So leben, dass ich jederzeit für meine Gedanken, Worte und Taten Rechenschaft ablegen und Verantwortung übernehmen kann – ohne Scham!

So steht es in meinem Profil bei Utopia.de in der Rubrik “Ideen für eine bessere Welt”. Warum mir das so wichtig sei, wurde ich einmal gefragt. Nun, das hat verschiedene Gründe. Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein sehr webaktiver Mensch bin. In den verschiedenen Netzwerken, Communitys und Foren begegnen mir hin und wieder Menschen, deren Profil mir schon auf den ersten Blick nicht stimmig erscheint.

der glaeserne MenschVielleicht ergeht es manchem meiner geneigten Leser ja ebenso? Man schaut auf ein glänzend aufpoliertes Bild und fragt sich unwillkürlich, was wohl dahinter steckt, was dieser Mensch denn wohl zu verbergen hat. Meines Erachtens bewegt die – durchaus berechtigte – heftige Diskussion um die Fülle persönlicher Daten und Informationen im Web, auch ein wenig aus diesem Grund die Gemüter so sehr.

Wer möchte schon für jeden vollkommen durchschaubar, erkennbar und prüfbar sein?

Im Grunde geht es mir nicht anders. Aber gerade deshalb habe ich mich entschieden, ein klares, transparentes Leben zu führen. Meine Vergangenheit umfasst eine Reihe sehr bewegter Phasen, auf die ich nicht stolz bin, und auch meine Gegenwart ist nicht immer glänzend. Indem ich offen damit umgehe, werde ich für meine Mitmenschen erkennbar und einschätzbar.
Bei Axel Kühner las ich kürzlich folgende kleine, wahre Begebenheit:

Einige Jungen einer kleinen Stadt schrieben an stadtbekannte Persönlichkeiten einen Brief mit nur einem Satz: ”Es ist alles rausgekommen!” Die Folgen dieses üblen Scherzes waren furchtbar. Einer der Männer nahm sich das Leben. Ein anderer verließ die Stadt. Der dritte Mann wagte sich Monate nicht auf die Straße.

Eine schlimme Sache, wenn einen die eigene Vergangenheit auf diese Weise vermeintlich einholt, wenn kleine, schmutzige Geheimnisse aufgedeckt scheinen. Wie weiterleben, mit der Scham und der drohenden Schmach?
Deshalb mein Plädoyer für Klarheit und Transparenz. Übrigens gibt es ohnehin kein Verstecken, wenn es um Gott, den Ursprung und das Ziel allen Lebens geht. Er kennt und erkennt uns, durch und durch, bis in den hintersten, verborgenen Winkel. Die gute Nachricht: Er liebt uns dennoch!

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10 Kommentare zu „Transparentes Leben

  1. Ein wie immer sehr schön geschriebener, offener und berührender Blogpost.
    Bewundernswert wie Du mit Dir und Deiner Vergangenheit, Deinen begangenen Fehlern und Deinen vermeintlichen Schwächen umgehst. Immer im Vertrauen auf Gott und darauf, dass der große Mut, die immense Kraft, die es erfordert sich als Mensch anzunehmen, letztendlich zum eigentlichen Glück, der Weg zu Dir selbst und zu Deiner inneren Freiheit.

    Bist Du innerlich frei und ganz bei Dir ist die Transparenz und die darin liegende Klarheit das eigentliche (Gottes-)Geschenk.

    Lieben Gruß,
    Mariella

  2. Ich kann mich Mariella´s Kommentar nur anschließen! Ich teile Deine Sicht der Transparenz, Sec!

    Allerdings sollte man bedenken, dass Transparenz auch ihre Tücken hat. Es gibt nicht wenige Fälle, wo ganze Lebensläufe durch fingierte Gerüchte zerstört wurden, die sich im nachhinein als haltlos erwiesen (siehe oben).
    Ein alter Ausdruck hierfür ist „Rufmord“ und das Internet bietet hierzu die ideale Plattform!
    Wir leben in einer Informationsgesellschaft, wo jeder jeden bloßstellen kann, wenn er will – egal, ob wahr oder unwahr – und viele verstecken sich einerseits natürlich auch gerne im Netz hinter schillernden Avataren, um andererseits ihre Pfeile zu schießen!
    Die eigene Biographie transparent zu machen verlangt Mut und Aufrichtigkeit – aber wie Du schon sagtest, Sec, vor Gott kann sich keiner verstecken, er kennt uns inwendig und liebt uns vorbehaltlos!

  3. Ich möchte mich ebenfalls anschließen. Ehrlichkeit und Offenheit machen verwundbar, sie sollten dennoch sein.
    Aus meiner Sicht mit dem sanftmütigen Blick, den Jesus in der Bergpredigt gelehrt hat. Denn – wie sagte es schon Sören Kierkegaard:

    Das Leben versteht man nur im Rückblick; gelebt werden muß es aber vorwärts.

    Das Internet bietet eine ideale Plattform für Streitereien und Kämpfe, die in übler Manier geführt werden können, durch sogenannte „Zweckgerüchte“, Beleidigungen, Demütigungen und anderes, darum würde ich hier ebenfalls vorsichtig sein.

  4. Hallo Gerd, hab das bei Bento gesehn, echt heftig, da müßen ja alle drei krasse Sachen am laufen gehabt haben, dass sich einer sogar umgebracht hat und die anderen untergetaucht sind. Vielleicht illegale straftaten, die 10 Jahre Knast eingebracht hätten, oder sonst was ganz schlimmes.

    LG und Gottes Segen Liane

  5. Darf ich scherzen?
    ‚Es gibt zwar immer zwei Seiten, aber du kannst nur auf einer stehen.‘

    Da ist die Entscheidung doch einfach: Auf der richtigen Seite stehen.
    Dann ist das Leben einfach und klar.

    😉
    Gby

  6. Sollte ich es lieber erklären?
    Ich hatte es ironisch gebrochen mit einem wahren Kern gemeint und habe dazu Sec’s Zitat aufgegriffen.
    Die Geschichte der Zettel hatte ich vor 8 Jahren zum ersten Mal als fiktive Erzählung gehört.
    Wenn es tatsächlich passiert ist, ist ein Selbstmord natürlich bedauernswert.

    friedliche Grüße mar.

  7. Mittlerweile habe ich erfahren, dass man gegen cybermobbing im Wege der Privatklage vorgehen muss. Heißt das also, es kann straffrei verleumdet werden? Oder Identitätsdiebstahl wird ebenfalls nicht geahndet?
    Mir scheint, man muss immer vorsichtiger sein.

    Seid behütet,
    mar.

    1. Leider kenne ich mich in diesen Dingen überhaupt nicht aus, liebe mar. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass sich gegen so etwas strafrechtlich nichts unternehmen lässt.

      Grüßle, Sec

  8. Hallo Sec,

    es ist wohl zwischen Mobbing und Stalking zu unterscheiden.
    Bei Mobbing stürzt sich eine Gruppe von Leuten auf einen Einzelnen, bei Stalking sind Konstellation und Intention vermutlich anders zu bewerten. So genau kenne ich mich auch nicht aus, habe aber interessante Informationen zu dem Thema auf der Seite Computerbetrug.de unter Sicherheit im Internet gefunden.
    Man kann sich wehren.
    Ich für meinen Teil werde mich weiter um friedliche, gewaltfreie Kommunikation bemühen.

    Viele Grüße, mar.

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