Geburtstage sind ja immer ein willkommener Anlass, nicht nur über Vergangenes, sondern auch über die Zukunft nachzudenken. Das tue auch ich, und wenn ich so darüber nachsinne, was mir, in den vor mir liegenden Jahren, noch wichtig sein wird und kann, dann fallen mir viele Dinge ein. Einige ganz praktische Vorhaben, die es zu erledigen gilt. Vieles betrifft natürlich meinen Glauben und mein Leben als Christ.

Ein kurzer Text des Theologen Peter Spangenberg, der mir heute, beim Durchblättern ein Buches in den Blick geriet, hat mich darüber nachdenken lassen, was ich denn in meinem Leben für die Menschen sein möchte, die mich umgeben und für die, denen ich noch begegnen werde.
Mein Fazit: Ich will ein Narr sein.

Narr und Koenig

(Narr und König, Klaus Süß – Chemnitz)
 

Vor dem König

Ich habe Seiner Majestät immer
wichtige Ratschläge gegeben”,
begann leise der Minister für Inneres,
als es mit dem König zu Ende ging.
”Ich habe Seiner Majestät stets die Akten vorgelegt”,
sagte der Minister für Äußeres nach kurzem Schweigen.
”Ich habe seiner Majestät die Speisen zubereitet”,
meinte der Hofkoch etwas verlegen.
”Ich habe seiner Majestät die Kleider genäht”,
wieselte der Hofschneider um die großen Herren herum.
”Ich habe seiner Majestät die Wunden behandelt und die
Schmerzen erleichtert”,
warf sich der Hofarzt in die Brust.
”Ich habe seiner Majestät den Vertrag meines Landes
unterbreitet”,
ereiferte sich der Botschafter von Andalusien.
”Ich habe seiner Majestät die Beichte abgenommen und die
Predigt gehalten”,
fügte der Schlosspastor hinzu.
Schweigen entstand.
”Und du?”, flüsterte der sterbende Monarch,
”was hast du für mich getan?” Mit dieser Frage wandte er sich an
den Zwerg, seinen Hofnarren.
Der Kleine schlug einen Purzelbaum bis an das Sterbebett, lachte
breit, schlug sich auf die Schenkel und flüsterte dann bescheiden:
”Ich habe Euer Majestät immer die Wahrheit gesagt.”
Da lächelte der König.

Menschen erheitern, zum Lachen bringen, unterhalten, ihnen Ablenkung von Sorgen und in schwierigen Situationen geben – ein schönes Ziel. Und dabei aber nie aus den Augen verlieren, was ich ihnen schuldig bin: Die Wahrheit!

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