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Über das Glück, was es ist und wie es zu erlangen sei, darüber hat wohl jeder schon einmal nachgedacht. Manche Ergebnisse solcher Denkvorgänge muten ein wenig seltsam an.

Seit einiger Zeit bekomme ich in unregelmäßigen Abständen Infomail von Sandra. Nur um das gleich klarzustellen: Sandra ist eine sympathische, aufrichtige, schätzenswerte Person, mit der ich auf beruflicher Ebene eine Zeit lang zu tun hatte. Mir liegt also nichts ferner, als Sandra in irgend einer Weise zu verunglimpfen. Die Inhalte ihrer Mail sind einfach nur symptomatisch für eine seltsame Begriffsverwirrung, die in den letzten Jahren immer mehr Raum greift.

GlückFinderKinder Da gibt es “Glücksworkshops” für Kinder, sprich Zeltlager mit schönen Freizeitaktivitäten und einer täglichen Stunde Glückstraining, in denen sie zu  “GlücksFinderKindern” geschult werden.

Eine Ausbildung zum Glücksbotschafter wird angeboten und Glückfindungs-Seminare stehen unter dem Motto:

“Sie wollen täglich Glücksgefühle erleben? Dann tun Sie etwas dafür!”

Da sind wir dann auch schon beim Kern der Sache angelangt. Wo immer von Glück die Rede ist, wird dieser Begriff recht schnell mit “Glücksgefühlen” gleichgesetzt.
Ein wenig googeln und es wird klar, dass mittlerweile durchgängig Glück und Glücksgefühle verwechselt werden.
Ob es eine Website mit “Psychotipps” ist, auf der Glücksrezepte empfohlen werden, die Seite eines unabhängigen “Altersvorsorge-Beraters”, der Glück mit Glücksgefühlen gleichsetzt, ein interessanter Artikel bei der “WELT-ONLINE”, eine Veröffentlichung bei “Bild der Wissenschaft” oder die Erkenntnisse eine Autoren bei “SPIEGEL ONLINE”, der sich mit Botenstoffen, Gehirnfunktionen und Drogen beschäftigt – bei allen findet die gleiche Begriffsvermengung statt.

Glück = Glücklichsein = Glücksgefühle

Nun will ich dem geneigten Leser nicht länger vorenthalten, was schon in der Überschrift angekündigt ist, den KLUGEn.Kluge

Der Kluge” ist ein etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache und eines der meistfre-quentierten Bücher in meiner Bibliothek. Wer – wie ich – Sprachgenauigkeit zu schätzen weiß, der kommt oft nicht umhin, sich über genauen Ursprung und die – sich oft wandelnde – Bedeutung eines Wortes Klarheit zu verschaffen. Nachdem mir der Gebrauch des Wortes “Glück” in der letzten Zeit immer suspekter wurde, habe ich also meinen “Kluge” zu Rate gezogen um sicherzustellen, dass ich mit meinen Ansichten über Inhalt und Bedeutung dieses Wortes richtig liege.
Der Einfachheit halber zitiere ich nachfolgend mal aus Wikipedia, da die Eintragung bei Wiki in etwa mit “dem Kluge” übereinstimmt.

“Das Wort „Glück“ kommt von mittelniederdeutsch gelucke (ab 12. Jahrhundert) bzw.mittelhochdeutsch gelücke. Es bedeutete „Art, wie etwas endet/gut ausgeht“. Glück war demnach der günstige Ausgang eines Ereignisses.”
Der Kluge hat hier noch den ergänzenden Hinweis auf die Bedeutungsübertragung aus dem Altfranzösischen destinée = Festsetzung, Bestimmung, Beschluß und andererseits “christliches Fatum” ins Altniederfränkische gilukki = beschließen, festsetzen, bestimmen, das in den mittelniederdeutschen Begriff gelucke (geluc) eingeflossen ist.

Glück bedeutet demnach, dass etwas gelingt, den günstigen Ausgang oder das gute Ende eines Ereignisses.

Da stellt sich mir die Frage, inwiefern das nun zwingend mit Glücksgefühlen zusammenhängt? Natürlich können das glückliche Ende eines Ereignisses oder das Gelingen eines Vorhabens, oder das Erreichen eines vorgenommenen Zieles auch Glücksgefühle hervorrufen – keine Frage. Aber “Glücksgefühle” sind eben nicht “Glück”! Glücksgefühle erlebt auch ein Junkie wenn die Wirkung seiner Droge einsetzt.
Scheinbar sind wir auf dem besten Wege eine Gesellschaft von Glückgefühlsüchtigen zu werden, für die die Ausschüttung von Endorphinen das höchste anzustrebende Ziel ist. Wenn “Sandras GlücksFinderKinder” bei ihrem Glückstraining lernen, dass es ein erstrebenswertes Ziel höchster Priorität sei, den ganzen Tag Glücksgefühle zu verspüren und “das Glück” schlechthin sei es, sozusagen mit einem blödseligen Grinsen im Gesicht durch das Leben zu gehen, so halte ich das sogar für bedenklich.

Was Glück, also der günstige Ausgang eines Ereignisses” oder das Gelingen eines Planes, das Erreichen eines Zieles sein kann, das kann für den Einzelnen sicher sehr unterschiedlich sein. Für den einen können es eine gelungene Ehe, gesunde Kinder, Erfolg im Job, ein schönes Haus oder gar ein Lottogewinn sein, für den anderen sind es vielleicht schon die warme Wohnung und die regelmäßigen Mahlzeiten. Wir alle streben auf die eine oder andere Art nach dem, was für uns Glück bedeutet – das ist nur natürlich und richtig. Die Sucht nach einem permanenten “Highsein”, ist es sicher nicht.

Im guten Buch finde ich eine überdenkenswerten Hinweis darauf, wie Glück zu erlangen ist:

“8 Wenn du deinen Verstand schärfst, tust du dir selbst etwas Gutes; wenn du deiner Einsicht folgst, findest du das Glück.”
(Sprüche 19:8)

In diesem Sinne wünsche ich meinen geschätzten Lesern viel Glück!

Meine geschätzten Leser erinnern sich sicherlich, vor einigen Monaten bin ich von “hier nach dort” umgezogen. 

Schlohof 10 - BurgDie Wohnung gehört der Gemeinde, die das Gebäude, das auf den Resten einer alten Burg gebaut wurde, vor langer Zeit einmal als Rathaus genutzt hat. Meine Bewerbung um diese Wohnung ging also an die Gemeindeverwaltung und mein Ansprechpartner dort war der stellvertretende Gemeindekämmerer, ein sehr netter Mensch übrigens. (Ich bitte um Verständnis für diese Anmerkung – auch eine kleine, ländliche Gemeinde in Baden-Württemberg hat heutzutage einen Internetzugang!)
Irgendwann wurde ich dann ins Rathaus (das neue, moderne Rathaus) eingeladen, um den Mietvertrag zu unterzeichnen. Mein Erstaunen war recht groß, als mich dieser nette Mensch bei der Vertragsunterzeichnung fragte, ob denn meine Handynummer noch die aktuelle Nummer sei, unter der man mich erreichen könne. Verblüfft fragte ich mich und auch ihn, ob ich ihm denn diese Nummer mitgeteilt habe. Seine, von einem verlegenen Lächeln begleitete, lapidare Antwort war: “Na ja, Internet halt. Sie wissen ja, Google.”
Zunächst, ich gebe es offen zu, war ich ein wenig empört! Da spioniert mir also jemand nach. Der Abgleich mit meinem eigenen Verhalten hat die Empörung dann aber sehr schnell wie eine Seifenblase platzen lassen.

Ein neuer Nachbar ist ins Haus gezogen. Aha, Musiklehrer ist er also. Seine Lebensgefährtin? Ebenfalls Musiklehrerin, ist ja interessant. Kurz darauf – noch ein neuer Hausbewohner. So so, der ist also bei der Piraten Partei… ist ja witzig. Die Mutter meiner Zwillinge erzählt etwas über eine Kollegin, die offensichtlich psychisch ein wenig neben der Spur liegt. Ach, schau an! Die Dame ist aktives Mitglied eines Musikvereines? Seltsam, Musiker sind doch im allgemeinen ganz nette Zeitgenossen.
Kürzlich traf ich bei einem Seminar auf einen unangenehm lauten Dummschwätzer. Aha, der hat aber schon sehr viel angefangen und offensichtlich alles in den Sand gesetzt… Unser Dorfbäcker übrigens, hat anscheinend keinen Internetzugang, über den findet sich ja rein gar nichts im Web. Aber dafür umso mehr über unseren Pfarrer. Einer seiner Vorfahren  hat wohl um 1840 herum im Saarland eine Fabrik für Pappmaché-Produkte gegründet.

Google Endlos die Liste derjenigen Zeitgenossen, die ich im Nachgang zu alltäglichen Begegnungen schon regelrecht “durchgegooglet” habe. Bevor mir dieser nette stellvertretende Gemeindekämmerer sozusagen die Augen geöffnet hat, war mir gar nicht bewusst, wie sehr Google schon zu einem Bestandteil meines Sozialverhaltens geworden ist. Ob ein Busfahrer nun besonders freundlich oder besonders garstig agiert, er braucht nur ein Namensschildchen zu tragen und schon kann ich nicht widerstehen. Die Mutter einer Klassenkameradin einer meiner Töchter fällt mir unangenehm auf? – Google! Eine Zufallsbekanntschaft äußert sehr suspekte politische Ansichten? – Google! Meine Hausärztin erzählt mir von ihren Bedenken hinsichtlich eines bestimmten Medikamentes? – Google!
Ich bin mir nicht sicher, ob ich mein Verhalten und meine exzessive Nutzung der Google Abfrage nun als bedenklich empfinden soll, oder ob einfach künftig der ganz normale Alltagsumgang mit anderen Menschen so aussieht: Jeder findet fast alles über fast jeden Mitmenschen heraus – so er denn will!
Übrigens, so ganz nebenbei gefragt: Wie buchstabiert man ihren Namen nochmal?

 

 

Einige meiner geneigten Leser wissen es ja schon: Ich werde demnächst umziehen. In den letzten Jahren bin ich fast täglich, mitunter mehrmals, die Strecke zwischen meinem Wohnort und dem Wohnort meiner Zwillinge und ihrer Mutter, gefahren. Im Zuge steigender Benzinpreise und der knapper werdenden Lebenszeit, scheint mir dieser Aufwand nicht mehr gerechtfertigt.

Umzug2

Nun heißt es, die alte Wohnung komplett zu renovieren und die neue Wohnung Stück für Stück einzurichten. Den Umzug selbst werde ich in der letzten Aprilwoche durchziehen. Die neue Wohnung hat den Vorteil, dass sie nur 50 Meter vom Kindergarten, den meine Zwillinge zur Zeit besuchen, entfernt liegt, und auch die Schule, in die sie ab September diesen Jahres gehen werden, ist nur wenige hundert Meter entfernt.
Es wird den beiden also künftig jederzeit möglich sein, mal bei Papa “anzuklingeln”, Nahrungs- und Getränkenachschub aufzunehmen und Hilfe bei den Hausaufgaben anzufordern.

dachausbau Gleichzeitig gibt es ab heute auch noch “anderswo” etwas zu tun. Die Mutter meiner Zwillinge hat ihre derzeitige Wohnung vor einigen Jahren mit der Option erworben, den darüber liegenden Dachboden auszubauen und dort zwei Kinderzimmer und ein kleines Badezimmer einzurichten. Hier stehen nun die ersten Baumaßnahmen an (Wärmedämmung, Elektro- und Heizungsinstallation, Wände errichten, etc.), die ich überwiegend selbst durchführen werde.

 

Da ich zeitgleich auch noch heftig damit befasst bin, meine neue berufliche Tätigkeit und den damit verbundenen Unternehmensstart vorzubereiten, werden meine Tage in der nächsten Zeit recht gut ausgefüllt sein.
Das bedeutet für mich zwangsläufig, an anderen Stellen Abstriche zu machen. Da ich ohnehin selten mehr als 5 Stunden Schlafenszeit in Anspruch nehme, wird in diesem Bereich kein großer Zeitgewinn mehr möglich sein.
Der einzige Weg, das eine oder andere Stündchen Zeit für all die anstehenden Arbeiten zu gewinnen, scheint mir die Einschränkung meiner Onlineaktivitäten zu sein.

Es wird deshalb hier in den nächsten Wochen nicht sehr viel Neues zu erwarten sein. Aber wie hieß es früher so schön, am Ende der jeweiligen “Tom und Jerry” Zeichentrickfilmfolgen im Fernsehen?

Heute ist nicht alle Tage, ich komme wieder, keine Frage!

 

 

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Gestern fiel mir ein Tweet von Magnus Bühl (@erfolgsmatrix) auf, dessen Tweets ich sehr schätze. Für notorische Nichttwitterer vielleicht die Erläuterung, dass Tweets diese, auf 140 Zeichen begrenzten, Einlassungen der verschiedensten Menschen auf dem “Social-Media-Dienst” Twitter sind.

Tweet

Die Anmerkung “hmmm…” von Magnus, war auch meine erste Reaktion auf den Inhalt dieses Zitates. Ist das so? Kann heute tatsächlich nur noch der leben, der an kein Happy End mehr glaubt? Mir fiel dazu spontan eine kleine Geschichte ein, die ich vor Jahren einmal las.

Ein Junge sollte einen Hund bekommen. Zusammen mit seinem Vater sollte er sich beim Züchter einen Hund aussuchen. Vater und Junge betrachteten den Wurf Hunde, und der Vater fragte seinen Sohn, welchen von den Hunden er haben wolle. Der Junge schaute lange auf die durcheinander purzelnden Welpen und deutete schließlich auf einen Hund mit besonders heftig wedelndem Schwanz und sagte: “Diesen da mit dem glücklichen Ende!” Hundewelpen 

 

Jeder Mensch hat Sehnsucht nach einem glücklichen Leben und wartet auf ein glückliches Ende seiner Träume und Erwartungen. Aber das Leben hat uns, durch viele Enttäuschungen und geplatzte Träume gelehrt, dass allzu oft nur ein “dickes Ende” ins Haus steht. Lapidare Sätze wie "Das dicke Ende kommt noch..”  oder “Das dicke Ende kommt zuletzt!” zeigen ganz deutlich, dass Ängste und Befürchtungen oftmals unseren Horizont verdüstern

Dieser pessimistischen Erwartungshaltung will ich in meinem Leben keinen Raum geben. Immer in der Erwartung eines “dicken Endes” zu leben, alle Pläne und Träume mit einem negativen Vorzeichen zu versehen und ein “Happy End” schon gleich zu Anfang auszuschließen, das ist meine Sache nicht. Was für ein Leben soll das denn sein? Auch wenn Ernst Jünger, als Philosoph von Weltgeltung,  mir sicher in vielen Belangen haushoch überlegen war, in diesem Punkt erlaube ich mir eine andere Sicht.

Meine Hoffnung und mein Vertrauen richte ich da lieber auf das Versprechen meines Schöpfers. So wie es der Schreiber eines Psalms im guten Buch ausgedrückt hat:

Jetzt aber bleibe ich immer bei dir, und du hältst mich bei der Hand. Du führst mich nach deinem Plan und nimmst mich am Ende in Ehren auf. (Psalm 73:23,24 HfA)

 

Geburtstage sind ja immer ein willkommener Anlass, nicht nur über Vergangenes, sondern auch über die Zukunft nachzudenken. Das tue auch ich, und wenn ich so darüber nachsinne, was mir, in den vor mir liegenden Jahren, noch wichtig sein wird und kann, dann fallen mir viele Dinge ein. Einige ganz praktische Vorhaben, die es zu erledigen gilt. Vieles betrifft natürlich meinen Glauben und mein Leben als Christ.

Ein kurzer Text des Theologen Peter Spangenberg, der mir heute, beim Durchblättern ein Buches in den Blick geriet, hat mich darüber nachdenken lassen, was ich denn in meinem Leben für die Menschen sein möchte, die mich umgeben und für die, denen ich noch begegnen werde.
Mein Fazit: Ich will ein Narr sein.

Narr und Koenig

(Narr und König, Klaus Süß – Chemnitz)
 

Vor dem König

Ich habe Seiner Majestät immer
wichtige Ratschläge gegeben”,
begann leise der Minister für Inneres,
als es mit dem König zu Ende ging.
”Ich habe Seiner Majestät stets die Akten vorgelegt”,
sagte der Minister für Äußeres nach kurzem Schweigen.
”Ich habe seiner Majestät die Speisen zubereitet”,
meinte der Hofkoch etwas verlegen.
”Ich habe seiner Majestät die Kleider genäht”,
wieselte der Hofschneider um die großen Herren herum.
”Ich habe seiner Majestät die Wunden behandelt und die
Schmerzen erleichtert”,
warf sich der Hofarzt in die Brust.
”Ich habe seiner Majestät den Vertrag meines Landes
unterbreitet”,
ereiferte sich der Botschafter von Andalusien.
”Ich habe seiner Majestät die Beichte abgenommen und die
Predigt gehalten”,
fügte der Schlosspastor hinzu.
Schweigen entstand.
”Und du?”, flüsterte der sterbende Monarch,
”was hast du für mich getan?” Mit dieser Frage wandte er sich an
den Zwerg, seinen Hofnarren.
Der Kleine schlug einen Purzelbaum bis an das Sterbebett, lachte
breit, schlug sich auf die Schenkel und flüsterte dann bescheiden:
”Ich habe Euer Majestät immer die Wahrheit gesagt.”
Da lächelte der König.

Menschen erheitern, zum Lachen bringen, unterhalten, ihnen Ablenkung von Sorgen und in schwierigen Situationen geben – ein schönes Ziel. Und dabei aber nie aus den Augen verlieren, was ich ihnen schuldig bin: Die Wahrheit!

Durch einen Beitrag von Ilona bin ich auf dem Notizblog auf ein Video gestoßen, dass – zwar etwas amerikanisiert, aber doch ganz klar – aufzeigt, wie und warum wir konsumieren. Konsumieren in einer Art und einem Umfang, die nicht mehr zu verantworten sind. Zu meinem Eintrag – in dem dies Video in drei Teilen, mit deutscher Übersetzung, zu sehen ist – möchte ich noch vorab etwas anmerken:

  • Stuff-Story-1Die drei Teile dauern insgesamt ca. 20 Minuten. Es lohnt sich also nur  diesen Eintrag zu lesen und anzuschauen, wenn der geneigte Leser auch bereit ist, diese 20 Minuten seiner kostbaren Lebenszeit dafür einzusetzen.
  • Adolf Grimme Meine politische Haltung – und die spielt bei der Verbreitung dieses Videos ein große Rolle – ist eine “grüne Version” der folgenden Aussage von Adolf Grimme:
    ”Ein Sozialist kann auch Christ sein, aber ein Christ muss immer auch Sozialist sein.” Diese Haltung will ich nicht verschweigen, auch wenn es dem einen oder anderen Leser sauer aufstoßen sollte.

  • Wer, wie ich, Kinder hat (vor einigen Tagen bin ich zudem Großvater geworden), der macht sich (hoffentlich!) auch Gedanken darüber, was für eine Welt wir unseren Kindern und Enkeln hinterlassen. Mich erfüllt die Entwicklung in Politik und Wirtschaft, gelinde gesagt, mit großem Unbehagen.cslewis
  • Mitunter drängt sich mir die Frage auf: Sehen unsere Politiker und Wirtschaftsbosse denn eigentlich nicht, wohin sie uns führen? Wollen sie es vielleicht gar nicht sehen? In einem alten Aufsatz (1958) von C.S.Lewis habe ich dazu einen Gedanken gefunden, der mir manches erklärlicher scheinen lässt, mich allerdings auch ein Stückchen ratloser werden lässt.
  • Ich will kurz ein paar Sätze aus dem Aufsatz Gefügige Sklaven des Wohlfahrtsstaates” zitieren:
    All das bleibt eine Bedrohung, selbst dann, wenn der Gesellschaftsform, die sich von der Art unserer Bedürfnisse her anbietet, ein Erfolg ohnegleichen beschieden sein sollte. Aber ist das überhaupt sicher? Wer garantiert uns, dass unsere “Herren” das Versprechen, das uns dazu gebracht hat, uns an sie zu “verkaufen”, halten können und wollen? Lassen wir uns von Phrasen wie >Der Mensch nimmt sein Schicksal selbst in die Hand< nicht täuschen. Was in Wirklichkeit allein geschehen kann, ist höchstens, dass einige Menschen das Geschick der übrigen in die Hand nehmen. Sie werden auch nur Menschen sein; keiner von ihnen vollkommen, manche machtgierig, grausam und falsch. Je vollständiger wir vereinnahmt wurden, um so mehr Macht werden sie ausüben. Haben wir irgendeinen Grund entdeckt, warum Macht diesmal nicht ausarten sollte?”

Hier nun die drei Teile des Videos. Teil 1 erläutert die Grundlagen unseres linearen Systems, während Teil 2 und 3 mehr auf die Gründe, Hintergründe und Ziele eingehen:

Im guten Buch habe ich übrigens ein sehr altes Statement zur “politischen Situation” gefunden:
Jes 9,15 Denn die Führer dieses Volkes sind Verführer. Wer sich ihnen anvertraut, wird in die Irre geleitet.
Vielleicht ist es ja angebracht, unseren Blick nicht immer nur auf die Herrschenden zu richten, sondern höher, darüberhinaus!

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Nach der Krise ist vor der Krise, so sagt man, und es führt kein Weg an der zwingenden Logik dieses Satzes vorbei. Man muss kein Prophet sein um zu sehen, dass die Wirtschafts- und Finanzmarktprobleme hierzulande, in Europa und weltweit noch lange nicht ausgestanden sind. Eine teuer erkaufte Atempause – das ist es, was Wirtschafts- und Finanzfachleute weltweit zu prognostizieren vermögen, mehr nicht.

Börsensaal Wird diese Atempause genutzt umzudenken, die bestehenden Systeme einer grundlegenden Überprüfung zu unterziehen und allfällige Änderungen herbeizuführen? Ich befürchte, leider nicht!
Griechenland, Portugal und mit ihnen eine Reihe von weiteren europäischen Ländern, stehen vor schier unlösbaren Finanzproblemen und an den Börsen dieser Welt werden ganz ungeniert Wetten auf ihre Zahlungsunfähigkeit abgeschlossen. Da wird wieder munter weiter mit undurchschaubaren Finanzkonstrukten und zweifelhaften Papieren gezockt und Milliardensummen werden aufs Spiel gesetzt.

Ein wenig erinnert mich das alles an die kleine Geschichte eines Jugendfreundes, der als Lehrling von seinem Meister zum Eisenwarengroßhändler geschickt wurde, um “Siemens-Lufthaken” zu kaufen. Noch heute muss ich schmunzeln, wenn ich daran denke, wie er verschämt erzählte, dass der Meister und die Gesellen in seiner Firma noch wochenlang brüllend lachten, wann immer sie sich daran erinnerten, wie er vom Eisenwarengroßhändler mit einem leeren Karton zurückgeschickt wurde.

Jetzt wird sich der geneigte Leser vielleicht so langsam fragen: Was will er uns denn nun eigentlich sagen? Nun, der eigentliche Grund für meine Zeilen liegt in einem Gespräch, dass ich kürzlich mit einem guten Freund führte. Darin ging es um meine Pläne, einen beruflichen Neustart auf selbstständiger Basis zu wagen. Seine erste Frage – mit Blick auf die wirtschaftliche Situation – war:”Glaubst du, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, ein solches Wagnis einzugehen?” Ich muss zugeben, diese Frage hatte mich bis dahin nicht sonderlich beschäftigt. Ich war der Ansicht: Irgendwo auf der Welt ist immer gerade Krise und irgendwo wird immer gerade Geld verdient.
Das mag natürlich so sein, aber ich lebe ja nicht “irgendwo”, sondern hier. Wie sieht es hierzulande aus mit den Möglichkeiten und Chancen, in der jetzigen Situation, erfolgreich ein Geschäft aufzubauen?

eisverkaeuferZu einem guten Geschäftsplan gehört natürlich, die Möglichkeiten, den Bedarf und auch die Schwächen und Stolperfallen eines anvisierten Marktes möglichst genau einzuschätzen. Im tiefsten Winter einen Verkaufswagen anzuschaffen, um damit in den Straßen italienisches Eis anzubieten hat wenig Sinn, das weiß sicher jeder. An sich ist italienisches Eis ja ein gutes, beliebtes Produkt, wenn man es zum richtigen Zeitpunkt anbietet. Bei diesem Produkt ist es relativ leicht, eine Antwort auf die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt zu finden. Bei anderen Produkten und Dienstleistungen ist diese Frage nicht so leicht zu beantworten. Ich habe für mich zwei grundlegende Antworten gefunden:

  • Wenn der Bedarf für ein Produkt oder eine Dienstleistung erkennbar ist, dann ist der richtige Zeitpunkt immer “jetzt”. Politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen mögen sich verändern, Menschen werden jedoch immer konsumieren. Seit die Menschheit das autarke, ländliche Leben zugunsten einer Arbeitsteilung mit gegenseitigen Verflechtungen und Abhängigkeiten aufgegeben hat, ist das ein Fakt.
  • Wenn die Zeit für eine Idee, eine Entwicklung oder ein neues Produkt reif ist, dann werden sie sich durchsetzen.

Ich weiß aus meinem persönlichen Umfeld, dass viele Menschen vor der Frage stehen, wie sie auf die verschärften Bedingungen am Arbeitsmarkt reagieren können, und ob nicht vielleicht der Schritt in die Selbstständigkeit die richtige Antwort sein könnte. Natürlich gibt es das Ängste, Zweifel und Unsicherheiten.
Die habe ich auch! Und damit komme ich nun (endlich, wird mancher vielleicht sagen) zum eigentlichen Punkt. Ich gehöre zu den Menschen, die ihren Mut in einer inneren Gewissheit finden. Eine Gewissheit, die trägt, Vertrauen gibt und alle situationsbedingten Unsicherheiten relativiert. Ich möchte diese Gewissheit mal mit den Worten Karl Barths ausdrücken:

Karl Barth

Am 9. Dezember 1968, dem Abend vor seinem Tod, telefonierte der evangelische Theologe Karl Barth mit seinem Freund Eduard Thurneysen und gab ihm als Vermächtnis mit: “Ja, die Welt ist dunkel…… Nur ja die Ohren nicht hängen lassen! Nie! Denn es wird regiert, nicht nur in Moskau oder in Washington oder in Peking, sondern es wird regiert, und zwar hier auf Erden, aber ganz von oben, vom Himmel her! Gott sitzt im Regimente! Darum fürchte ich mich nicht. Bleiben wir doch zuversichtlich auch in den dunkelsten Augenblicken! Lassen wir die Hoffnung nicht sinken, die Hoffnung für alle Menschen, für die ganze Völkerwelt! Gott lässt uns nicht fallen, keinen einzigen von uns und uns alle miteinander nicht! – Es wird regiert!”

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht?

In seiner Souveränität wählt der Mensch ein zukünftiges Ziel als Ausrichtung seines Plans und distanziert sich so von dem gegenwärtig Vorliegenden, um das Mögliche realisieren zu können. Diese Freiheit der Tat, diese Souveränität des Plans zeichnet menschliches Sein in so unverwechselbarer Weise aus, dass es unmöglich wäre, ihm diese Eigenschaft zu nehmen, ohne es daraufhin als leblos erklären zu müssen. Leben, das sich nicht mehr verändern kann, ist zum Stillstand gekommen. (Sartre, Kritik der dialektischen Vernunft)

Sartre1 Natürlich hatte der Philosoph nicht vornehmlich die Erstellung von Geschäftsplänen und die Entwicklung von Unternehmensstrategien im Sinn. Dass ein Ziel und ein Plan zur Erreichung des gewählten Zieles die Grundvoraussetzung für Bewegung und Veränderung im Leben sind, gilt aber für alle Bereiche des Lebens. Mit dem Begriff des Plans schafft Sartre in seiner Kritik der dialektischen Vernunft jene Bezeichnung menschlicher Aktion, die dem Terminus des “Entwurfes” in Das Sein und das Nichts am nächsten kommt. Denn auch im Plan verfolgt der Mensch ein Ziel, das die Gegebenheiten seiner gegenwärtigen Situation überschreitet, sich also erst in der Zukunft wird realisieren lassen. Über das bloße Interesse hinausgehend, setzt der Plan gezielt die im Augenblick verfügbaren Mittel, bei denen es sich auch um Produktionsmittel oder Arbeitskräfte handeln kann, zur Erreichung des beabsichtigten Erfolges ein, ist damit also auch ein Akt der Freiheit. Denn planend entwirft sich der Mensch auf die Zukunft hin, planend verwandelt er das Gegebene. Diese Umgestaltung ist der Ausgangspunkt und das Medium jeder Aktion. (Siehe Sartre von Susanne Möbuß)

Soweit so gut! Brenzlig wird es, wenn Sartre die Konsequenz des Planens für die Gruppe thematisiert. Wenn ein Außenstehender, nennen wir ihn “A”, eine Gruppe, nennen wir sie “Firma”, (wobei der Außenstehende nicht zwangsläufig als Außenstehender auftreten muss, sondern auch aus der Gesamtheit der Gruppe stammen kann, wir könnten ihn in diesem Fall auch “Chef” nennen) dazu bringt, sein geplantes Ziel zu ihrer eigenen Absicht zu erklären, stellt diese Gruppe ihre Freiheit in den Dienst dieser gemeinsam als relevant akzeptierten Sache. Sie wird durch das Verhalten von “A” praktisch totalisiert. In dieser Weise würden die verschiedenen Individuen sich nun ausschließlich als Mitglieder ihrer Gruppe verstehen und für den ausrichtenden Akt des “A” zum Objekt der Ausrichtung werden. Die Souveränität des Einzelnen ist nun insoweit begrenzt, als er gleichzeitig organisiertes Objekt ist. Er ist quasi-souverän und Quasi-Objekt.

Teamleiter Hier stimmt meine persönliche Erfahrung mit Sartres Theorie der Gruppenbildung überein. Ich habe es schon seit jeher mit Unbehagen betrachtet, quasi-souverän und Quasi-Objekt zu sein. Ein – wie es heute so flott ausgedrückt wird – “Teamplayer” zu sein, das hat mich nur begrenzt fasziniert. Es sein denn, ich konnte Teamleiter sein.

Dietrich Bonhoeffer beschreibt – ungewollt – mit einem Satz den Mangel, den ein Team häufig mit sich bringt: “In der Beschränkung auf das Pflichtgemäße kommt es niemals zu dem Wagnis der auf eigenste Verantwortung hin geschehenden Tat.”

Diesem “Wagnis der auf eigenste Verantwortung geschehenden Tat” stelle ich mich nun neu.

In Kürze geht meine neue Web-Site www.chance-booster.de online. In der letzten Zeit wurden ja vermehrt Studien veröffentlicht, aus denen hervorgeht, wie schwer es selbst Fachleuten – wenn sie ein bestimmtes Alter überschritten haben – fällt, Vertragstexte, Werbetexte, Bedienungsanleitungen, Prospekte oder Broschüren zu verstehen und deren Inhalt vollkommen zu erfassen. Bei Verbraucherbildung.de findet sich eine gute Beschreibung der Schwierigkeiten, die heutzutage immer mehr ältere Menschen mit der Verständlichkeit von Texten haben. Die Babylon-Studie, als Forschungsprojekt zum Sprachverstehen der Zielgruppe 50plus, zeigt hier richtungsweisende Ergebnisse. In den kommenden Jahren werden Menschen über 50 Jahre die bedeutendste Konsumentengruppe sein. Das verlangt völlig neue Sichtweisen für Marketing und Werbung. Mit diesem Themenbereich werde ich mich beschäftigen und meine Dienstleistung anbieten. Nähere Einzelheiten wird der interessierte Leser in Kürze auf meiner neuen Web-Site finden können.
Vielleicht hätte Sartre seine Freude an meinem Plan. Ich habe jedenfalls meine Freude daran, dass dieser große Philosoph mir eine kluge Begründung für meinen Alleingang geliefert hat. 4mm5-bj

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Eine Frage an meine geschätzten Leser: Welches ist wohl der traurigste und tragischte Ort in einer Stadt? Ich denke, es ist der Friedhof!

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Ich empfinde Friedhöfe nicht etwa deshalb als “tragische Orte”, weil dort Menschen begraben liegen. Der Tod gehört zu unserem Leben. Unser physisches Ende ist sozusagen schon gleich zu Anfang des Lebens absehbar.

Tragisch ist vor allem, was in und mit den Menschen die dort liegen, begraben wurde. Dort liegen Bücher und Lieder, die nie geschrieben wurden, Predigten, die niemals gepredigt, Vergebung, die nie gewährt wurde, Erfindungen, die nie entwickelt wurden, unendlich viel Potenzial, das nie realisiert wurde. Beklagenswert hohe Verluste, die mir deshalb so tragisch erscheinen, weil sie häufig dadurch entstanden sind, dass jemand  Kritik, Ablehnung, finanzielle Schwierigkeiten oder körperliche Gefahr fürchtete.

Wenn Menschen ein Leben lang unter ihren Möglichkeiten bleiben, ihr gottgegebenes Potenzial niemals auch nur ansatzweise verwirklichen, dann können wir nur leise ahnen, welche Verluste das zur Folge hat. Deshalb möchte ich mir und meinen Lesern immer wieder Mut machen: Lebe deine Möglichkeiten! Was haben wir schon zu verlieren?

Für Menschen, die mit dem christlichen Glauben etwas anfangen können oder wollen, finden sich bei Daniel Kolenda übrigens einige gute Gedanken dazu.

 

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Vielleicht ist er manchem meiner geschätzten Leser noch in Erinnerung? Hanns Dieter Hüsch, Liedermacher, Dichter, Kabarettist und Christ. Heute Morgen las ich mal wieder diesen folgenden Text von Hüsch und hatte die Empfindung, hier spricht einer mitten in mein Leben hinein. In die Situation und den Zustand der Welt um mich herum. Hüsch (zu Lebzeiten) und ich setzen auf die Liebe, wie steht’s mit Ihnen?

hüschfoto 

ICH SETZE AUF DIE LIEBE

Wen der Himmel retten will, dem schenkt er die Liebe (Laotse)

Ich setze auf die Liebe
Wenn Sturm mich in die Knie zwingt und Angst in meinen Schläfen buchstabiert
Ein dunkler Abend mir die Sinne trübt, ein junger Mensch den Kopf verliert
Ein alter Mann den Abschied übt, daß ist doch das Thema
Den Haß aus der Welt zu entfernen und wir bereit sind, zu lernen
Daß Macht, Gewalt, Rache und sogar Sieg
Und sogar Sieg
Nichts anderes bedeuten als ewiger Krieg
Auf Erden und dann auf den Sternen

Die einen sagen, es läge am Geld – gut das ist sicher nicht ganz falsch
Die anderen sagen, es wäre die Welt
Sie läge in den falschen Händen – da ist auch manches richtig dran
Aber jeder weiß es immer besser, woran es liegt, nur es hat noch niemand
Noch niemand
Den Haß besiegt
Ohne ihn selbst zu beenden

Er kann mir sagen was er will
Und kann mir singen wie er’s meint
Und mir erklären, was er muß
Und auch begründen wie er’s braucht

Ich setze auf die Liebe

Schluß

 

 

Autor und Reporter für verschiedene Publikationen. Lieblingszitat: Wir müssen lernen, die Menschen weniger auf das, was sie tun und unterlassen, als auf das, was sie erleiden, anzusehen. (Dietrich Bonhoeffer)

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