614748_original_R_by_Rike_pixelio.de.Hände Glauben Sie an Gott? Ich meine jetzt nicht ein irgendwie geartetes Größeres, etwas undefinierbares, geheimnisvoll Undurchschaubares, sondern einen persönlichen Gott, mit dem wir in Verbindung treten und eine Beziehung haben können. Wenn Sie nicht daran glauben können, sondern lieber an das Universum, Schwingungen und die Macht von Zwillingsquanten, dann sollten Sie jetzt besser nicht weiter lesen. Der folgende Rückblick wird Sie allenfalls ärgern oder Ihnen nichts zu sagen haben.

 

Der Beginn eines neuen Jahres ist ja immer ein willkommener Anlass, das vergangene Jahr rückblickend noch einmal anzuschauen, sich Gedanken darüber zu machen, was war gut, was schlecht und was hätte besser laufen dürfen. Ich glaube, solche oder ähnliche Gedanken bewegen zum Jahreswechsel fast jeden von uns. Wie wohl bei allen Menschen, war mein Jahr 2013 ziemlich durchwachsen. Von himmelhoch jauchzend bis zu abgrundtiefer Traurigkeit war alles dabei. In jedem Bereich, seien es das Private, ganz persönliche, die politische Entwicklung, der berufliche Werdegang oder die gesundheitlichen Probleme, die das Alter so mit sich bringt, es gab viel Anlass zur Sorge, Gelegenheit zur Freude und manchmal auch Raum für Furcht und Ängste.

Mit den Sorgen ist das ja so eine Sache. Zu wissen, dass etwas gerade nicht sehr gut läuft macht uns weniger Sorgen, sondern, wenn wir nicht mehr überschauen können, wohin die Reise geht, wenn wir uns verzweifelt fragen, wie alles enden soll, was noch werden wird, dann macht sich die Sorge breit. Auch bei mir gab es im vergangenen Jahr Momente, in denen ich mich gefragt habe, warum plötzlich alles nur noch düster aussah, wohin sich wohl alles entwickeln würde und ob überhaupt irgendwann noch einmal Licht in all das Dunkel scheinen würde. Gesundheitliche Rückschläge, emotionale Irrungen und Wirrungen, finanzielle Engpässe, Streit und Unverständnis in Freundschaften, Trennungen von gewohnten Abläufen und Menschen, all das gab es. Manchmal schienen Sorgen schwer auf beiden Schultern zu lasten.
Das sind Zeiten, in denen ich als Christ natürlich auch Anfragen an Gott habe. Die Frage nach dem Warum und die Frage, wozu das alles gut sein soll, bewegt sicher nicht nur mich in dunklen Momenten.

Das erinnert mich an eine Begebenheit, die uns in der Bibel erzählt wird. Da ist dieser alte Moses, der mit dem Volk Israel schon so lange durch die Wüste irrt und sich langsam – obwohl er sich von Gott beauftragt wusste, das Volk ins versprochene Land zu führen – wohl auch fragte, wohin dieser Weg denn nun eigentlich führen sollte. Warum es immer und immer wieder Schwierigkeiten gab und jeden Tag ein neuer Grund zur Sorge auftauchte. Die Bibel berichtet uns von einem Gespräch zwischen Moses und Gott, das ich – ein bissl nach meiner Vorstellung interpretiert – wiedergeben möchte.

Irgendwie habe ich den Eindruck, dass Moses an diesem Tag ein wenig Ermutigung brauchte. So ein „Aha-Erlebnis“, das die Dinge wieder zurechtrückt und Hoffnung macht. In seiner Niedergeschlagenheit fällt ihm nur noch eines ein, er will unbedingt Gott sehen. Er war ja mit Gott in Kontakt, hatte Gottes Weisungen und Anweisungen, Ratschläge und Hilfe bekommen, aber trotzdem, jetzt wollte er ein besonderes Erlebnis, durch das alles wieder Sinn und Glanz bekommen sollte.

Aber Gott lässt sich darauf nicht ein. Er sagt zu Moses: „Okay mein Freund, ich verstehe dein Anliegen, aber so wie du dir das vorstellst, so geht das nicht. Mich in all meiner Größe und Herrlichkeit zu sehen, das könntest du gar nicht ertragen.“
Ich weiß nicht, was Mose in diesem Moment wohl gedacht haben wird, aber er war sicher nicht sehr erfreut. Das merkt Gott natürlich auch und hat einen Vorschlag. Er sagt: „Pass mal auf Moses, ich stelle dich dort oben auf dem Berg in eine Felsspalte, so dass du geschützt bist. Diese Felsspalte decke ich mit meiner Hand zu und gehe dann an dir vorbei. Wenn ich meine Hand wieder wegnehme, kannst du mir nachschauen und noch etwas vom Glanz meiner Herrlichkeit und allmächtigen Größe sehen. Gerade so viel, dass du wieder erkennen kannst, mit wem du es zu tun hast und nur so viel, dass du es noch ertragen kannst.“
So macht Gott das dann auch und beschert Moses damit ein „Wow! – Erlebnis“ der ganz besonderen Art. Nachdem das Dunkel vorbei ist, kann Moses erkennen, dass es Gott war, der ihm nahe war und der sich in seiner ganzen Größe gezeigt hat.

So geht es auch mir. Am Ende des alten und zu Beginn dieses neuen Jahres kann ich sagen, dass in den dunkelsten Momenten Gott dabei war, alles gut zu machen. Am Ende lässt er mich erkennen, dass alles einen Sinn hatte und dass in schwierigen Momenten, in denen ich kein Ziel und keinen Weg mehr sehen konnte, seine Hand mich geschützt und geleitet hat. Dann plötzlich wird es hell, ich sehe, dass Schmerzen und Sorgen nur eine Begleiterscheinung waren auf dem Weg hin zu Neuem, zu Lebensfreude und Glück.
Ich würde mir wünschen, dass auch Sie rückblickend erkennen können, dass Gottes Hand immer da war. Dass er denjenigen, die an ihn glauben und sich ihm anvertrauen, Wegweisung und Hilfe gibt und dass in dunklen Momenten seine Hand schützend und bewahrend da ist. Wenn es dann wieder hell wird, können wir erkennen, dass es gut ist, so wie es geworden ist. Diese Erfahrung wünsche ich einem jeden auch für das neue, vor uns liegende Jahr.

 

Foto: Rike/pexelio.de

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