Vor einiger Zeit hat sich eine neue Redewendung etabliert: “Danke für nichts!” Ihren Ursprung hat sie wohl in einigen US-amerikanischen Kinofilmen, und wie so oft, hat sich, mit etwas zeitlicher Verzögerung, dieser Spruch auch hier breitgemacht.
Zwar geht es in den Filmen jeweils darum, jemandem für einen “Bärendienst” zu danken, eine unterlassene Hilfe oder einen schlechten Rat, aber mir scheint dieser Satz doch symptomatisch zu sein für eine weit verbreitete Grundhaltung: Mein Leben ist das, was ich daraus mache, Erfolg habe ich durch meinen persönlichen Einsatz, meine eigene Leistung. Meine glückliche Ehe begründet sich in meiner klugen Partnerwahl und meine gesunden Kinder haben ihren Ursprung in meinen “Qualitätsgenen”.

Wofür also dankbar sein und vor allem wem?

Über Twitter bekam ich heute den Link zu einem Video bei YouTube. “Thank you” ist der Titel und es handelt sich um einen Song der Gruppe “Katinas”, der in diesem Video mit wunderschönen Bildern unterlegt wurde.

In diesem Song geht es darum, Gott zu danken. Für alles Schöne im Leben, für Sonnenschein und Regen, für das größte Geschenk im Leben, die Kinder und für seine Gegenwart auch in miesen Momenten.
Dankbarkeit ist eine der wichtigsten Zutaten für ein glückliches, zufriedenes Leben. In dieser kleinen Geschichte kam das hier ja schon einmal zur Sprache.

Nun mag der eine oder andere meiner geschätzten Leser zwar vehement protestieren und behaupten, das “Konzept Gott” sei heute nicht mehr relevant. Da kann ich dann nur zustimmen! Ich persönlich glaube auch nicht an das “Konzept Gott” sondern an einen real existierenden Gott. Ein großes, kaltes und leeres Universum, in dem wir einsam und verloren unsere Lebenszeit absitzen, ist für mich keine Alternative.
Deshalb ist ein “Danke für nichts!” auch keine Option für mich. Eher ein “Danke für alles!”, denn es hat mich zu dem werden lassen, der ich bin.

Wie wär’s mit einem Versuch? Eine kleine Portion Dankbarkeit für jeden Tag?

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8 Kommentare zu „Danke für nichts?

  1. Danke für diesen nachdenklichen und schönen Beitrag zum Thema Gott und Dankbarkeit.

    Mir kam beim lesen, die Frage, inwieweit wir in unserer heutigen Gesellschaft Dankbarkeit anderer annehmen und sie auch geben können.

    Und zur Dankbarkeit gegenüber Gott gehört auch für mich, die Demut vor der Grösse der Dinge, die uns umgeben.

    Ich jedenfalls bin jeden Tag aufs Neue Dankbar für die Liebe und Wertschätzung die ich erlebe und gern weitergeben darf.

    In diesem Sinne, danke für diese Zeilen Sec 🙂

  2. Salut sehr geschätzter Herr Sec

    Ich darf sagen, die Ausdrücklichkeit dieses Artikels imponiert mir sehr. So sehr jedenfalls, daß ich ein Kommentar anfügen möchte, was ich bisher nur einmal in meinem Leben gemacht habe.

    Vorweg, ich bin gläubiger Christ. Was heißen soll, daß ich ein in Jesus wiedergeborener Christ bin, falls dieser Ausdruck irgend jemandem geläufig ist.

    Danke ist ein sehr schönes Wort, in jeder Sprache der Welt. Und es ist ein Wort mit ausnahmslos positiver Bedeutung. Es zu gebrauchen ist ebenso zuträglich wie es zu hören.

    Dankbarkeit ist eine Frage des Respekts. Denn Dankbarkeit ist das Minimum an Respekt.

    Tag für Tag fallen uns Dinge zu, und wer sie nicht an ihnen erfreuen kann, führt ein armseliges Leben. Doch es ist lediglich eine Frage der Dankbarkeit. Wer sich an den kleinen Freuden des Lebens vergnügen kann, führt ein ungleich glücklicheres Leben. Es sind dankbare Menschen, die sich eines erfüllten Lebens erfreuen können.

    Für eine Sache dankbar zu sein ist eine Sache, wem gegenüber man dankbar ist, das ist jedoch etwas völlig anderes. Ich weiß wofür mein Dank gilt. Aber es stellt sich die Frage: wem gilt mein Dank? Ein Kind ist für das geschenkte Fahrrad wohl dankbar. Aber ist dieser Dank ziellos? Ist es nicht so, daß ein Danke immer auch eine Adresse hat?

    Gott selbst sagt in seinem Wort, der Bibel:

    Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, Gedanken des Friedens und nicht des Leides

    Da dies erfahrbar ist, möchte ich keine weiteren Worte hinzusetzen.
    Ich wünsche Ihnen viele gute Tage. Seien Sie gesegnet, Sie und die Ihren.

  3. @powercoach

    Du triffst den Nagel mit dem Kopf 😉 In der Tat habe auch ich den Eindruck, dass es Menschen heutzutage sehr schwer fällt, Dankbarkeit angemessen zum Ausdruck zu bringen. Noch schwerer ist es für manche, Dank anzunehmen. Oft erwarten wir zwar Dankbarkeit von unseren Mitmenschen wenn wir etwas für sie getan haben, kommt dieser Dank dann aber, wissen wir nicht damit umzugehen. Wir tun ihn mit einer lässigen Handbewegung ab:“Nicht dafür..“!

    Herzlichen Dank übrigens für deinen Kommentar hier 🙂 Es ist schön, dich auch mal hier zu lesen!

    Grüßle, Sec

  4. @Mario Tosani

    Lieber Mario!

    Ein gescheiter Mitchrist hat einmal gesagt: Im Himmel sind wir ohnehin alle per du. Deshalb wähle ich diese Anrede 😉
    Herzlichen Dank für deinen Kommentar und für dein klares Bekenntnis zu unser beider Glaubensgrundlage!
    Du hast vollkommen recht, Dank kann nicht ziellos sein! Ich glaube auch, dass die Ursache für ein Leben in Unzufriedenheit sehr häufig darin liegt, dass Menschen nicht mehr dankbar sind, es nicht mehr sein können. Sie haben den Geber wegrationalisiert, Gott abgeschafft und damit kein Ziel mehr für Dankbarkeit. Dann dankt man halt dem Universum, sich selbst oder im Zeifelsfall überhaupt nicht mehr.

    Ich jedenfalls habe eine Adresse für meinen Dank, der natürlich, wie du treffend ausgedrückt hast, immer auch mit Respekt zu tun hat. Im speziellen Fall trifft vielleicht das Wort Ehrfurcht noch besser.

    Grüßle, Sec (Gert)

  5. Ein WUNDERvoller Blogpost lieber Gert!

    Ich erachte die Dankbarkeit als Glaubens- und wichtigste Lebensgrundlage. In der Dankbarkeit liegt sehr große (Lebens-)Kraft.

    Dankbarkeit lehre ich auch meinen kleinen Sohn. Wir bedanken uns allabendlich im Gebet für alles was ist und dafür dass wir einander haben. Der Dank gilt nie materiellen Dingen. Wir bedanken uns für die Liebe, die wir füreinander empfinden und jeden Tag aufs neue schenken und geschenkt bekommen.

    DAS ist unser wertvollstes Geschenk.

    Lieben Gruß, Mariella

  6. .. wenn ich ein Dankeschön (ganz bewusst aus einer ähnlichen Motivation, wie hier beschrieben) an meine Mitmenschen und Freunde „sende“, dann kommt auch schon mal ein vor Scham errötetes „… du sollst doch nicht Danke sagen“ 🙂

    Gestern hat mich eine Dame an der Kasse vorgelassen, natürlich sage ich Danke. Aber nach dem Bezahlen habe ich noch mal ein sehr bewusstes Danke „gesendet“. Ich glaube, unser beider Tag war anschließend schön und mit einem Lächeln besetzt.

  7. Lieber Sec,
    zwei kleine Anmerkungen zu deinem Artikel aus meinem Dunstkreis:

    Bei uns in Portugal ist die korrekte Antwort auf ein „obrigado“ – „de nada“
    also tatsächlich die Kombination „Danke / für nichts“ – allerdings in etwas anderem Kontext, als du hier beschreibst.

    Die zweite Sache hat nur gar nichts mehr mit dem Text zu tun, ich fand es aber interessant. Als wir hier mal Japaner zu Besuch hatten, stellte sich heraus, dass ihr „arrigato“ unserem portugiesischen Danke im Wortklang sehr ähnlich ist, es gibt – soweit mir bekannt – sonst nirgendwo ein ähnlich klingendes „Danke“.

    LG + Segen

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