Vom Prinzregenten Luitpold von Bayern wird die folgende kleine Geschichte erzählt:

Der Prinzregent hatte sich einst auf der Gemsjagd in den Bergen verstiegen. Ein Hütejunge fand den hilflosen Mann, führte ihn aus der Bergwand heraus und leitete ihn sicher zurück. Der Fürst bedankte sich mit einem Geldstück und fragte den Jungen nach Namen, Eltern und Wohnort. “Ich bin ein Findelkind, heiße Franzl und hüte heroben für die Bauern das Jungvieh”, war die Antwort des Jungen. Der Prinzregent wollte nun wissen, was er denn dafür bekomme. “Das Essen und ’s Gewand”, antwortete der Franzl. “Das ist aber wenig”, meinte der Fürst. Worauf ihn der Franzl erstaunt fragte:”Hast du vielleicht mehr?”

Hirtenjunge

Nun bin ich beileibe kein Anhänger der vollkommenen Bedürfnislosigkeit, und Leben in Armut gehört nicht zu meinen Lebenszielen. Allerdings erlaube ich mir die Frage zu stellen, ob es denn immer mehr und größer sein muss! Ich schätze Auto, Notebook, Handy, bequemes Wohnen und etwas Geld in der Tasche durchaus.
Wenn ich jedoch beobachte, wie viele meiner Mitmenschen sich abstrampeln, nur um das größere Auto, die größte Bildschirmdiagonale und das modernste Mobiltelefon ihr Eigen nennen zu können, dann habe ich den Eindruck, dass vielen Menschen heute Maß und Perspektive vollkommen verlorengegangen sind.
Gesundheit, einige gute Freunde, eine harmonische Partnerschaft, eine Arbeit, die mir Freude macht, das sind Dinge die ich weit höher bewerte, als all die Dinge, für die Menschen sich abschuften. Selbst vor Unehrlichkeit, Vertrauensmissbrauch oder gar Betrug, schreckt man nicht mehr zurück auf der Jagd nach dem “mehr”!

Im guten Buch finde ich dazu folgende Worte: Jeder ist reich, der an Gott glaubt und mit dem zufrieden ist, was er hat. Denn wir sind ohne Besitz auf diese Welt gekommen, und genauso werden wir sie auch wieder verlassen. Wenn wir zu essen haben und uns kleiden können, sollen wir zufrieden sein. (HFD 1.Tim. 6)

Erstaunlich! Jeder weiß genau, dass er nichts, aber auch gar nichts aus dieser Welt mitnehmen kann. Sollten die Prioritäten da nicht eigentlich ganz anders sein?

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