorieren, aufgrund des Einflusses der profitorientierten Lobby großer Industrieunternehmen, der irrt. Trump ist Geschäftsmann genug um zu wissen, dass es sich gerade bei Umwelt- und Klimaschutz um einen Multimilliarden Dollar Markt handelt. Den Klimaschutz aktiv umzusetzen und voranzutreiben, so wie Obama das mit verschiedenen Gesetzesinitiativen in Gang gesetzt hat, ist kein Verlustgeschäft. Ganz im Gegenteil bietet gerade dieser Bereich enormes Potenzial für technische Entwicklungen und Problemlösungen, die einen weltweiten Markt finden könnten. Ginge es Trump um die Stärkung der heimischen Wirtschaft, wäre gerade hier die Möglichkeit, einen zukunftsweisenden Strukturwandel in Gang zu setzen.

Trump tut was er tut, weil er es kann,

weil er Machthandlungen gegen weltweite Bedenken und Proteste durchsetzen kann! Dass er mit diesem Schritt die Zukunft der Menschheit für einen sehr langen Zeitraum unabsehbar zum Schlechten verändern kann, macht für ihn den Reiz solcher Pläne aus.

Seine Äußerungen hinsichtlich des Einsatzes atomarer Waffen zeigen ganz genau, wie dieser Mensch tickt. Seine Frage, wozu man Atomwaffen habe, wenn man nicht gewillt sei, sie auch einzusetzen, zeigt minutiös seine Denkweise. Etwas für die überwältigende Mehrheit der Menschen auf diesem Planeten Undenkbares, bietet sich für ihn an, es in Erwägung zu ziehen. Weil er es kann und weil er seinen Willen auch in dieser Hinsicht allen Menschen aufzwingen kann.
Die Machthandlung selbst ist in seiner Vorstellung vollkommen abseits jeglicher moralischen Überlegung angesiedelt.
So wie jeder Triebtäter bereit ist, das – im Rahmen seiner Möglichkeiten – Undenkbare zu tun, so ist auch Trump bar jegliches inneren ausgleichenden Gegengewichts, das ihn davon abhalten könnte, seine Macht zur Geltung zu bringen.

Die Menschheit steht vor dem Problem, dass die mächtigste Nation dieser Welt einem Menschen Zugang zu allen Hebeln der Macht gegeben hat, der von seinem unkontrollierten Zwang zur Ausübung dieser Macht um jeden Preis getrieben ist. Er wird es immer wieder tun!

 

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2 Kommentare zu „Er wird es immer wieder tun

  1. Dieser Beitrag bringt mich wieder zurück in die Realität. Aufgrund eines zahmer gewordenen Trumps seit seiner Verkündung als neuer Präsident will ich nämlich zu gern glauben, dass all das Gepolter während des Wahlkampfs nur Show war. In Wirklichkeit ist er vielleicht gar nicht so schlimm, hoffte ich. Schon katzbuckeln die Häupter und Häupterinnen aller Länder und mir fallen ferne Schultage ein, als wir „Biedermann und die Brandstifter“ durchnahmen.

    Kann es wirklich sein, dass das amerikanische Volk selbst Donald Duck zum Präsidenten wählen würde, wenn sie sich dadurch größer fühlen könnten? Wo führt das hin, früher oder später auch in Europa?
    Ich habe Angst.

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