Völlige Hingabe kann nie bewusst geschehen.

Auch Selbstbeobachtung verändert das Beobachtete.

Völlige Hingabe schenkt uns Momente des absoluten

Friedens, des Losgelöstseins von allem was uns bindet,

hindert oder belastet. Zwar um den Preis einer zeitweiligen

vollkommenen Bindung an eine bestimmte Sache, eine

Person oder eine Tätigkeit, aber sie schenkt uns gerade

in dieser absoluten Bindung das Empfinden größtmöglicher

Freiheit.

Was bleibt, sind rückblickend kurze Augenblicke des

wehmütigen Erkennens.

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5 Kommentare zu „Völlige Hingabe

  1. Das sind die Momente, die einen nie mehr loslassen. Das sind genau die Momente, nach denen man sein ganzes Leben lang Heimweh hat. Momente, in denen alles gestimmt hat, man das Leben gespürt hat und auch eine unbewusste Ahnung davon bekam, wie unendlich kostbar, wie einmalig dieses Leben doch ist.
    Für mich war so ein Moment dieser:
    ich sitze oben im Apfelibaum in meines Vaters Garten – durch die Stille mäandern Gitarrenläufe aus dem offenen Fenster des Nachbarn – unser Hund schläft neben der Regentonne – die Sonne nähert sich dem Horizont.
    LG von Rosie

    1. Völlige Hingabe an das Leben an sich, als Kinder konnten wir das. Mit dem Verlust der kindlichen Unschuld ist es dann auch vorbei mit dem Daueraufenthalt in diesem Paradies. Heute sehnen wir uns nach solchen Momenten und finden großen Gefallen, an den weisen Worten des Mönches: „Wenn ich stehe, dann stehe ich; wenn ich gehe, dann gehe ich; wenn ich sitze, dann sitze ich; wenn ich schlafe, dann schlafe ich; wenn ich esse, dann esse ich; wenn ich trinke, dann trinke ich; wenn ich schweige, dann schweige ich; wenn ich schaue, dann schaue ich; wenn ich lese, dann lese ich; wenn ich arbeite, dann arbeite ich; wenn ich bete, dann bete ich ..“: Wir streben nach dieser ungeteilten Eindeutigkeit in unserem Denken und Handeln und wissen im Grunde doch, dass unser modernes Leben das nicht mehr zulässt.
      Nur hin und wieder, wenn unser Denken und Handeln für einen Moment vollkommen von Liebe und Hingabe bestimmt wurde, erkennen wir die Kostbarkeit dieses „Paradieses“ und die Erinnerung schenkt ein wenig Wärme, die wir erst durch ihre Abwesenheit schätzen gelernt haben.
      Ich denke, mit dem Wort „Heimweh“ hast du es treffend beschrieben.

      LG und einen fabelhaften Tag, Sec

      1. Ja, es gibt sie auch heute noch, diese Momente, in denen man spürt, was es ist – das Leben. Ich versuche immer, die Augen offen zu halten, um sie zu sehen und zu spüren – diese besonderen Augenblicke. Manchmal gelingt mir das.

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