Mia Bernstein hat mir ihr Buch geschickt. Als ich heute Morgen vom Arztbesuch zurückkam, (in meinem Alter sind Arztbesuche Teil des Rituals) lag es im Briefkasten.
1. Notiz Es gibt offensichtlich Frauen, die ihre Versprechen halten. Selbst wenn sie, wie in meinem Fall, keine Erwartungen daran knüpfen. Ja sogar dann, wenn das Versprechen gar kein “richtiges Versprechen” war. Mehr so ein freundlicher Satz nebenher.
2. Notiz Die Umschlaggestaltung und die Illustrationen von Michaela von Aichberger sind großartig.

Erdbeerflecken

Bevor ich anfange zu lesen, erst einmal hinein schnuppern. Blättern, ein paar Sätze aufnehmen, Inhaltsverzeichnis durchschauen… und dann bin ich plötzlich gefangen.

Vertrauen, so heißt die Überschrift, die mich gefangen nimmt. Das Wort hat eine ungeheuer große Bedeutung für mich und lässt sofort eine ganze Anzahl Assoziationen in mir aufsteigen. Ich lese die Geschichte gleich mehrmals. Schon die ersten Sätze haben es mir angetan:

Vertrauen, Liebe und Bedingungen gehören nicht zusammen. “Ich vertraue Dir, wenn…”, das funktioniert so nicht.

Ist das so? Nachdenken, noch mal lesen, nachdenken, zögerliche Zustimmung und weiterlesen. Ungeheuer dicht sind die Bilder, Stimmungen und Gefühle, die mir aus dem Text entgegenkommen. Vor allem bin ich beeindruckt von der Fähigkeit der Autorin, mit wenigen Worten Bilder aufsteigen zu lassen und dennoch genug Raum für eigene Bilder zu geben.

Der Mond spendete Licht, unsere Schatten spielten miteinander, sichtbare Berührungen.

Könnte ich nur sichtbar machen, was ich beim Lesen dieses Satzes sehe, höre, rieche, fühle…

3. Notiz Keine Notizen mehr! Erdbeerflecken ist kein Buch, das man analysieren, sezieren, wiegen und vermessen sollte. Dieses Buch muss man erfühlen. Dann hinterlässt es Erdbeerflecken auf der Seele.

 

Advertisements